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Randolph Kroening 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Randolph Kroening
Facebook: Randolph-Kroening
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Randolph Kroening vom 26.11.2016
  Leserkanone.de-Interview mit Randolph Kroening vom 16.08.2020
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 16.08.2020
In seinem aktuellen Roman »Endstation Alcântara« hat Randolph Kroening Portugal - ein weiteres Mal - mit Verbrechen überzogen. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über das Schreiben langer Romanreihen und über das Autorenleben.

– Herr Kroening, beinahe vier Jahre sind vergangen, seitdem wir Sie zuletzt zu einem Gespräch begrüßen konnten. Was hat sich in der Zwischenzeit im Autorenleben des Randolph Kroening getan?

Es ist kaum zu glauben, dass es tatsächlich schon fast vier Jahre sind, aber ja, das war nach der Veröffentlichung von »Der Hirte ist mein Herr«, November 2016, kurz nach meiner Rückkehr von einem sechswöchigen Arbeitsaufenthalt in Indonesien. Seitdem ist in der Tat einiges passiert in meinem/unserem Leben: Umzug von Campo de Ourique nach Caxias, nur zwei Minuten vom Atlantik entfernt, Adoption von inzwischen zwei Katern aus hiesigen Tierheimen, weitere Auslandsaufenthalte z.B. in den USA und noch ganz frisch: Jobwechsel. Auf der Bücherseite gab es fünf neue Krimis, und seit diesem Jahr sind die ersten beiden Teile der Santa-Justa-Reihe, »Auf die Sekunde genau« und »Der Hirte ist mein Herr« auch auf Englisch erhältlich. Was mich besonders freut: meine Frau liest meine Bücher immer noch gern und unterstützt mich wo sie kann und mehr, als sie sich selbst bewusst ist, und Anja Schaetzel, die seit »Der Hirte ist mein Herr« (und zu dieser Zeit noch in Deutschland wohnend) meine Manuskripte liest und korrigiert, ist immer noch dabei, obwohl sie inzwischen ebenfalls in Portugal lebt und mit ihrem Engagement für den Tierschutz ihren Lebenstraum verwirklicht und eigentlich gar keine Zeit hat.
Ach ja, und nicht zu vergessen: Randolph Kroening hatte seine ersten beiden öffentlichen Auftritte...

– Hat sich die Corona-Krise auch bei Ihrer Arbeit als Autor bemerkbar gemacht?

Corona hat natürlich an etlichen Stellen Einfluss auf meine Arbeit genommen. Um einmal mit dem einfachen Dingen anzufangen: ja, die Reisezeit zwischen Wohnung und Arbeit ist ab März weggefallen, aber ebenso auch für lange Zeit der direkte Kontakt mit der Außenwelt. Ich habe es schon sehr vermisst, nicht mehr mit Kladde und Füllfederhalter an irgendeinem Aussichtspunkt zu sitzen und zu beobachten (und leider ist auch mein schon fast ritueller Besuch alle drei Wochen bei meinem Friseur und guten Freund in Graça weggefallen, für den ich vom Cais do Sodré zu Fuß durch die halbe Lissabonner Altstadt gepilgert bin, nachdem er während des Besuches seiner Familie in Brasilien von Corona überrascht wurde und immer noch dort festsitzt). Genauso wenig sollte man den psychologischen Druck unterschätzen, der sich natürlich auch auf die Kreativität auswirkt. Auf der rein praktischen Seite hat mir die Krise meine Recherchearbeiten speziell in dem Umfeld, über das ich in »Endstation Alcântara« berichte, extrem erschwert. Letztlich ist auch die traditionelle Fototour weggefallen; in meinem letzten Buch habe ich ausschließlich auf mein Archiv zurückgegriffen, weswegen das eine oder andere Bild auch bis zu 10 Jahre alt ist.

– Inzwischen ist mit »Endstation Alcântara« ein neuer Roman aus Ihrer Feder erschienen. Was erwartet Ihre Leser in dem Buch?

