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Susanne Pavlovic 40 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Susanne Pavlovic
Facebook: textehexe
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Susanne Pavlovic vom 22.12.2016
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 22.12.2016
Mit ihrem neuesten Roman »Das Schwert der Königin« komplettierte Susanne Pavlovic dieser Tage ihre »Feuerjäger«-Trilogie, für die sie in diesem Jahr mit dem Deutschen Phantastik Preis bedacht wurde. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über den Roman, über den schnelllebigen Buchmarkt und über die Rolle der Frau in Fantasyromanen.

– Frau Pavlovic, vor wenigen Tagen ist mit »Das Schwert der Königin« der dritte Band Ihrer preisgekrönten »Feuerjäger«-Reihe erschienen. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite davon Notiz genommen, könnten Sie Ihr Buch und die zugehörige Reihe unseren Lesern kurz mit eigenen Worten vorstellen? Was macht die »Feuerjäger«-Reihe zum »Rock 'n' Roll der Fantasyliteratur«?

»Feuerjäger« ist eine klassische Fantasy-Trilogie. So richtig »High Fantasy« ist es nicht, weil ich mich nicht allzu lange mit epischen Schlachten aufhalte. Es ist eher »Low Fantasy« - die Figuren mit ihren Eigenheiten, Stärken und Problemchen stehen im Mittelpunkt. Die Handlung, maximal zusammengefasst: Krona Karagin ist zwanzig Jahre Soldatin gewesen und hat sich aufgrund einer akuten Sinnkrise eine Auszeit vom Militär genommen. Ein Job, bei dem sie eigentlich nur Geld verdienen wollte, entpuppt sich als Desaster: Versehentlich wird ein Feuerdämon entfesselt, und Feuerdämon ist wie Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Wirklich niemand will das. In der Folge braucht Krona knapp 2000 Seiten und den Beistand einiger recht charismatischer Gefährten, um den Schaden wiedergut zu machen. Das ist Band 1 und 2 - danach kann man aufhören zu lesen, wenn man will. Band 3 hängt locker verknüpft dran und spinnt noch ein paar Fäden weiter.
Warum es Rock’n Roll ist? Es passiert viel. Ich bin schnell gelangweilt, bei mir muss es in Büchern Schlag auf Schlag gehen. Wenn ich mich beim Schreiben nicht langweile, ist das ein guter Indikator dafür, dass man sich auch beim Lesen nicht langweilt. Tatsächlich hat mir noch niemand rückgemeldet, er hätte eines meiner Bücher langweilig gefunden. Zum Kotzen, ja, manchmal - aber nie langweilig.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie die »Feuerjäger« ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Mir als Autorin fällt es schwer, diese Frage zu beantworten, weil ich vor allem die Unterschiede zu den Werken der Kollegen sehe. Um Feuerjäger zu mögen, muss man damit leben können, dass Romantik nicht im Mittelpunkt des Interesses steht. Man muss sich auf eine gänzlich neue Welt einlassen wollen (ähnlich wie in »Herr der Ringe« oder »Game of Thrones«), und man muss mit einer Heldin umgehen können, die flucht, säuft, Gewalt für eine legitime Lösung beinahe aller Probleme hält und den weichen Kern, den sie möglicherweise hat, sehr gut versteckt. Ach ja, und die auch keine 20 mehr ist. Möglicherweise nicht mal mehr 40.
Literarische Vorbilder ... hm. Es gibt Bücher, die mich sehr berührt haben. Der Herr der Ringe natürlich. Harry Potter - ich bin ein bekennender Potterhead. Tintenherz. Königsmacher und Königsmörder von Karen Miller. Aber ich würde nicht sagen, dass ich einem von ihnen nacheifere. Ich habe da über die Jahre meine eigene Erzählstimme entwickelt. Maßgeblich geprägt haben mich allerdings gefühlte drei Millionen Stunden Pen & Paper Rollenspiel.

– Kann man mit »Das Schwert der Königin« in die Buchserie einsteigen, oder ist es wichtig, von ganz vorne anzufangen?

Wenn man bereit ist, ein paar Lücken in der Vorgeschichte der Figuren hinzunehmen, kann man mit 3 anfangen. Sonst bietet sich schon der Einstieg über 1 an. Und 1 macht auch Spaß.

