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Felix A. Münter 69 Fans
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Interview: Leserkanone.de-Interview mit Felix A. Münter vom 16.10.2016
Tags: Zwei Verlinkungen in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 16.10.2016
Es werden nicht mehr viele Tage vergehen, ehe sich die Fans der »Westrin«-Trilogie von Felix A. Münter (Buch 1 und Buch 2) ins finale Abenteuer stürzen können. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor darüber, was bisher in Westrin geschah und was noch geschehen wird, über die Erschaffung von Welten und über seine zukünftigen Projekte.

– Herr Münter, in Kürze wird »Schicksal« erscheinen, der finale Teil Ihrer »Westrin«-Trilogie. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von der Reihe genommen, könnten Sie die Trilogie unseren Lesern deshalb kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Die »Westrin«-Trilogie erzählt eine sich über etwa elf Jahre erstreckende Geschichte. Den Anfang macht »Kaisersturz« in dem alles seinen Auftakt in den letzten Tagen des namensgebenden Kaiserreichs nimmt. Westrin hat die Geschicke der Welt über 800 Jahre geprägt und ist zu einem großen Imperium herangewachsen, hat seinen Zenit aber schon vor einigen Jahrhunderten überschritten. Seitdem ist das Reich immer weiter zerfallen, wobei die Kaiser ihr Möglichstes gaben, die Einheit des Imperiums zu bewahren. Doch es kommt, wie es kommen muss, die Schwäche der einst so großen Nation wird gnadenlos von seinen Nachbarn ausgenutzt, welche sich miteinander verbünden und das Kaiserreich invadieren. Der Planer und Nutznießer dieses Kriegs ist Atanasio, ein König aus dem Süden. Er ist angetrieben von einer alten Prophezeiung, in der ein Erstarken des Kaiserreichs vorhergesehen wird. In der Weissagung ist von »Doppelkindern« die Rede, welche Westrin wieder zu neuem Glanz bringen werden. Nun handelt es sich bei den Erben des amtierenden Kaisers um Zwillinge…
»Kaisersturz« erzählt also von der Invasion des Kaiserreiches, von Macht, Krieg und Verschwörung. Es ist die Flucht der gerade einmal zweijährigen Zwillinge durch ein kriegsversehrtes Land. Der Nachfolger, »Exil« setzt dann ein Jahrzehnt später ein. Nach der gelungenen Flucht und schweren Verlusten dabei, ist es gelungen, die Zwillinge in der Sicherheit der Inselkönigreiche, versteckt vor Atanasio, aufzuziehen. Doch es kommt, wie es kommen muss, die Tarnung fliegt auf und die Zeit des Versteckens ist vorbei. Es gilt, Bündnisse zu schließen, den Anspruch des kaiserlichen Bluts durchzusetzen und den Krieg zu Atanasio zu tragen. Und genau darum wird es wiederum in »Schicksal« gehen.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihre Buchreihe ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden? Was sind Ihre eigenen Lieblingsbücher?

Gerade im Bereich Fantasy bin ich quasi durch David Gemmell sozialisiert worden. Ich habe besonders seine »Drenai« Saga verschlungen. Noch heute nehme ich die Bücher immer wieder gerne zur Hand und tauche in die Geschichten um Waylander, Druss oder Tenaka Khan ein. Was mich an Gemmells Geschichten immer so faszinierte war einerseits die schnörkellose, teils spartanische Art. Der Autor hat sich nie sonderlich mit langen Beschreibungen aufgehalten sondern hat handlungszentriert geschrieben. Und dann gibt es eine so wunderbar einfache Botschaft in Gemmells Büchern: In der Welt mag es schlechte Menschen geben, die zu allem bereit sind und deshalb gibt es himmelschreiendes Unrecht und Tyrannei. Wenn ich aber in einer solchen Welt nicht leben will, dann muss ich aufstehen und es ändern. Es hilft nichts, sich darauf zu verlassen, dass andere kommen, die einen retten. Entweder stehst du für das ein, was dir wichtig ist und änderst die Welt – oder die Welt ändert dich und macht dich irgendwann kaputt. Das ist jetzt keine sonderlich blumige Umschreibung, trifft den Kern in meinen Augen aber ausgesprochen gut. Und man merkt mir an: Gemmell würde ich als mein größtes Vorbild bezeichnen. Insofern möchte ich auch liefern – Wer die Geschichten von ihm mochte, der ist eingeladen, sich meine anzusehen. Ich glaube, er wird nicht enttäuscht sein.
Lieblingsbücher? Neben den bereits genannten (wobei ich wirklich jedes seiner Bücher empfehlen würde), sind die meisten meiner Lieblingsbücher und –autoren eher in ganz anderen Bereichen verordnet. Alle paar Jahre greife ich beispielsweise zu Charrières »Pappillon«. Ich mag Ephraim Kishon sehr, habe auch ziemlich viel von Helmut Schmidt gelesen. Oh, und Wladimir Kaminer gehört wohl auch zu jenen Autoren, die ich gerne lese.