»Endstation Alcântara« ist in vielerlei Hinsicht anders als seine Vorgänger. Zum einen bewegt sich das Team von Hauptkommissarin Carina Andreia da Cunha in einem völlig anderen Umfeld als bei den »üblichen« Mordermittlungen, und zum anderen findet der größte Teil der Handlung tatsächlich ohne meine bisherige Hauptperson Carina statt.
Ganz kurz zur Geschichte: für Carina steht aufgrund ihrer Erfolge speziell bei Fällen mit internationaler Beteiligung eine Beförderung nebst Versetzung in eine andere Abteilung an. Zur Vorbereitung wird sie zu einem hochgeheimen Lehrgang ins Ausland geschickt. Kommissar Bruno Lobão übernimmt die Leitung des Teams, doch schon am Tag von Carinas Abreise erscheint deren ehemalige Chefin und verkündet, dass Carinas Team – zugegebenermaßen mit schlechtem Timing, aufgrund ihrer Abwesenheit – von der Abteilung für Organisiertes Verbrechen angefordert wurde, um bei der Aufklärung eines Falls mit höchster politischer Brisanz zu helfen. Konkret ist eine russische Verbrecherin auf dem Weg zu ihrer Auslieferung an die russischen Behörden befreit worden, bevor der Transport den Flughafen erreichen konnte, es hat mehrere Tote gegeben, doch die Situation ist ziemlich verworren und es schein viele Unbekannte zu geben. In diesem ganzen Wirrwarr ist es schwer zu erkennen, wer die Fäden zieht oder auch nur, wer überhaupt wen jagt. Viele schnelle Perspektiv- und Szenenwechsel sorgen für ein ziemlich rasantes Erzähltempo, und wie in jedem Buch der Reihe gibt es auch in »Endstation Alcântara« wieder Einblicke in eine sehr spezielle Welt.

– Der Kriminalroman ist der siebte Band Ihrer Reihe »Im Schatten des Santa Justa«. Wie schaffen Sie es, diese auch nach so vielen Bänden immer noch frisch und abwechslungsreich zu gestalten, ohne in Muster zu verfallen oder sich zu wiederholen?

Ich freue mich natürlich, dass meine Bücher als frisch und abwechslungsreich empfunden werden. Ich denke, ein Grund ist vielleicht, dass jede Geschichte in ihrer eigenen Welt mit ihren ganz speziellen Problemen spielt (Call Center, Eventagenturen, Computer Gaming, Leben mit einer tödlichen Krankheit etc.), sodass Wiederholungen eigentlich ausgeschlossen sind. Dazu kommt noch, dass ich für jedes Buch eine der Nebenfiguren des Teams herausgreife und etwas mehr aus dem persönlichen Leben erzähle. Das natürlich neben der Geschichte Carinas und ihrer eigenen Beziehung. Letztlich ist es auch so, dass ich bei den Recherchen viele Menschen kennengelernt habe, die ihre eigene Perspektive einbringen, so wie Warren Cahill und Acácio Barbosa, die mir vor mehr als drei Jahren viele Einblicke in die Straßenmusikerszene verschafft haben und die in diesem Jahr als Duo »Port do Sol« bei der Talentshow »Portugal Got Talent« abgeräumt haben.

– Warum ist gerade »Endstation Alcântara« für diejenigen, die bisher noch nicht in die Buchreihe hineingeschnuppert hatten, die richtige Gelegenheit, um dies jetzt nachzuholen?

Das ist mir jetzt schon fast etwas unangenehm, aber eigentlich ist »Endstation Alcântara« das einzige der sieben Bücher, mit dem man nicht in die Serie einsteigen sollte. Die Hauptdarstellerin taucht fast gar nicht auf, eine weitere wichtige Person, Carinas beste Freundin Sara, fehlt auch...
Die ersten fünf Teile waren bewusst so angelegt, dass man sie komplett unabhängig voneinander lesen konnte. Es waren abgeschlossene Fälle, ohne größere Rückblenden oder Verweise, wobei es wegen der Entwicklung der Personen natürlich schon besser ist, eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten. Bei Teil 6, »Hundert Jahre Garantie« habe ich das Muster zum ersten Mal durchbrochen, denn auch, wenn es wieder eine in sich abgeschlossene Handlung ist, so ist es doch technisch eine Fortsetzung von Teil 5 »Ferngesteuert«. Mit »Endstation Alcântara« wollte ich einmal etwas ganz Anderes probieren und hoffe, es funktioniert. Teil 8 wird dann wieder »ganz normal«...

– Hauptkommissarin Carina Andreia da Cunha und ihr Team begleiten Ihr Leben nun schon seit vielen Jahren. Was macht die Ermittlerin zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihr und ihrem Team persönlich?