– Seit dem Erscheinen von »Herz aus Stein«, dem zweiten Teil Ihrer Reihe, sind anderthalb Jahre vergangen. In der heutigen Zeit, in der - besonders gehäuft im Selfpublisher-Bereich - Autoren im Abstand von wenigen Wochen neue kurze Romane veröffentlichen, um den Buchkäufern kontinuierlich präsent zu bleiben, ist das ungewöhnlich lange. Ist es nicht riskant, dem Trend der Zeit so entgegenzustehen und sich der Schnelllebigkeit des Buchmarkts nicht anzupassen?

Ja, wirtschaftlich betrachtet, vermutlich. Mein Verleger witzelt gerne, wenn ich wieder mal 1000 Seiten schreibe, macht er einen Heftroman in 25 Teilen draus. Zum Glück meint er das nicht ernst (... oder? Jürgen?)
Kurz gesagt, bin ich zu stur, um mich den Gesetzen des Marktes zu unterwerfen. Ich habe das Glück, nicht von meinen Büchern leben zu müssen (nicht, weil ich eine reiche Erbtante hätte, sondern weil ich als Lektorin und Coach meiner Zweitberufung nachgehe), und kann jede Geschichte so erzählen, wie sie es verdient. Und ich habe das ungeheure Glück, an einen Verleger geraten zu sein, der ein absoluter Überzeugungstäter ist und auch mal ein Risiko eingeht, um ein Projekt abseits des Mainstream zu machen. Und wie man bei Feuerjäger sieht, kann auch so etwas mal ganz erfolgreich werden.
Ich glaube ja, dass die Energie, die ich in ein Buch hineingebe, beim Leser auch ankommt. In den Feuerjägern stecken viele Jahre Arbeit, Schreib- und Lebenserfahrung. Das Ergebnis ist ein Buch, an das man sich nach Jahren noch erinnert. Wir setzen also nicht auf kurzfristige Verkaufserfolge, sondern auf eine langfristige und nachhaltige Marktpräsenz.

– Unangepasst ist auch Krona Karagin, die Heldin Ihrer Romanreihe, die mit klassischen weiblichen Fantasy-Figuren nur wenig gemein hat. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale von Krona, warum sollte man sie unbedingt kennenlernen? Was schätzen Sie persönlich an ihr?

Krona ist unglaublich kopfbefreit. Sie schert sich wenig um ihre Außenwirkung, macht sich nicht klein, hält sich nicht mit unnötigen Selbstzweifeln auf, ihr ist ziemlich wurscht, was sich ziemt und was nicht. Sie ist, wie sie ist, und sie fordert von ihrer Umgebung, sie genau so zu akzeptieren. Das wirkt auf viele Leserinnen, gerade auf junge, sehr befreiend. Krona nimmt Raum ein - das ist etwas, was vielen jungen Frauen schwerfällt, was sie sich aber wünschen.
Außerdem ist Krona eine unverbrüchlich loyale Freundin, sie ist eine Kämpferin, sie erwartet nicht, dass das Leben ihr was schenkt. Und sie kann eine Party schmeißen wie keine andere.

– In vielen Fantasyromanen sind Frauen schmückendes Beiwerk oder Trophäen der männlichen Helden, in der Mehrzahl der Liebesromane verlieben sich weibliche Mauerblümchen in männliche Bad Boys, in Erotikromanen werden Frauen von dominanten Partnern geführt und unterworfen. Was denken Sie, wieso ausgerechnet die Buchwelt in Sachen Emanzipation oft so rückschrittlich erscheint, obwohl Romane mehrheitlich von Frauen gelesen werden? Warum ordnen sich Autorinnen dieser Tendenz so oft unter?

