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Alexander Pohl 245 Fans
Herkunft: Deutschland
Pseudonyme: L.C. Frey, Ina Straubing und Alex Pohl
Webseite: Offizielle Homepage von Alexander Pohl
Facebook: AlexPohl.Autor
Interview: Leserkanone.de-Interview mit L.C. Frey vom 15.03.2016
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 15.03.2016
In der Regel verläuft das Schriftstellerleben friedlich. Was einem Thrillerautor hingegen passieren kann, wenn sich die von ihm ausgedachten Verbrechen tatsächlich zutragen, thematisiert L.C. Frey in seinem neuesten Werk, das den Titel »Totgespielt« trägt. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über Gewalt und Brutalität in geschriebener Form, und über eine merkwürdige Dame namens Ina.

– Herr Frey, womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem aktuellen Roman »Totgespielt« genommen. Könnten Sie unseren Lesern das Werk kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Totgespielt« ist ein klassischer Psychothriller, man kennt das ja. Diesmal geht es allerdings wirklich ans Eingemachte. Schon mal deswegen, weil der Protagonist selbst Thrillerautor ist, und noch dazu ein eher unangenehmer und ziemlich von sich selbst eingenommener Zeitgenosse. Allerdings bricht die Welt des Bestsellerautors in dem Moment zusammen, als er in einem Krankenhaus zu sich kommt und erfahren muss, dass er ganz oben auf der Fahndungsliste der Münchner Polizei steht. Er soll nämlich seine Ex-Frau auf grausame Weise ermordet haben, und das ausgerechnet am Weihnachtsabend, vor den Augen ihres gemeinsamen Sohnes! Im Laufe des Buches driftet das, was Autor und Leser für die Wahrheit gehalten haben mögen, immer mehr aus den Fugen. Während der Autor weiter an seine Unschuld glaubt und sich zu einer überhasteten Flucht mit Hilfe einer jungen Krankenschwester entschließt, geschehen weitere bestialische Morde - nach dem Vorbild seiner eigenen Bücher. Sie sehen, eine einigermaßen verwickelte Geschichte. Aber keine Angst, bis zum Ende werden alle Schleier gelüftet. Ob Ihnen das, was darunter zum Vorschein kommt, allerdings gefallen wird, steht auf einem anderen Blatt.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Das sind ja gleich eine Menge Fragen. Ich denke, Freunde von Cody McFadyen, Sebastian Fitzek, Simon Beckett oder Chris Carter sollten auf ihre Kosten kommen. Das sind die Worte meiner Leser, nicht meine. Ich selbst würde mich nicht mit solchen Businessgrößen vergleichen. Wo wir schon mal beim Thema literarische Vorbilder sind. Man könnte wohl jeden Autor, von dem ich mehr als ein Buch besitze, als mein Vorbild bezeichnen. Und das sind durchaus so einige. Aber angefangen hat das Ganze ganz klar als bescheidener Versuch, es so zu machen wie King, Doyle, Lovecraft oder Clive Barker. Oh, und Neil Gaiman. American Gods, großartiges Buch. Was natürlich grandios scheitern musste, also dieses Nacheifern der Giganten. Ich versuch’s trotzdem weiter, unbelehrbar. Und seit »Die Schuld der Engel« habe ich eben auch ein wenig Krimi- und Thrillerblut geleckt. Lecker, das.

– Wenn ein erfolgreicher Thriller-Autor einen erfolgreichen Thriller-Autor zum Opfer - oder zum Täter - in seinem neuesten Buch macht, liegt vor allen Dingen eine Frage auf der Hand: Wie viel von L.C. Frey steckt in Andreas Herzog? Haben Sie eine Ex-Frau und falls ja: Ist sie wohlauf, oder müssen wir die Polizei rufen? Wie kamen Sie generell auf die Idee, einen Schriftsteller in den Mittelpunkt zu rücken?

