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Alexa Thiesmeyer 6 Fans
Herkunft: Deutschland
Geboren: 1949
Webseite: Offizielle Homepage von Alexa Thiesmeyer
Twitter: @alexakrimi
Facebook: alexa.thiesmeyer
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Alexa Thiesmeyer vom 06.06.2017
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Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 06.06.2017
In ihrem neuen Roman »Venusberg« macht Alexa Thiesmeyer das Rheinland unsicher. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über ihr Buch, über ihre ungewöhnlichen Ermittler und über ihren Weg zur Krimiautorin.

– Frau Thiesmeyer, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Venusberg«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Dieser vierte Roman mit Pilar Álvarez-Scholz und Privatdetektiv Freddy Stieger spielt auf dem Bonner Venusberg: im Wald, in einem Reihenhaus und der Universitätsklinik. Mit der urlaubsreifen Pilar geht es außerdem nach Island. Zur gleichen Zeit spitzt sich auf dem Venusberg ein Konflikt zwischen alten Freundinnen zu, dessen Ursachen weit zurückliegen. Die Mutter der einen Freundin hat einst die Rote Armee Fraktion (RAF) unterstützt und ist nach der Ermordung eines Diplomaten im Jahr 1986 in die isländische Einöde geflohen. Freddy, im Nebenberuf Gemüseverkäufer, bittet Pilar, die Frau aufzuspüren. Seltsame Unglücksfälle geben zusätzlich Rätsel auf, und ein neuer Mord geschieht. Als Pilar aus Island zurückkehrt, gerät sie in die gefährliche Nähe des Täters von 1986, der unerkannt ein bürgerliches Leben führt.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie das Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Eifel-Krimi-Liebhabern, auch Liebhabern typisch englischer Krimis, z.B. Agatha-Christie-Fans, und Lesern, die es eher »cosy« mögen, also eine sanftere Gangart im Spannungsroman bevorzugen, wird »Venusberg« gefallen.

Ich habe keine literarischen Vorbilder, aber sehr viele Lieblingsromane. Auf Anhieb fallen mir ein: »Ein Fremder liegt in meinem Grab« von Margaret Millar, »Gefährliche Gedanken« von Celia Fremlin, »Der falsche Freund« von Nicci French, »See der Dunkelheit« von Ruth Rendell und »Schwarze Vögel« von Gunnar Gunnarsson. Natürlich lese ich nicht nur Krimis und Thriller, sondern auch andere Literatur, z.B. hat mich zuletzt »Die Familie Hardelot« von Irène Némirovsky sehr beeindruckt.

– Tagtäglich erscheinen unzählige Kriminalromane, so dass das Genre kein einfacher Bereich ist, um herauszustechen. Was halten Sie für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Buchs, wegen denen man bei Ihnen reinschnuppern sollte und nicht bei einem der vielen anderen Krimiautoren?

Der besondere Reiz des Buches liegt in der Verknüpfung isländischer Landschaft und Saga-Tradition mit deutscher Gegenwart und sehr persönlichen Folgen vergangenen RAF-Terrors.
Im Zentrum des Geschehens steht u.a. ein Wiedersehen früherer Freundinnen nach 33 Jahren, auch das hat seinen Reiz, und auf dem Venusberg läuft es fürchterlich schief.

– Freddy Stieger und Pilar Álvarez-Scholz traten schon wiederholt in Ihrem Romanen auf. Was macht beiden zu solch »besonderen« Charakteren, dass sie es verdienen, im Mittelpunkt von einer ganzen Reihe an Büchern zu stehen? Was schätzen Sie an den beiden persönlich?

Die beiden sind keine begeisterten Ermittler, sondern eher normale Mitbürger. Aber aus ihren persönlichen Umständen heraus, meist durch Nettigkeit, passiert es ihnen, dass sie in eine prekäre Situation hineingezogen werden – wobei sich der Leser gut in die zwei hineinversetzen kann. Die Sache entwickelt sich dann zum Kriminalfall, wird zunehmend unheimlich und gefährlich, doch da hat es die beiden längst gepackt, und sie ziehen es durch.

Ich mag an Pilar und Freddy, dass sie nachvollziehbare Fehler machen. Menschen, die auch mal eine falsche Entscheidung treffen, finde ich interessanter als kluge Helden.

– Ihr Buch ist als »Rheinland-Krimi« überschrieben. Sollte man selbst aus dem Rheinland stammen oder einen Bezug zur Region haben, um den größtmöglichen Unterhaltungsfaktor aus Ihrem Buch zu gewinnen? Was macht das Rheinland zu einem guten Schauplatz für das (literarische) Verbrechen?