Der letzte Teil der Frage ist leichter zu beantworten. Autor/innen schreiben Bücher mit solchen Inhalten, weil es viele Leser/innen gibt, die man damit glücklich machen kann. Und wenn die Autorin (männliche Kollegen fühlen sich gerne mitgemeint) glücklich dabei ist, solche Geschichten zu erzählen, dann finden sich die Richtigen und alles ist gut.
Warum machen diese Stoffe so viele Leserinnen glücklich? Es sind kleine Weltfluchten. Die Heldin gibt Verantwortung und Kontrolle ab, und es gibt eine übergeordnete Instanz, den Mann, der in ihrem Interesse handelt und die Dinge in ihrem Sinn regelt. Und die Leserin flüchtet sich für ein paar Stunden in diese Traumwelten, weil ihr »real life« anders ausschaut: Sie hat einen 30-Stunden-Job mit einem fiesen Arbeitsweg, zwei Kinder und einen Hund, der Mann arbeitet viel, jemand muss den Haushalt schmeißen, dann ist der Jüngste krank und kann nicht in den Kindergarten ... Frauen sind in unserer Gesellschaft, ganz egal, was gemeinhin behauptet wird, alles andere als gleichgestellt. Erziehungs- und Haushaltsaufwand bleiben nach wie vor mehrheitlich an der Frau kleben - und zusätzlich trägt sie noch mit einem Job zum Familieneinkommen bei. Da bleiben dann oft nur ein paar Stunden Heile Welt, überschaubare Dramatik und zuverlässiges Happy End, um die Stimmung zu heben. Schlussendlich ist also nicht die Rückschrittlichkeit in den Erzählmotiven das Problem, sondern die der Gesellschaft.

– Wie lassen sich - speziell im Bereich der Fantasyromane - die vorhandenen Rollenklischees am besten aufbrechen, ohne dabei das Gewohnheitstier zu verschrecken, das in vielen Fantasyfans steckt?

Etwas aufzubrechen - Gewohnheiten beispielsweise - ist ja immer ein brachialer Vorgang. Zart aufbrechen geht nicht. Insofern werde ich Leser, die sehr traditionelle Stoffe mögen, mit »Feuerjäger« eher nicht erreichen. Mir ging es auch tatsächlich nicht darum, eine Botschaft möglichst lecker zu verpacken. Ich hatte gar keine Botschaft. Ich hatte eine Geschichte, die ich erzählen wollte.
Die Veränderung von Lesegewohnheiten beruht auf einer Veränderung der Denkgewohnheiten, und das ist ein langsamer Prozess. Allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Schubladen Mann - Frau mit all ihren darin lagernden Klischees nicht reichen, um die Vielfalt der Menschheit abzubilden. Ich habe ja nicht nur Krona als Frau mit vielen »typisch männlichen« Verhaltensweisen, ich habe auch einige männliche Hauptfiguren mit »typisch weiblichen« - Männer, die in einem authentischen Kontakt mit ihren eigenen Gefühlen stehen, diese auch äußern können und die »ihre« Frauen souverän, einfühlsam und wertschätzend unterstützen.
Vielleicht werden wir mit den Jahren immer mehr »cross-gender« oder »mixed gender«-Figuren bekommen. Die archetypischen Figuren brauchen ja gar nicht auszusterben, mir würde es reichen, wenn sie bunte Gesellschaft bekämen.

– Was können wir von der Autorin Susanne Pavlovic in der nächsten Zukunft erwarten? Sind nach dem Abschluss Ihrer Reihe bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Nach dem Buch ist vor dem Buch ... Aktuell habe ich eine alte Projektidee aufgegriffen und mache einen Ausflug in die Urban Fantasy. Außerdem wird es eine Kurzgeschichte geben, eine »Single-Auskopplung« aus Feuerjäger 3, in der die Nardon-Fans erfahren, wie Nardon drei Riesen aufgabeln konnte. Und es gibt ein paar Fäden, die aus Feuerjäger 3 hinaus und in ganz andere Geschichten hinein führen.
Anzutreffen bin ich 2017 jedenfalls auf beiden Buchmessen (Leipzig und Frankfurt) und auf der Phantastika in Oberhausen, außerdem auf dem Festival Mediaval in Selb. Über die aktuellen Lesungstermine informieren sich Interessierte am besten über meine Webseite www.textehexe-fantasy.com oder www.amrun-verlag.de.

Das Team von Leserkanone.de dankt Susanne Pavlovic für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Susanne Pavlovic
Susanne Pavlovic bei Facebook
»Feuerjäger 3 - Das Schwert der Königin« bei Leserkanone.de
»Feuerjäger 3 - Das Schwert der Königin« bei Amazon
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