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Cornelia Briend 2 Fans
Herkunft: Deutschland
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Interview: Leserkanone.de-Interview mit Cornelia Briend vom 05.03.2016
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 05.03.2016
In ihrem Roman »Brombeerblut« entführt Cornelia Briend ihre Leser in das Irland des zehnten Jahrhunderts. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die in der Bretagne lebende Autorin über ihren Roman, über den Sprung vom E-Book zum Taschenbuch, über Irland und über die Wikinger.

– Frau Briend, vor einigen Wochen hat der Knaur Verlag Ihren Roman »Brombeerblut«, der mehr als ein Jahr lang ausschließlich als E-Book erhältlich war, als Taschenbuch herausgegeben. Herzlichen Glückwunsch! Was ist es für ein Gefühl, die eigene Arbeit nun endlich auch in den Händen halten zu können?

Es ist ein Gefühl des Staunens und der Dankbarkeit. Diese Geschichte hat über viele Jahre mein Denken bestimmt, hat mich begleitet, beschäftigt und – ja, auch geformt. Als eBook hat sie schon viele Leser erreicht, war aber für andere noch immer ein Mysterium – besonders für mein persönliches Umfeld. In meiner Wahlheimat Frankreich erfährt das eBook noch längst nicht die Popularität und Akzeptanz, die es in Deutschland genießt. Darum war das Buch, das ich angeblich geschrieben hatte, etwas Abstraktes, von dem sich viele nicht recht vorstellen konnten, dass es die Zeit und Mühe wert war. Das nicht Greifbare hat nun dank Knaur eine körperliche Gestalt angenommen, mit der jeder etwas anfangen kann. Man kann es sehen und anfassen, mein Name steht darauf und es enthält tatsächlich eine Menge Buchstaben, wenn auch auf deutsch. Der Aha-Effekt ist unbezahlbar!
Ich freue mich jedenfalls, dass der Roman nun auch jenen Lesern zugänglich wird, die mit dem Medium eBook bisher nicht so vertraut sind oder die nicht auf einem Reader lesen mögen.

– Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem Roman genommen. Könnten Sie unseren Lesern »Brombeerblut« kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Ja, gerne. »Brombeerblut« führt ins Irland des 10. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit ringen zwei mächtige Könige um die Vorherrschaft auf der Insel, und auch die Anführer der kleineren Reiche bekriegen sich untereinander. Meine Protagonistin Ceara ist die Tochter eines solchen irischen Kleinkönigs. Nach alter Sitte wurde sie außerhalb ihrer eigenen Familie, bei Freunden ihrer Mutter in der Normandie, erzogen. Spott über ihr Äußeres und Zurücksetzung haben aus dem schüchternen Kind einen Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl gemacht. In ihrer inneren Isolation findet sie aber einen Weg, sich auszudrücken: Sie wird zu einer guten Zeichnerin. Mit sechzehn Jahren kehrt sie in eine Heimat zurück, die ihr fremd und teilweise unverständlich ist. Gemeinsam mit dem Leser lernt sie, sich allmählich darin zurechtzufinden. Dass sie mit einem Bündnispartner ihres Vaters verheiratet werden soll, nimmt sie als Frau ihrer Zeit als gegeben hin. Doch bald wird ihr bewusst, dass dieser Mann nicht der vertrauenswürdige Schwiegersohn ist, den ihr Vater sich erhofft. Sie wird in die blutige Stammesfehde ihres Volks hineingezogen und fällt verletzt in die Hände ihrer Feinde. Dort begegnen ihr Hass, aber auch der um Verständigung bemühte Heiler Finn. Mit seiner Hilfe beginnt Ceara, sich selbst endlich als achtenswerten Menschen wahrzunehmen, und findet auch den Mut, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und für ihr Glück an der Seite des geliebten Mannes zu kämpfen. Ein Rezensent betont in diesem Zusammenhang netterweise, dass dabei »kein Schnulzenalarm« besteht.

