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Alexander Dawian

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Herkunft: Deutschland
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Interview: Leserkanonen-Mini-Interview mit Alexander Dawian vom 04.01.2023
 
Leserkanonen-Mini-Interview vom 04.01.2023
Im neuesten Werk von Alexander Dawian wird der Frage nachgegangen, was »Das Fundament des Lebens« ist. In einem Mini-Interview beantwortete uns der Autor die wichtigsten Fragen zum neuen Buch.

– Herr Dawian, vor wenigen Tagen haben Sie Ihren neuen Roman »Das Fundament des Lebens« auf die Buchwelt losgelassen. Was erwartet Ihre Leser darin, wovon handelt er?

Der Klappentext sagt dazu kurz und überblicksartig: »Ein spannender Roman mit neuen Sichtweisen und einem Schuss deutlicher Erotik.« Die ungefähre Geschichte steht auch auf der »Klappe« zum Nachlesen. Ich nehme mir hier die Freiheit, Ihnen von dem Buch etwas anders zu erzählen, weniger im Stil der Kurzwerbung, und mit dem Versuch, nicht zu spoilern.

Genauer gesagt handelt es sich bei »Das Fundament des Lebens« um einen auf Spannung ausgerichteten Entwicklungsroman. Diese Kombination funktioniert, weil es zwei Hauptebenen gibt: Zum einen geht es um die Entwicklung der Protagonistin selbst, die ungefähr 40 Jahre alt ist und Anja heißt, und zum anderen um die Aufklärung einer gegen sie gerichteten Intrige in einem Bundesministerium. Auf beiden Ebenen gibt es für Anja konkrete Probleme, die sie sich nicht gewünscht hatte.

Denn Anjas Ehemann, ein Wirtschaftsprüfer, mit dem sie ohnehin zuletzt viel gestritten hatte, wird verhaftet, und Anja darf wegen Verdunkelungsgefahr nicht mit ihm kommunzieren. Anja selbst wird von der Polizei drangsaliert, aber nicht überall, sondern nur in Nordrhein-Westfalen, wo sie sich zu Besuch aufhielt. Sie wird im Ministerium suspendiert - aber niemand redet über einen konkreten, belastbaren Vorwurf. Das Verhältnis zu ihrem fünfzehnjährigen Sohn, der beim Kindsvater wohnt, einem Ex-Partner von Anja, ist so gestört, dass nicht einmal ein Kurzbesuch des Sohnes bei der Mutter ohne Streit enden kann. Von einem Journalisten erfährt Anja, dass ihr Ehemann, ohne ihr dies zu sagen, Sex mit Geschäftspartnerinnen hatte - aus rein beruflichem Interesse?

In dieser Lebenskrise tritt nun unerwartet ein offensichtlich manipulativer Psychologe auf den Plan und erklärt Anja, dass sie ein sexuelles Problem hat. Er hat damit auch Recht, löst aber aus, dass Anja in eine Reihe unumkehrbarer Situationen hineingerät. Irgendwann kann sie nur noch völlig gewinnen oder völlig im Leben scheitern.

Leserinnen und Leser erwartet neben der Spannung auch Erotik, weil Sex sowohl bei der Intrige im Ministerium, über die hier nichts verraten wird, als auch bei Anjas persönlicher Entwicklung eine große Rolle spielt. Sie werden daran knobeln, herauszufinden, wer hier gut oder böse ist, oder vielleicht passen die Romanfiguren, einschließlich Anja, auch nicht in diese schlichten Kategorien. Die Figuren im Roman haben jedenfalls miteinander gemeinsam, dass sie, ohne dabei gleich neurotisch zu sein, auf die eine oder andere Weise nicht der offiziell verlautbarten harmlosen Ethik folgen. Auch Anja hat gute und schlechtere Seiten. Sie ist mit einem messerscharfen Verstand und mit einer sehr guten Intuition ausgestattet. Andererseits ist sie wenig empathisch.