Das wichtigste ist, dass sich Carina – wie auch jedes andere Mitglied des Teams und nicht zu vergessen: der Autor – weiterentwickelt hat. Es sind sehr eigene Charaktere geworden, die auch und vor allem durch ihre Schwächen leben. »Es sind keine »Superbullen«, das wäre fatal, denn das würde jede Geschichte unweigerlich vorhersehbar machen. Carina hat ihre Ecken und Kanten, ohne dabei ein psychisches Wrack oder eine anderweitig verkrachte Existenz zu sein. Dass ihr Verlobter mehrfacher Millionär ist, hat keine drastischen Veränderungen bewirkt.
Das ganze Team ist im Laufe der Zeit zusammengewachsen, was spannenderweise besonders in »Endstation Alcântara« zum Vorschein kommt, in dem Carina eigentlich gar nicht da ist...

– Seit dem Erscheinen von »Auf die Sekunde genau« ist inzwischen mehr als ein halbes Jahrzehnt verstrichen. Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vorher vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Das kommt ein wenig darauf an, wie man »Autorendasein« definiert. Schreiben ist trotz der inzwischen beachtlichen Anzahl von veröffentlichten Titeln immer noch eine Nebentätigkeit. Ich habe einen Vollzeitjob, und wie oben gesagt: seit erst eineinhalb Monaten einen neuen mit völlig neuen Herausforderungen. Allerdings weiß ich auch, dass ich ohne Schreiben nicht mehr leben kann und will, und bewundere an dieser Stelle meine Frau für ihr Verständnis und ihre Unterstützung.
Das Schreiben und Veröffentlichen – speziell als Independent Autor – besteht ja nur zu 50% aus dem Recherchieren und Schreiben selbst (was ich ohne Frage sehr genieße), aber 50% sind reines Handwerk; Layouten, Bildbearbeitung, Covergestaltung, Proofen und das leidige Thema Marketing/Werbung (da bin ich ziemlich schlecht).
Außer über Buchverkäufe freue ich mich z.B. über Kommentare und Anfragen bei FaceBook oder über meine Homepage, und wenn ich mir von den Lesern etwas wünschen dürfte, dann sind es zwei Dinge. Zum einen: mehr Bewertungen auf Amazon etc. Die geringe Anzahl der Bewertungen und Kommentare angesichts immerhin vierstelliger Verkaufszahlen ist schon erschreckend. Autoren brauchen dieses Feedback, das ist, was Autoren verdienen und was sie motiviert, weiterzuschreiben. Zum anderen: Fairness beim Bewerten. Ich habe kein Problem mit Kritik an meinen Texten, man mag sie oder nicht, das ist halt so. Aber einem Autor eine 1-Stern-Bewertung zu geben, weil Amazon bei der eBook-Konvertierung exotische Silbentrennungsvarianten fabriziert, trifft nur den Autor und wird von Amazon nicht einmal wahrgenommen und ändert demzufolge nichts.

– Was können wir von dem Autor Randolph Kroening in der nächsten Zukunft erwarten? Wie und wann wird es mit der Santa-Justa-Reihe weitergehen? Und sind womöglich sogar darüber hinaus bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Natürlich geht es mit »Im Schatten des Santa Justa« weiter. Aktuell arbeite ich am Szenenplan für Teil 8, »Freiheit 144«. Gleichzeitig übersetze ich »Das Vergnügen ist ganz auf deiner Seite«, hier plane ich bis Oktober fertigzuwerden, damit mein englischer Lektor drübergehen kann.
Direkt neue Projekte außer der Fortführung der Reihe möchte ich mir aus Zeitgründen nicht vornehmen. Außer dem Job und dem schreiben gibt es schließlich auch noch Frau und Freunde. Insofern sind die nächsten »Projekte« Grillabende, eine kurze Auszeit im Süd-Alentejo und in der Algarve und ein Salsa-Tanzkurs...
Allerdings habe ich durch die beiden Lesungen im ALFA Literatursalon in Lagoa und im HAPIMAG Resort Albufeira »Blut geleckt«, also sobald die COVID-19 Krise es wieder zulässt, geht es auch an dieser Stelle weiter.

Das Team von Leserkanone.de dankt Randolph Kroening für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Randolph Kroening
Randolph Kroening bei Facebook
»Im Schatten des Santa Justa 7 - Endstation Alcântara« bei Leserkanone.de
»Im Schatten des Santa Justa 7 - Endstation Alcântara« bei Amazon
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