Okay, Sie haben mich ertappt, aber haben Sie denn etwa keine Leichen im Keller? Also, nein, ich habe keine Ex-Frau. Und nie gehabt. Lassen Sie das mal lieber mit der Polizei.

Ah, jedermanns Lieblingsfrage, die nach dem Ursprung der Ideen! In diesem Fall war es folgendermaßen, und das hat jetzt schon etwas Autobiografisches. Nach dem Erfolg von »Die Schuld der Engel«, mit dem ich so nicht gerechnet hatte, war ich selbst für eine Weile ziemlich »Totgespielt.« Irgendwann kommen Sie an einen Punkt, wo Sie nur noch die Verkaufsstatistiken bei Amazon verfolgen und - so schön es ist, dass Leute meine Bücher kaufen - das bringt Sie nicht weiter als Autor und irgendwann gehen Sie sich nur noch selbst auf die Nerven. Ich brauchte einen kräftigen Rundumschlag, um mich wieder freizuschwimmen. Und das habe ich gemacht, auf meine Weise. »Totgespielt« ist ein ziemlich blutiges Stück Fleisch geworden, das ist noch nicht mal Medium. Irgendwie brauchte ich das mal.

– Sie sind nun schon seit einigen Jahren im Genre von Thriller und Horror aktiv. Kein leichtes Feld, denn die Konkurrenz ist groß, und in wenigen Genres gibt es an jedem Tag derart viele neue Veröffentlichungen wie im Thriller-Bereich. Was halten Sie selbst für die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale Ihrer `Geschichten, wegen denen man bei Ihnen zuschlagen sollte und nicht bei einem der zahllosen anderen Autoren?

Ach ja, die Konkurrenz und das liebe Geld, mal wieder. Glücklicherweise bin ich ein Mensch mit recht bescheidenen Bedürfnissen. Ich bin unfassbar glücklich, dass ich mit dem Schreiben genug verdiene, um genau das machen zu können, was ich liebe: Geschichten schreiben. Das würde ich vermutlich auch in einem Besenschrank tun, wenn das Geld nicht mehr für was Besseres reichte. Vielleicht ist das ja schon ein Alleinstellungsmerkmal: Dass ich die Geschichten schreibe, auf die ich selbst Laune habe, und nicht die, von denen ich glaube, dass sie mir das meiste Geld einbringen. Ich schreibe Thriller, wenn mir danach ist, und nicht, weil ich muss - dazu gibt’s übrigens auch ein paar nette Anspielungen in »Totgespielt«. Scheinbar gibt es nun einige Leser, die meine Art, Geschichten zu erzählen, schätzen, und dafür bin ich unendlich dankbar. Und dann gibt’s natürlich noch die, die bei den Einführungspreis-Aktionen gnadenlos zuschlagen, das wollen wir mal nicht vergessen. Ihr kleinen Hamsterbäckchen, ihr!

– Immer wieder schreiben Sie über Gewalt und Brutalität, blicken in die Abgründe des menschlichen Daseins, und Sie erschaffen neue Abgründe höchstselbst. Was hat dazu geführt, dass Sie ausgerechnet in diesem Genre Ihre Heimat gefunden haben? Was fasziniert Sie an daran? Und muss man in einer speziellen Stimmung sein, um ein literarisches Gewaltverbrechen zu konstruieren, oder klappt dies auch bei fröhlicher Laune?