Auch damit hängt zusammen, was sich Anja anhören muss: »Wissen Sie eigentlich, welchen Schock es bei vielen auslöst, dass Sie nicht nur ein komplexes Privatleben führen, sondern dass Sie damit auch noch glücklich sind und kein Problem haben?«

Beim Verfassen des Buches habe ich auf eine leichte Lesbarkeit geachtet, ohne aber beim Niveau Abstriche zu machen. Die Leserinnen und Leser sollen sich schlicht auf die spannende Geschichte konzentrieren können und nicht erst die Sprache dekodieren müssen.

– Warum führt guten Gewissens kein Weg daran vorbei, das Buch so schnell wie möglich zu lesen? An welche Zielgruppe ist es gerichtet?

Die Testleserinnen und Testleser, ihre Zahl war zweistellig, fanden den Roman spannend genug, um viel zu spät ins Bett zu gehen, weil sie weiterlesen wollten. Das Buch verspricht also zunächst einmal gute Unterhaltung. Leserinnen und Leser diskutierten aber auch gern über einige Figuren des Buches und ihr Verhalten und sind in den Roman abgetaucht. Ich wurde nicht gefragt: »Wieso hast du das so geschrieben?« Sondern gefragt wurde ich: »Warum hat sie dieses oder jenes getan?« Für mich war das ein Zeichen, dass sich die Leserinnen und Leser im Buch wiederfanden.

Der Roman wird aber auch inhaltlich überraschen. Die Protagonisten haben oft andere Motive als zunächst angedeutet. Es werden viele Punkte angeschnitten, die zum Nachdenken anregen mögen: Die Grenzen der Macht von Institutionen, vor allem, wenn man Teil von ihnen ist. Versuche, Sexualität, aber vor allem Bisexualität, immer wieder in einen rechtfertigenden Rahmen zu bringen. Der Umstand, dass Geschlechterrollen weiterhin wie selbstverständlich Menschen begleiten. Dass Menschen auch dann, wenn sie eigentlich gar kein Doppelleben führen wollen, sich oft gezwungen sehen, ihr Leben in verschiedene voneinander isolierte soziale Zusammenhänge aufzubrechen. Falsch verstandene und echte Führungsqualität.

Liebhaberinnen und Liebhaber unblutiger Spannungsliteratur werden ebenso ihre Freude haben wie Menschen, die ein Interesse an den Umfeldern haben, einem Ministerium und Swinger-Clubs, oder darauf neugierig sind. Das Buch fand bei Männern ebenso Gefallen wie bei Frauen.

Der Roman erzählt bei erotischen Begegnungen schlicht im Einzelnen an den Stellen weiter, wo andere aufhören. Dies ist auch für die Entwicklung der Geschichte notwendig. Als Zielgruppe ist folgerichtig und entsprechend den in Deutschland üblichen Einstufungen »ab 16 Jahre« angegeben.

– Wie sind Sie auf die Idee gekommen, »Das Fundament des Lebens« zu verfassen, was waren Ihre Inspirationen?

Das Schreiben und Veröffentlichen ist mir nicht neu. Ich verfasse seit Jahrzehnten und unter anderem Namen juristische Fachliteratur, Blogbeiträge und Sachbücher. Das verständliche Schreiben gehört auch zu meinem Hauptberuf; ich bin Volljurist im öffentlichen Dienst. Und nun folgte eben ein Debütroman: Meine Partnerin schreibt Romane, und ich empfand den Schaffensprozess als spannend, und so wurde ich neugierig.

Konkret zu »Das Fundament des Lebens« hat mich ganz besonders eine Figur inspiriert. In dem Fernsehthriller »Bad Banks« gibt es die sehr ungewöhnliche Hauptfigur der Jana Liekam. Wer die Serie schaut, fiebert mit Jana mit, obwohl sie eigentlich alles andere als sympathisch ist. Und bei ihr fehlte etwas, das weiblichen Heldenfiguren sonst gern beigelegt wird: Ein hehres Motiv, oder überhaupt ein Motiv, jedweder Opferstatus, jeglicher Einsatz für irgendetwas Großes oder Ganzes. Weshalb sie sich durch eine Intrige nach der nächsten durchschlägt, wird nicht erklärt, und als sie es einmal gefragt wird, weiß sie es selbst nicht. Die Frage hatte zu den Männern im Film aber interessanterweise gar nicht erst irgendwer gestellt.