»Brombeerblut« wird aus der Sicht der Heldin erzählt. Die Protagonisten sind, wenngleich einige von ihnen in Quellen belegt sind, keine Großen, die man in Geschichtsbüchern wiederfindet. Die historischen Ereignisse laufen im Hintergrund ab, bedingen und tangieren aber die fiktive Romanhandlung. Ich möchte ein Fenster zum alltägliche Leben aufstoßen, in das die Werte der Menschen im alten Irland einfließen: ihr Ehrbegriff, ihr Stolz auf ihre Abstammung, das Können ihrer Handwerker, Künstler und Gelehrten, ihre einzigartige Gesetzgebung und ihre mythologischen Vorstellungen. Die Handlung spielt an authentischen Stätten im Burren, einer felsigen Region im heutigen County Clare in Westirland.

– Den Begriff »Brombeerblut« assoziiert man nicht unbedingt auf den ersten Blick mit einem historischen Irland-Roman. Was hat es mit dem Titel auf sich?

Bei meiner Heldin Ceara tritt das Phänomen der Synästhesie auf, das heißt, sie verknüpft die Wahrnehmungen unterschiedlicher Sinne miteinander. So, wie manche Menschen beispielsweise Zahlen oder Wochentage farbig wahrnehmen, verbindet sie Klänge und Erinnerungen mit Farben. Die Stimme des Protagonisten Finn hat für sie einen warmen Purpurton – wie Brombeeren in einem Kuchenteig. Und wer den Roman liest, wird feststellen, dass Finn einige Male sein Blut für sie und seine Überzeugungen vergießt.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

In meinen Bücherregalen geht es ziemlich bunt zu. Da steht Alexandre Dumas neben Jane Austen, Daniel Glattauer neben Patrick Dunne und der Beowulf neben J.K. Rowling. Größere Sammlungen habe ich auch von Peter Tremayne, Ellis Peters, J.R.R. Tolkien und Frank Schätzing.

Ich lese sehr viel, und bestimmte Schriftsteller haben mich über die Jahre mehr geprägt als andere. Aber im Grunde ist jedes Buch, das mir als Leserin gefällt, gleichzeitig ein Vorbild für mich als Schreibende. Einfach deshalb, weil es mich überzeugt und für die Dauer des Lesens – und oft sogar darüber hinaus - in seine Welt hineingezogen hat. Das ist es ja, was man sich als Autor wünscht. Aus der Frage »Wie hat der andere das geschafft?« lerne ich also für mein eigenes Schreibhandwerk ständig hinzu.

Mit »Brombeerblut« habe ich das Buch geschrieben, das ich selbst am liebsten lesen würde. Und ich freue mich, wenn Menschen mit ähnlichen Vorlieben – Irland-Liebhaber und Mittelalter-Fans - zwischen den Seiten von BBB auch ein Stückchen ihres Glücks finden.

– In Ihrem Roman entführen Sie Ihre Leser nach Irland und in die Zeit der Wikingerinvasionen. Wie kam es dazu? Was verbindet Sie persönlich mit dem Land und der damaligen Epoche?

Der Auslöser für mein Interesse an Irland war die »Riverdance«-Performance, die mich 1994 so in ihren Bann geschlagen hat, dass ich unbedingt mehr über diese ungewöhnliche Tanztradition und ihr Ursprungsland erfahren wollte. Ich bin also viel auf der Grünen Insel umhergereist und habe begonnen, irische Autoren zu lesen. Ich habe mich intensiv mit der Geschichte des Landes befasst, habe Gälisch-Kurse belegt und durfte mit dem - leider kürzlich verstorbenen - Prof. Michael Herity vom UCD erste Schritte ins Gebiet der Archäologie unternehmen. Auch meinen Traum, den irischen Steptanz zu erlernen, konnte ich mir einige Jahre lang erfüllen. Leider haben die Füße diese enorme Strapaze irgendwann nicht mehr mitgemacht. Ich brauchte ein Ventil für meinen Enthusiasmus, und da hat sich mein anderes Hobby, das Schreiben, ganz von selbst angeboten.