Die Brutalität mal beiseite, können Sie mir ein halbwegs spannendes Buch nennen, in dem es nicht um menschliche Abgründe geht? Dergleichen findet sich sogar in einem Chicklit-Liebesroman. Glauben Sie mir, ich habe einen geschrieben und der kam recht gut an. Die Abgründe sind in allen von uns, nur eben verborgen. Und natürlich fragen wir uns gelegentlich: Was wäre wohl, wenn diese dunkle Seite zum Vorschein käme? Was, wenn ein Kerl loszieht und seine finstersten Gedanken in die Tat umsetzt? Kommen Sie, das ist einfach ein faszinierendes Thema! Und manchmal brauchen wir halt statt des Kerls ein »Es« oder ein paar »Sie«, aber im Grunde geht es immer um das gleiche. Das Finstere in uns selbst. Aber hier kommt die gute Nachricht: Ich bin fest davon überzeugt, dass Bücher in dieser Hinsicht einen therapeutischen Effekt haben können. Denn es geht niemals nur um das Böse, sonst wäre die Geschichte ja stinklangweilig, sondern auch immer um die Frage: Was haben wir ihm entgegenzusetzen? Wieviel sind wir bereit, zu opfern, um gegen die Finsternis anzukämpfen?

Ja, man sollte in einer Stimmung sein, und zwar in Schreibstimmung. Alles andere ist wurscht, zumindest bei mir. Ich kann bei hellem Sonnenschein genauso perfide morden lassen wie in der dunkelsten Winternacht. Bevorzugt ersteres, ich bin kein großer Fan dieser kalten Jahreszeiten wie Herbst, Winter und Frühjahr.

– Möchten Sie ein paar Worte über Ina Straubing verlieren, oder fürchten Sie, es würde Thriller- und Horrorfans zu sehr verstören? ;-) Falls ja: Wie ist die gute Frau Straubing entstanden, und wie passt sie zu einem Verfasser harter Verbrechensstories?

Haha, ich glaube, das habe ich gerade schon. Also die Frau Straubing hat da so einen kleinen Frauenroman geschrieben, namens »Die Liebe ist ein Trampeltier«, und da die Frau Straubing mit mir identisch ist, hat sie ihn - Sie ahnen es - aus bloßem Spaß an der Freud’ geschrieben. Und vielleicht auch ein kleines bisschen augenzwinkernd, einem Genre gegenüber, in das ich mich sonst eher selten verirre. Aber ich las »Ein ganzes halbes Jahr«, von Jojo Moyes, das fand ich richtig toll. Naja, bis zu der Stelle, als die Hörbuchsprecherin zu singen anfing. Witzigerweise haben weder Leser noch meine Lektorin anfangs auch nur geahnt, dass Ina in Wirklichkeit ein Mann ist, der sonst Horror und Thriller schreibt und Rock’n’Roll-Musik hört. Bis dann eines Tages der Amazon-Verlag anrief und die Frau Straubing sprechen wollte, man hätte da ein Angebot für einen Vertrag für das Buch. Da wurde ich dann zu einer Lesung nach Berlin geschleift und damit war die Katze aus dem Sack, zwangsläufig sozusagen. Aber ich glaube, meine Leserinnen haben mir inzwischen verziehen.

– Was können wir von dem Autor L.C. Frey in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Buchprojekte sind bei mir immer in Planung, und einige sogar in Umsetzung. Daran wird sich hoffentlich auch so bald nichts ändern. Allerdings arbeite ich gerade neben anderen Büchern an einer ganz besonderen Sache, welche speziell auf die Technologie von E-Books zugeschnitten sein wird und meinen Lesern hoffentlich noch mehr vergnügliche Stunden im Frey’schen Universum bescheren wird als ein herkömmliches Buch. Da geht es allerdings programmiertechnisch ziemlich ans Eingemachte, weshalb ich mir da Hilfe von Draußen geholt habe. Ja, das klingt jetzt alles ziemlich nebulös, ich weiß. Muss es leider auch, derzeit. Man darf aber gespannt sein. Wenn alles nach Plan läuft, wird man noch in 2016 einiges Neues von mir lesen können. Im Zweifelsfall mal auf www.LCFrey.de vorbeischauen!

Ich danke für das nette Interview und wünsche alles Gute für die Leserkanone!

Das Team von Leserkanone.de dankt L.C. Frey für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von L.C. Frey
L.C. Frey bei Facebook
»Totgespielt« bei Leserkanone.de
»Totgespielt« bei Amazon
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