– War das »Imperium von Westrin« von Anfang an als Trilogie angelegt, oder ist es dem Erfolg des ersten Teils zu verdanken, dass eine ganze Buchreihe entstanden ist? Falls es von Anfang an der Plan gewesen sollte: War es nicht ein Risiko, gleich einen Epos von weit mehr als 1.000 Seite in Angriff zu nehmen, als sich noch gar nicht abzeichnen konnte, ob überhaupt der erste Teil ein Erfolg würde?

Die Geschichte war von Anfang an sehr klar und deutlich strukturiert und noch während der Pitch entstand, wurde deutlich, dass sich alles zwar auch auf 600 Seiten erzählen ließe, dabei aber auch zu viele Details verloren gehen würden, die das Gesamtpaket einfach abrundeten. Daraufhin sprach ich mit dem Verlag und erhielt – nach Vorlage des Pitches (Alle wussten also im Grunde, wie sich die Geschichte entwickelt und wie sie ausgehen würde) – binnen kürzester Zeit grünes Licht. Ich sehe die Sache mit dem Risiko übrigens immer sportlich: Wenn der eine Verlag meine Geschichte nicht haben will, dann frage ich eben beim nächsten an.
Jedenfalls gab es den Startschuss, und dann drängte die Geschichte auch aus mir heraus. Alle drei Bände sind zwischen Januar und September 2015 entstanden, jeder mit über 600 Normseiten Umfang. Allein diese Ausstoß, der für mich ein Zeichen dafür war, wie zufrieden ich mit der Geschichte war, stärkte in mir die Hoffnung, dass die Geschichte ankommen würde. Wenn ich mir die bisherigen Besprechungen der Reihe ansehe, scheint das richtig zu sein.

– Fantasyromane schießen teils wie Pilze aus dem Boden. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale der »Westrin«-Reihe, wegen denen man bei Ihnen zugreifen sollte und nicht bei einem der anderen Autoren?

Ich selber bezeichne die »Westrin«-Reihe gerne als »political fantasy«. Wir haben Intrigen, Politik, Krieg, Machtgebaren und eine Prise Magie. Hinzu kommen relativ spannende Schauplätze bzw. Reiche, die sich allesamt an irdischen Vorbildern orientieren und den Einstieg einfach machen. Und dann wäre da noch der Hinweis auf Gemmell, den ich ja schon als Vorbild genannt habe: Auf jeder Seite des Buchs wird die Handlung vorangetrieben. Sie plätschernd nirgendwo, keine Szene ist belanglos oder ein Lückenfüller. Es ist eine »realistische« Welt (sofern man in diesem gerne überhaupt davon sprechen kann. Es gibt kein »gut« oder »böse«, die Motive jeder Seite sind irgendwie nachvollziehbar. Und es ist eine Welt, in der niemand sicher ist. Auch Hauptcharaktere können über die Klinge springen, wenn sie eine falsche Entscheidung treffen. Und ich spoilere überhaupt nicht, wenn ich sage: Das werden sie.