Im Trinity College Dublin ist mir dann ein Büchlein mit dem Titel »Sex and marriage in Ancient Ireland« (Patrick C. Power) in die Hände gefallen, das beschreibt, wie die uralten Brehon-Gesetze delikate Rechtsfragen in Sachen Liebe und Ehe regelten. Eine fesselnde Lektüre, die mich auf einige Ideen gebracht hat! Ich glaube, in dem Moment bin ich kopfüber ins frühe Mittelalter hineingepurzelt wie Harry Potter ins Denkarium. Es war, als hätten mich meine Protagonisten schon lange dort erwartet und nach mir gerufen. In der Biographie des legendären Königs Brian Boru fand sich dann auch der geeignete historische Hintergrund für meine Geschichte.

– Ein auch in Detailfragen wirklichkeitsgetreues Abbild der damaligen Zeit zu erschaffen, klingt verdächtig nach einem enormen Rechercheaufwand. Wie sind Sie die Arbeit an Ihrem Buch angegangen, welcher Aufwand steckt in einem Roman wie »Brombeerblut«?

Warum denn »verdächtig«? Sorgfältige Recherche ist eine Grundvoraussetzung für das Schreiben an historischem Stoff. »Enormer Aufwand« klingt allerdings nach Mühe, geopferter Zeit und schweißtreibender Anstrengung, nach etwas, wovor man sich lieber drücken würde. So möchte ich die zwanzig Jahre des Lesens und Forschens, des Reisens und des Austauschs mit fachkundigen Beratern nicht verstanden wissen. Wenn man einem begeisterten Gärtner sagt: »Puh, so ein Garten macht aber eine Heidenarbeit!«, dann wird er verständnislos gucken, denn er empfindet jeden Spatenstich als tiefe Befriedigung und pure Freude, unabhängig von dem Blumenstrauß, den er vielleicht einmal schneidet. Ich weiß das, denn ich habe selbst zwei Gärten. Mit der Recherche ist es genauso. Sie ist für mich keine lästige Arbeit, die ich nur zielgerichtet im Interesse eines zu schreibenden Romans betreibe, sondern eine tolle, bereichernde Beschäftigung per se, unabhängig vom Schreiben. Ich freue mich über jeden neuen archäologischen Fund, über jede Veröffentlichung, die mir empfohlen wird, über jede einschlägige Internetseite, auf der ich hängenbleibe. Neue Erkenntnisse bringen natürlich auch neue Inspiration mit sich.

BBB ist als Folge und Ausdruck meiner Auseinandersetzung mit der historischen Epoche entstanden. Erst waren also die fachlichen Impulse da, dann kam die Schreibidee. Als ich anfing, war ich einfach nur die Schöpferin meiner eigenen kleinen Buchwelt. Nichts drängte, kein künftiger Leser sah mir über die Schulter. Erst, als die Geschichte zuende geschrieben war, trat der Sprung von der Schreibenden zur Autorin ein. Denn erst in dem Moment war ich für den Blick von außen bereit und hatte den Wunsch nach Lesern, die meine Leidenschaft teilen.

– Inzwischen sind seit dem Erscheinen Ihres Buchs anderthalb Jahre vergangen. Haben Sie seit der Veröffentlichung Eindrücke gesammelt oder gibt es Dinge, die Sie Ihren Lesern mitteilen möchten?

Mein Buch hat in dieser Zeit ein relativ großes Publikum gefunden, das ist das schönste Fazit. Für die engagierten Rückmeldungen in Form von Rezensionen oder anderen Formen des Austauschs in den Netzwerken bin ich meinen Lesern sehr dankbar!

– Was können wir von der Autorin Cornelia Briend in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Nein, Termine in Deutschland kann ich leider nicht wahrnehmen, da ich in der Bretagne lebe und einen Beruf ausübe, der mir keine solche Mobilität einräumt.

Aber gedanklich und schreibend wandere ich weiter durch das alte Irland und halte für alle, die mitwollen, ein Wiedersehen mit ein paar alten Bekannten aus »Brombeerblut« bereit.

Das Team von Leserkanone.de dankt Cornelia Briend für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Cornelia Briend bei Facebook
»Brombeerblut« bei Leserkanone.de
»Brombeerblut« bei Amazon
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