Anja ist nun keinesfalls eine Kopie der Jana Liekam, das soll hier niemand missverstehen. Mir wurde anhand der Figur aber klar: Wenn ich einen starken weiblichen Hauptprotagonisten aufbauen möchte, muss die Frau für sich stehen. Es darf keinen äußeren Grund, keinen dominierenden Topos geben, der erklären sollte, wieso sie eben so ist, wie sie ist. Folgerichtig lag es auch nahe, die Protagonistin in meinem Roman eben darum kämpfen zu lassen, sie selbst sein zu können. Damit der äußere Gegner (ist es nur einer?) mindestens ebenbürtig ist, musste er ebenso wenig sichtbar sein, und auch seine Motivlage bleibt nebulös. Wie der Kampf ausgeht - Gewinn, Verlust oder Kompromiss? - bleibt bis zum Ende offen. Das Grundmuster war gesetzt.

Hinzu kamen die entsprechenden Umgebungen. Sowohl Ministerien als auch Swinger-Clubs kenne ich seit vielen Jahren von innen, und allein dieser vermeintliche Kontrast liefert Spannung. Die Schilderungen konnten zudem bis ins Detail realistisch sein. Die gesamte Geschichte mit ihren Figuren ist fiktiv, und die geschilderte Intrige hatte es niemals in Wirklichkeit gegeben. Nebenbei: Gerade die Sex-Szenen sind übrigens überwiegend miterlebt oder aus erster Hand erzählt, auch wenn es mir einige Testleser nicht glauben wollten.

Der Rest entwickelte sich im Schreibprozess; ich habe mich an die bewährte Form der Heldenreise gehalten.

– Mit einigen Wortassoziationen möchten wir unser Mini-Interview zu Ende gehen lassen. Was sind Ihre ersten Gedanken, wenn Sie die folgenden Begriffe lesen?

• Anja Lange: Hauptprotagonistin; zuverlässig; scharfer Verstand; wenig Empathievermögen, was ihr aber zu Mut verhilft; leicht schrullig mit Hang zur lange unterdrückten Sexsucht; bei alledem sympathisch.
• Bisexualität: Weit verbreitet, oft totgeschwiegen; trifft auf wenig gesellschaftliches Verständnis; wird oft mit ungezügeltem Hedonismus gleichgesetzt.
• Selbstfindung: Überanspruchter Begriff; Selbstfindung bedarf einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung als Rahmen; nicht mit Egoismus gleichzusetzen.
• Schemaliteratur: Abweichung davon erfordert Warnhinweise; Völlig legitime Unterhaltungsform der Gebrauchskunst, vergleichbar der Schlagermusik; zumeist vereinfachtes Imitat erfolgreicher Klassiker; verspricht in Masse auch guten Gewinn; .
• Self-Publishing: Kontrolle über den Prozess (etwa: VLB-Eintrag und entsprechende Katalogisierung; Timing); nicht für jede Literatur geeignet (ich veröffentliche das meiste in Verlagen!); es gibt sehr viele falsche Ratschläge dazu; für den Handel objektiv inzwischen so attraktiv wie Verlagsveröffentlichungen, aber es fehlt das vermeintliche »Gütesiegel« eines Verlages. Untergehen kann oder Floppen man im belletristischen Bereich auch bei einem Verlag.

Das Team von Leserkanone.de dankt Alexander Dawian für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Alexander Dawian
Alexander Dawian bei Facebook
Alexander Dawian bei Instagram
»Das Fundament des Lebens« bei Leserkanone.de
»Das Fundament des Lebens« bei Amazon
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