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Barbara Homolka

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Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Barbara Homolka
Interview: Leserkanonen-Interview mit Barbara Homolka vom 24.10.2022
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 24.10.2022
In ihrem Roman »Das Grab am Havre« entführt Barbara Homolka ihre Leser in die Normandie. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über ihre Protagonistin Brigitte und über den Wilden Westen Frankreichs.

– Frau Homolka, vor Kurzem erschien Ihr Roman »Das Grab am Havre«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Das Grab am Havre« ist mein Debüt, deshalb hat mich wohl kaum jemand auf dem Schirm. Zur Handlung: Meine Protagonistin Brigitte, Anfang 50, hat eine tiefe Sinnkrise. Statt ihren Mann Paul mit einer gemeinsamen Reise zu überraschen, schnappt sie sich Hund, ihren in Ehren ergrauten Kater und ebenso betagten VW-Bus und landet schließlich in der Normandie. Doch der Selbstfindungstrip wird zum Abenteuer: Der Border Collie Belmondo gräbt menschliche Überreste aus der Düne und anstatt neue Lebensperspektiven zu entwickeln, begibt sich Brigitte lieber mit ihrem Campingnachbarn Friedrich und der französischen Schäferin Camille auf die Spuren des Unbekannten. Dabei stößt sie auf ein altes Familiengeheimnis.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Wer Krimis von Benjamin Cors, Michel Bussi, Emmanuel Grand oder Fred Vargas liebt, wird sich auch in meinem Mikrokosmos wohlfühlen. So wirklich literarische Vorbilder habe ich nicht, und die Liste der Lieblingsromane ist lang und umfasst längst nicht nur Werke des Krimigenres. Zu meinen Favoriten zählen unter anderem »Der Schatten des Windes« (Carlos Ruiz Zafón), »Hundert Jahre Einsamkeit« (Gabriel García Márquez), »Die hohen Berge Portugals« (Yann Martel), »Die Brandungswelle« (Claudie Gallay) oder »Wie eine Träne im Ozean« (Manès Sperber).

– Tagtäglich erscheinen unzählige neue Kriminalromane, und es ist schwer, aus der breiten Masse herauszustechen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Buchs, wegen denen man unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte?

»Das Grab am Havre« ist kein klassischer Krimi. Ich vermische Krimihandlung, Geschichte, Familiengeheimnis und aktuelles Zeitgeschehen miteinander. Darzustellen, wie die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs bis in die heutige Zeit hineinwirken, war mit wichtig. Zu schreiben, welche Zäsur ein Krieg ist – und welche menschliche, gesellschaftliche und kulturelle Katastrophe, die über Generationen nachhallt.
Der Lokalkolorit aus der Normandie kommt sozusagen als Sahnehäubchen obendrauf. Da ich seit sechs Jahren in der Normandie lebe, atmet der Roman quasi auf jeder Seite den Geruch des Meeres, der Heiden und der Apfelhaine und mitunter auch der Schafsköttel.

– Sollte man einen persönlichen Bezug zu Frankreich haben und die Normandie wie die eigene Westentasche kennen, um größtmögliche Lesefreude an Ihrem Roman zu empfinden, oder ist Ihr Buch auch anderen Lesern empfehlen? Warum ist die Region ein idealer Schauplatz für einen Krimi wie den Ihren?

Nein, die Lesenden sollten nur bereit sein, mit mir und meinen Protagonisten und Protagonistinnen auf die Reise zu gehen. »Bücher lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne«, sagte der Schriftsteller Jean Paul. Aber natürlich hoffe ich, dass die Menschen das Buch lesen und sagen: »Oh, da will ich mal hin.« Ich fühle mich der Region verbunden und möchte das im Roman auch vermitteln.
Ich lebe an der Westküste des Départements Manche, und diese Ecke der Normandie ist wirklich ein bisschen der »Wilde Westen« Frankreichs. Es gibt raue Klippen, endlose Sandstrände, geheimnisvolle Sümpfe, wilde Stürme und Wellen. Und in diesem Eck der Normandie schlummern noch viele Geheimnisse und Geschichten in der Erde, die erzählt werden wollen.

– Was macht Ihre Protagonistin Brigitte zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihr und ihren Weggefährten persönlich?

Das besondere an Brigitte ist wahrscheinlich, dass sie so »normal« ist. Sie könnte meine Schwester sein oder Ihre Nachbarin. Eine Leserin schrieb mir, dass sie sich zum Teil an ihre eigene Lebensgeschichte erinnert gefühlt habe. Brigitte ist nicht die klassische Hobbydetektivin. Ich selber habe während des Schreibens oft mit Brigitte gehadert, wollte ihr gerne etwas mehr Selbstbewusstsein, Entschlussfreudigkeit und mehr »Wumms« mitgeben.
Alle ihre Weggefährten und Begleiterinnen mag ich auf ihre spezielle Art, jeder von ihnen hat etwas »Besonderes«. Manche sind auch etwas skurril, aber trotzdem liebenswert. Mit jedem von ihnen (oder auch allen zusammen) möchte ich gerne einen langen Winterabend am Kamin verbringen, über Gott und die Welt diskutieren, ein vorzügliches Essen genießen und dazu einen Calvados verkosten.

– In Ihrem Bezug nehmen Sie Bezug auf Ereignisse aus dem Jahre 1944. Waren für das Buch daher viele Recherchen notwendig? Welcher Aufwand steckt generell in einem Roman wie »Das Grab am Havre«?

Ja, natürlich steckt in »Das Grab am Havre« sehr viel Recherchearbeit, die vor allem dadurch erschwert wurde, dass es nur noch wenige lebende Zeitzeugen zur Landung der Alliierten in der Normandie gibt. Eine zentrale Rolle nimmt das wirklich gigantische Kriegsgefangenenlager der US-Streitkräfte in Foucarville ein, ein fast vergessenes Kapitel in der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.
Auf der anderen Seite habe ich dann Fakten gefunden, die ich so gar nicht erwartet hatte, die sich dann aber wie von selbst als fehlendes Puzzleteil in den Roman gefügt haben. Ich kann es nur abschätzen: Für die Recherche habe ich genauso lange gebraucht wie zum Schreiben.

– Was können wir von der Autorin Barbara Homolka in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Die ersten Seiten des Nachfolgeromans sind bereits getippt, im Moment stecke ich noch bis über die Ohren in der Recherche, denn auch im neuen Roman verwebe geschichtliche Ereignisse mit der Gegenwart. Die nächste Zeit werde ich eher kleinere Lesungen und Buchspaziergänge zu »Das Grab am Havre« hier vor Ort anbieten. Mal sehen, was die nächsten Monate bringen – ich bin selber sehr gespannt.

Das Team von Leserkanone.de dankt Barbara Homolka für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Barbara Homolka
»Das Grab am Havre« bei Leserkanone.de
»Das Grab am Havre« bei Amazon
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