– Als Fantasyautor mag man weniger Rechercheaufwand haben als beispielsweise Autoren historischer Romane, dennoch bildet sich eine Welt wie Ihr sterbendes Kaiserreich und sein Inventar sicher nicht von heute auf morgen. Wie sind das Imperium von Westrin und die drei Nachbarreiche entstanden, oder anders gefragt: Wie gehen Sie es an, eine ganz eigene Welt zu erschaffen? Welcher Aufwand steckt generell in Büchern wie Ihrer »Westrin«-Reihe?

Weltenbau fand ich schon immer spannend, das sieht man auch an meiner »The Rising«-Reihe. Ich bin eigentlich tief verwurzelt im Bereich der Rollenspiele und denke, vieles von dem, was sich in den Büchern wiederfindet, kommt auch aus diesem Hobby. Der Weltenbau an sich geht daher leicht von der Hand, man braucht eben nur ein bisschen Fantasie und ein bisschen Interesse am Recherchieren. Das ist heute übrigens viel einfacher als zuvor, im Internet findet man ja quasi zu jedem Thema mehr als genug. Am Beispiel der »Westrin«-Reihe fing das ganz einfach an. Ich wollte Kulturen nutzen, die den meisten Lesern ein begriff waren. Das macht es viel einfacher, weil die Bilder dazu ja schon im Kopf der Leserschaft sind. Man aktiviert sie letztlich nur. Also überlegte ich, welche Kulturen ich spannend finden würde und landete bei dem oströmischen Reich (Westrin), dem aufstrebenden Venedig (Fercino), Schottland (Clanslande), einer slawischen Kultur (Mariza), einer britischen Seefahrernation (die Inselkönigreiche) und den Sarazenen (Al-Asmari). Oh, und ich habe Fantasy-Holland ebenfalls eingebaut (Vael).
Jedenfalls ist es von dem Moment an recht einfach, da man sich an den realen Bildern orientieren kann und letztlich einfach nur überlegen muss, welche kulturellen Merkmale man übernehmen will und welche nicht.
Was die allgemeine Arbeit angeht: Ich arbeite mit einem wiki-System, das nicht öffentlich ist. Der öffentliche Teil davon ist unter https://www.westrin-wiki.de/Home zu finden und umfasst über 300 Artikel. Das ist nur ein Bruchteil von dem, was ich an anderer Stelle bereits für mich privat habe und gibt vielleicht einen Geschmack darauf, wieviel Arbeit tatsächlich in der Trilogie steckt.

– Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie nach Ihrem Ausflug in die Welt von Horror und Postapokalypse im Fantasybereich gelandet sind? Was bedeutet das Fantasygenre für Sie persönlich?

Abgesehen von meiner bereits oben genannten Affinität zu Gemmell war meine Bezeichung zum Genre ansonsten bestenfalls ambivalent. Spätestens durch den von der »Herr der Ringe«-Reihe ausgehenden Boom des Genres verblasste mein eigentliches Interesse. Ich habe mich in anderen Bereichen eben wohler gefühlt. Und dann bin ich Ende 2014 gefragt worden, ob ich »Die Legion der Schatten« (ein Spielbuch) übersetzen will. Was soll ich sagen? Es handelt sich um ein 740-Seiten Buch und wenn man sowas übersetzt, denkt man eben wieder über das Genre nach. In der ersten Januar Woche 2015 war ich fertig damit und merkte, wie mein Interesse an Fantasy wieder da war. Also schrieb ich binnen dreier Tage den Pitch der »Westrin«-Trilogie, reichte sie ein und bekam dann recht schnell grünes Licht.
Fantasy ist für mich in erster Linie ein Spiegel. Eine Welt, in der wir recht unbefangen über Konflikte und Probleme schreiben (und uns damit auseinandersetzen) können. Das Genre schafft eine gesunde Distanz zu Themen, die in Geschichten vor realen Hintergründen einfach viel schwerer zu Papier zu bringen wären. Aber das ist nicht nur das. Fantasy hat auch mit Träumen zu tun, der Hoffnung darauf, dass sich ein noch so hoffnungsloser Zustand zum Besseren wenden kann.

