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Mara Winter 100 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Mara Winter
Facebook: Mara-Winter
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Mara Winter vom 30.07.2019
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 30.07.2019
In ihrem aktuellen Roman öffnet Mara Winter »Das geheime Kapitel« für ihre Leser. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über das Krimigenre und über ihre zukünftigen Projekte.

– Frau Winter, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Das geheime Kapitel«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Anna ist todunglücklich. Ihre Ehe mit Johann plätschert vor sich hin, ihre Herkunft als uneheliches Kind einer jung verstorbenen Mutter hängt ihr immer noch an und ihr geliebter Ziehvater lebt auch nicht mehr. Doch als ihr Mann seine neue Geliebte mit auf den Spindelhof bringt, kommt eine außergewöhnliche Geschichte ins Rollen, die viele Fragen aufwirft: Wer ist diese hübsche Silke, die jeden zu verzaubern scheint? Was hat sie zu tun mit den mysteriösen Todesfällen, die ihr Leben begleiten? Und welche Rolle spielt bei all dem das geheimnisvolle Zauberbuch?
In Kürze werden die beiden Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, hineingesogen in einen Strudel aus Lügen, Unterstellungen, Verdächtigungen und lange zurückliegenden Familiengeheimnissen. Denn die anderen Bewohner des kleinen Dorfs in der fränkischen Schweiz scheinen mehr zu wissen, als sie preiszugeben bereit sind – man will die alten Geschichten ruhen lassen. Doch als dann Annas Schwager Georg morgens tot im Bett liegt, zweifelt nicht nur die Polizei an seinem natürlichen Tod ...

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich liebe Autorinnen wie Ingrid Noll, Celia Fremlin und Anne Fine, bei denen es vordergründig gemütlich und hintenherum teuflisch zugeht. Sehr gerne berühre ich auch in meinen Geschichten das subtile Grauen knapp unter der heilen Oberfläche.

– Tagtäglich erscheinen unzählige neue Kriminalromane, und es ist schwer, aus der breiten Masse herauszustechen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Buchs, wegen denen man unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte?

Das Wichtigste in »Das geheime Kapitel« war mir, dass Realität und Metaphysik bzw. die rationale und die übersinnliche Ebene nebeneinanderstehen und dass es den Lesern selbst überlassen bleibt, ob sie letztendlich an Logik und Zufall oder eine höhere Macht glauben. Die Verbrechen werden aufgelöst, klar, aber die Hintergründe kann man so oder so einordnen. Durch die wechselnde Perspektive von Silke und Anna erlebt man im Prinzip zwei ganz unterschiedliche Geschichten zur gleichen Zeit am selben Ort.

– In der Beschreibung des Buchs ist erwähnt, dass es sich insbesondere an Personen richtet, die sich für Themen wie Magie und übersinnliche Erfahrungen interessieren. Wie passt so etwas zu einem ansonsten eher »handfesten« Bereich wie dem Krimigenre?

Nicht besonders gut, weshalb das Manuskript auch gerade aufgrund dieser Themen mehrfach abgelehnt worden ist. Magie und Übersinnliches sind keine Mainstreamthemen, dennoch interessieren sich viele Leser dafür. So auch ich. Alle Menschen durchlaufen doch früher oder später eine Phase in ihrem Leben, in der sie sich Antworten auf die großen Fragen wünschen: Gibt es einen Gott? Ist alles im Leben rein wissenschaftlich zu erklären? Gibt es einen Sinn hinter allem? Woran glaube ich und gibt es dafür Beweise? Mich hat das vor knapp zehn Jahren sehr beschäftigt und diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Romans.

– Was macht Silke und Anna zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Anna ist ein sehr stilles Wasser, weil sie alles für sich behält und niemanden an sich heranlässt. Sie ist eigentlich die stärkste Figur im ganzen Roman, weil sie eine unerschütterliche innere Ruhe hat, die alles übersteht. Silke ist dagegen launisch, impulsiv und abergläubisch. Ihr würde ich im echten Leben nur ungern begegnen.

– In der Vergangenheit haben Sie nicht nur Krimis geschrieben, sondern waren auch in anderen literarischen Gefilden unterwegs. Birgt das Wechseln zwischen den Genres nicht die Gefahr, dass man keine Schar an »treuen Fans« aufbauen kann, die vorbehaltlos bei jeder neuen Veröffentlichung zugreifen können? Und anhand welcher Maßstäbe entscheiden Sie, in welche Richtung das jeweils nächste Projekt gehen soll?