Da mich bei den Vorgängerbüchern sehr positive Leser-Stimmen aus anderen Teilen Deutschlands erreicht haben, bin ich mir sicher, dass man meine Romane auch genießt, wenn man die Örtlichkeiten nicht kennt und keinen Bezug dazu hat – die Hauptsache ist doch die gute Story. (Ich war z.B. nie in London und mag Krimis, die dort spielen)

Ein guter Schauplatz ist für mich immer dort, wo ich mir interessante Charaktere vorstellen kann und inspirierende Orte vorfinde, zum Beispiel das große Waldgebiet in und um Bonn. Was ich dort entdeckt habe, würde für zehn weitere Tatorte ausreichen. Außerdem nutze ich gelegentlich Bonns Vergangenheit als Bundeshauptstadt, eine faszinierende Zeit.

– Wie kamen Sie einst dazu, Kriminalromane zu schreiben, warum sind Sie ausgerechnet in dem Genre gelandet? Und wie entwickelt man als - davon gehen wir einfach mal aus - unbescholtene Bürgerin ohne kriminelle Energie Verbrechen, die ganze Bücher füllen? Welcher Aufwand steckt generell in einem Roman wie »Venusberg«?

Vor den Krimis habe ich Theaterstücke geschrieben, darunter Krimikomödien, und die haben mir am meisten Spaß gemacht. Ein Kriminalroman unterscheidet sich selbstverständlich stark von einer Komödie, aber ich bin Juristin und hatte immer ein besonderes Interesse für Strafrecht, sodass ich auch die ernste Seite der Kriminalität gut kenne. Und in manchen Szenen lässt sich durchaus ein bisschen Komödie einbauen.

Meine erste Kriminalgeschichte ist aus der Wut geboren: Ich hatte mich über einen Zahnarzt geärgert, der meiner Ansicht nach ein Betrüger war. Ich stellte mir spontan eine Person vor, die aus Zorn zur Axt greift, wenn die Gelegenheit günstig ist. Die Geschichte. die ich dann viele Jahre später geschrieben habe, wurde ein Erfolg, und wenn man einmal in solchen Bahnen denkt, macht man eben weiter, zum Glück nur literarisch.

Der Umfang des Aufwands ist schwer zu umreißen, weil ich zur Hintergrundrecherche meistens mehr getan habe als streng genommen notwendig war. Ich habe mich gründlich über die RAF und die Isländer-Sagas informiert, über eine bestimmte Krankheit und übers Wurstmachen, habe meine Islandtouren gedanklich und anhand von Fotos mehrfach nachvollzogen, bin viele Male auf den Venusberg und zur Uni-Klinik gefahren, habe einen Rechtsmediziner und einen Polizisten kontaktiert. Das alles braucht viel Zeit und das Schreiben sowieso! (Und es gibt immer wieder Phasen, wo ich nicht dazu komme!) Auch bis die Geschichte in allen Einzelheiten »steht«, dauert bei mir lange.

– Was können wir von der Autorin Alexa Thiesmeyer in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ich schreibe an einem Eifel-Krimi, in dem auch Pilar und Freddy vorkommen. Danach plane ich einen Thriller ohne die beiden, werde aber wehmütig bei dem Gedanken.

Nach der Buchpremiere am 30. Mai in Bonn (Buchhandlung Jost) bin ich am 23. Juli 2017 zwischen 13 und 14 Uhr beim »Stadtlesen« in Köln dabei, mit meinem Kurzkrimi »Bitte, regen Sie sich nicht auf« aus der Anthologie »Nix zu verlieren« (Brighton-Verlag). Im Herbst sind drei Lesungen mit »Venusberg« in Bonn geplant, von denen bisher nur ein Termin feststeht: 29. November, 20 Uhr in Elpis’s CoWiCo, Kunst-, Kultur- und Musik-Bar in Bonn-Bad Godesberg.

(Vier weitere Lesungen in der Kaiser-Karl-Klinik in Bonn sind leider nur für Patienten und deren Angehörige, dort gibt es im Vorfeld Plakate)

Das Team von Leserkanone.de dankt Alexa Thiesmeyer für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Alexa Thiesmeyer
Alexa Thiesmeyer bei Twitter
Alexa Thiesmeyer bei Facebook
»Venusberg« bei Leserkanone.de
»Venusberg« bei Amazon
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