– Inzwischen sind seit dem Erscheinen Ihres ersten Romans nun schon mehr als zwei Jahre vergangen. Fühlt sich das Autorenleben so an, wie Sie sich das anfangs vorgestellt hatten? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen? Haben Sie seit Ihrer ersten Veröffentlichung Eindrücke gesammelt oder gibt es Vorschläge und/oder Kritikpunkte, die Sie mit Ihren Lesern teilen oder Ihnen mitteilen möchten?

Gerne würde ich nun sagen, dass es wie Rock&Roll ist – aber das ist es nicht. Wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich zu Beginn nur eine vage Vorstellung – denn alles ging irgendwie ziemlich schnell. Im April 2014 gab es das grüne Licht für das erste Buch, erschienen ist es im September. Fünf Monate klingen lange, sind aber schnell vorbei – und so richtig Zeit zum Nachdenken hatte ich damals nicht. Das kommt dann natürlich später. Mittlerweile bin ich zu der Einsicht gekommen, dass das Schreiben im Grunde nur eine Arbeit wie jede andere auch ist. Da mag der eine oder andere Kollege vielleicht aufschreien und protestieren, ich bleibe trotzdem dabei. Und diese Einstellung wiederum lässt einen die eigene Schreibe auch aus einer anderen Perspektive sehen. Hat man diesen handwerklichen Aspekt mal für sich entdeckt, dann ist es auch viel einfacher, zu lektorieren, zu kürzen, zu streichen – es geht einem nicht mehr so ans Herz.
Der deutschsprachige Buchmarkt? Der ist groß und ich bin vergleichsweise klein. Natürlich wünscht man sich mehr Aufmerksamkeit, aber die kommt zwangsläufig, je mehr man schreibt und je mehr man sich verbessert. Was mich aber wirklich freuen würde, wäre, wenn die eigenen Bücher es einfacher in das Programm der größeren Buchhandlungen finden würden. Da träumt wahrscheinlich jeder von und ich glaube, mein Herz würde schon einen großen Sprung machen, wenn es mal so kommen sollte.
Und was meine Leserschaft angeht? Ich kann hier nur das wiederholen, was ich jedem anderen auch sage: Mehr Rezis! Für den Autor sind Bewertungen jeder Art und auf jeder Plattform einfach unglaublich wichtig. Viel zu oft habe ich nun Lob (aber natürlich auch Kritik) gehört und habe immer darum gebeten, es einfach mal in ein paar kurze Worte zu fassen und irgendwo zu hinterlassen. Gemessen an den Zahlen, mit denen sich meine Bücher verkaufen, ist die Ausbeute aber recht mau. Daher: Immer her damit!

– Was können wir von dem Autor Felix A. Münter in der Zeit nach dem Abschluss der »Westrin«-Trilogie erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ich fasse das mal so zusammen: 2017 wird ein großartiges Jahr, denn es sind einige Bücher auf dem Vormarsch. Geplant sind drei weitere Bücher, die in der Welt von »Westrin« spielen. Jedes erzählt eine abgeschlossene Geschichte, es handelt sich also nicht um eine Reige bzw. die Fortführung der aktuellen Reihe. Dann wird es weiterhin von mir geben: »Vita«, einen Steampunk-Roman; »Archon« eine SciFi-Geschichte; »Prepper«, eine postapokalyptische Geschichte; einen Thriller zur Leipziger Buchmesse und ein Gemeinschaftsprojekt mit der Kollegin Ann-Kathrin Karschnik. Darüber hinaus steht ein weiterer Thriller für den Prometheus-Verlag in der Pipeline, sowie ein paar andere Projekte mit dem Papierverzierer-Verlag. Und ja: All die genannten Bücher sind bereits geschrieben und warten nur noch auf die Veröffentlichung.
Was Messen oder Lesungen in diesem Jahr angeht, so gibt es eigentlich nur noch den Nebenschauplatz der SPIEL in Essen (Mitte Oktober). Andere Termine haben sich aufgrund meines regulären Jobs im Moment nicht ermöglichen lassen.

Das Team von Leserkanone.de dankt Felix A. Münter für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Felix A. Münter
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