Ich habe bisher sehr intuitiv bzw. nach Gefühl geschrieben, ohne einen Marketingplan dahinter. Ja, es wäre schon klüger, bei einem Genre zu bleiben und sich so eine Leserschaft aufzubauen. Nur ist mein Leben eben nicht so kontinuierlich und die Themen, die mich interessieren, ändern sich auch immer wieder. Zum Glück habe ich ein paar treue Fans, die bisher all meine Kapriolen mitgemacht haben und sich immer wieder auf meine neuen Bücher freuen, auch wenn sich das Genre ab und zu ändert.

– Erfordert der Wechsel des Genres auch eine ganz individuelle Herangehensweise ans Schreiben? Mussten Sie die Arbeit an »Das geheime Kapitel« ganz anders angehen als beispielsweise das Verfassen Ihres vorangegangenen Werks »Nicht so welche Sprüche, Mami«? Welcher Aufwand steckt generell in einem Buch wie Ihrem aktuellen Roman?

Ja, klar. Für »Das geheime Kapitel« habe ich eine Menge über Pflanzen, Rezepte und Rituale recherchiert, das Projekt habe ich begonnen, indem ich mir zwanzig Bücher aus der Bibliothek geholt und erstmal Hintergrundinformationen zusammengeschrieben habe, bevor ich die erste Zeile des Romans schreiben konnte. An der Rohfassung des Manuskripts habe ich ziemlich genau ein Jahr lang geschrieben, von Silvester 2017 bis Silvester 2018. Im Lektorat ist dann aber auch noch eine Menge überarbeitet worden, daher würde ich ca. eineinhalb Jahre ansetzen. Die Zitate in »Nicht so welche Sprüche, Mami« habe ich über sieben Jahre gesammelt, aber das Zusammenstellen war dann keine große Sache mehr. Für meinen ersten Roman habe ich bestimmt vier Jahre gebraucht, ich werde immer schneller. Die Rohfassung meines aktuellen Manuskripts habe ich zum erstenmal in weniger als einem Jahr fertig geschrieben.
In einem Krimi mit mehreren Perspektiven und Zeitebenen muss alles schlüssig sein und zueinanderpassen, das ist schon mehr Denkarbeit als ein Roman in der ersten Person, bei dem alles chronologisch passiert.

– A propos vorangegangenes Buch: Zwischen diesem und ihrem neuen Buch waren mehr als zwei Jahre vergangen. In der heutigen Zeit, in der vor allem viele Self-Publisher zum Publizieren im Zwei-Monats-Takt übergegangen sind, um bei ihren Lesern immer präsent zu bleiben und nicht in Vergessenheit zu geraten, wirkt dies wie eine halbe Ewigkeit. Bergen große Zeitabstände nicht ein großes Risiko, aus den Augen verloren zu werden? Was halten Sie selbst von der scheinbar immer größer werdenden Schnelllebigkeit der Buchwelt?

Ich habe in diesen zwei Jahren nichts veröffentlicht (bis auf ein paar Kurzgeschichten), aber drei Romane geschrieben. Ich war also durchaus fleißig, nur habe ich mir Zeit gelassen, um die richtigen Veröffentlichungswege zu finden. Nach meinen Erfahrungen im Selfpublishing war mir ziemlich schnell klar, dass das auf Dauer nicht mein Weg sein würde. Mir ist schlicht die wahnsinnige Arbeit zu viel, auch wenn die Freiheit toll ist. Ich wusste, dass ich die richtige Literaturagentur finden muss, und der Weg war lang, bis ich endlich meine wunderbare Agentin gefunden habe, mit der fachlich und menschlich alles stimmt. Dafür gibt es nun dieses Jahr zwei Neuerscheinungen von mir.

– Was können wir von der Autorin Mara Winter in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Im Herbst erscheint mein skurriler Familienroman »Verdammt verwandt«, der mir ganz besonders am Herzen liegt, weil er mit dem Klischee der perfekten allzeit glücklichen Mutter aufräumt, die niemals mit ihrem Schicksal hadert. Und ihre Kinder trotzdem über alles liebt.
Ich werde im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse sein, aber ich habe noch keinen festen Termin für ein Meet&Greet. Alle Infos zu Lesungen, Neuerscheinungen oder anderen Terminen finden Sie auf meiner Seite www.marawinter.de.

Das Team von Leserkanone.de dankt Mara Winter für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Mara Winter
Mara Winter bei Facebook
»Das geheime Kapitel« bei Leserkanone.de
»Das geheime Kapitel« bei Amazon
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