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Dave Cobbler 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Interview: Leserkanonen-Interview mit Dave Cobbler vom 16.05.2022
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 16.05.2022
Mit seinem Roman »Die Tore der Assassinen« eröffnete Dave Cobbler kürzlich seine Reihe »Vortices Spiritus«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über dessen Protagonistin und über das Veröffentlichen in Eigenregie.

Herr Cobbler, vor Kurzem erschien Ihr Roman »Die Tore der Assassinen«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Damit tue ich mich inzwischen etwas schwer. Zu Beginn des Abenteuers »Die Tore der Assassinen«-schreiben hätte ich sofort gesagt: »Ganz klar, ein Urban-Fantasy-Roman. Eine ganz normale Single-Frau stolpert in die Machenschaften einer Vereinigung von Assassinen, die mit mehr oder weniger subtilen paranormalen Methoden hinter einer heutigen Großstadtkulisse ihrem Geschäft nachgehen.«

Tja, so war es am Anfang fantasiert. Nur hat sich einerseits die Geschichte entwickelt und andererseits habe ich - überraschenderweise schon nach so kurzer Zeit - einige Leserinnen begeistern können, für die andere Aspekte genauso interessant sind. Momentan wird es als humorvoller Urban-Fantasy-Krimi mit einem Hauch von Frauenstory umrissen, da auch die Nebenfiguren mit ihren Handlungssträngen eine Eigendynamik entwickelt haben, die offenbar das Salz in der Suppe ausmachen. Nicht nur die Protagonistin Palina Solowjowa hat ihren Weg zu finden. Die beiden Kriminalermittler, die Mädelsgruppe, die Assassinen-Gilde, die Bruderschaft der Wächter, ... war in dieser Form eigentlich nicht geplant. Es freut mich, dass es so gut ankommt und ich würde auch gerne sagen: »Klar, das habe ich alles so von Anfang an geplottet, ...« Aber ich bin nur der Erzähler. Meine Figuren leben das Leben.

Ich würde an dieser Stelle gerne auf Rezensionen der Leserkanone verweisen. Aber noch konnte ich hier keine finden. Dafür ist das Buch zu neu. Aber bis dahin kann sich die potenzielle Leserin mit denen auf den anderen Portalen behelfen.

Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie »Die Tore der Assassinen« ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Es gibt vielleicht ein anderes Buch mit ähnlichem Plot und Ideen. Nur habe ich es nicht gelesen und kann jetzt nicht sagen: »Autor x y hat schon den Roman z geschrieben. Die Vortices Spiritus Reihe ist so ähnlich. Wenn ihr sein Buch gelesen habt, ...« Tragischerweise haben leider auch die Autoren, die ich gerne lese, andere Bücher geschrieben. Natürlich habe ich als Fantasy Fan »Herr der Ringe« mehrfach gelesen. Douglas Adams habe ich auch gerne gelesen. Walter Moers auch. Alles nun wirklich nicht Urban-Fantasy im Sinne der »Vortices Spiritus«-Philosophie. Neil Gaiman finde ich sehr sympathisch und als Autor interessant, kann aber mit seinen Büchern leider(!) nicht so viel anfangen. Wenn man sich wirklich strecken will, findet man vielleicht Ähnlichkeiten bei Neal Stephenson. Was ich von Lukianenko gelesen habe, hat mir gefallen, ähnelt aber auch nicht.

Murakami las ich zuletzt sehr gern, dessen Bücher für mich durchaus auch Urban-Fantasy-Elemente enthalten. Allerdings ziehen mich seine Bücher aus irgendeinem anderen Grund in ihren Bann, den ich noch nicht ergründen konnte, obwohl ich darüber schon intensiv nachgedacht habe. Er würde es wahrscheinlich auch schaffen, eine Stadtführung so zu schreiben, dass ich einfach immer weiterlese und gar nicht weiß, warum. Eine beneidenswerte Fähigkeit, die ich sehr gerne hätte. Aber eine wichtige Sache meine ich von Murakami mitgenommen zu haben: Als Autor einfach sein Ding machen und die Geschichte, die man erzählen will, so zu erzählen, wie sie erzählt werden will.

Tagtäglich erscheinen unzählige neue Fantasyromane, und es ist schwer, aus der breiten Masse herauszustechen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Buchs, wegen denen man unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte?

Ich denke, das wird am deutlichsten klar, wenn ich erkläre, was für mich daran so besonders ist, dass ich den Aufwand treibe, diese Geschichte festzuhalten, statt einfach in einen Laden zu gehen und mir ein entsprechendes Buch zu kaufen. Was treibt mich also zu diesem ökonomischen Wahnsinn? Mich treibt die Frage um, wie paranormale Aspekte realistisch in unserer alltäglichen Welt existieren könnten, wie normale, durchschnittliche Personen - hier unter uns -, die damit konfrontiert werden, sich ihren Weg hindurchbahnen müssen. Wenn Sie so wollen, versuche ich Paranormales mit unserer Welt zu verweben, sodass sich der Leserin der Gedanke aufdrängt: »Hinter der Wohnungstür der Nachbarin kann gerade genau das passieren.«

Meinen Freunden und Bekannten, die sagen: »Klingt spannend. Ist genau mein Ding. Der Titel klingt schon spannend. Und das Cover von Joyce Summer ist genial«, bremse ich allerdings grundsätzlich und sage: »Bitte kauf jetzt nicht das Buch, weil wir befreundet sind. Lies dir zuerst die Rezensionen durch und die Leseprobe. Und wenn es dich dann immer noch reizt ...«. Und das gilt natürlich für alle Leserinnen. Für mich ist der wichtigste Lackmustest bei einem mir unbekannten Autor immer: Finden es auch andere gut, die ähnlich ticken wie ich? Was sagen die dazu? Lese ich doch mal den Klappentext und die ersten Seiten.

Was macht Palina Solowjowa zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihr persönlich?

Ich bin kein Freund von Superkräften. Das hat für mein Verständnis etwas Unsportliches. Bei mir sind eher subtilere Kräfte am Werk, die durchaus keine Selbstgänger sind und ihre Tücken haben. Mein Herz schlägt mehr für den Underdog. Ich freue mich, wenn ein Underdog mit seinen relativ schwachen Mitteln einen Weg findet, am Ende einen Erfolg zu erzielen. Ich mag den Gedanken, dass es auch mir passieren könnte. Was für ein Abenteuer wäre das!

Palina Solowjowa ist eben keine besondere Figur und paradoxerweise macht gerade das und wie sie damit umgeht für mich ihre Besonderheit aus. Ich hoffe, Palina wird ihren Weg finden. Ja, sie ist mir ans Herz gewachsen. Aber ich kann es leider noch nicht mit Bestimmtheit sagen. In einem Insta Kommentar hat es die Buchbloggerin testengel auf den Punkt gebracht:

...
Also ich liebe die Charaktere und kann mich sehr gut in sie hinein versetzen! Gerade diese »normalen, klischeehaften« Ereignisse sind es, die das Buch so glaubhaft machen! 👍
...

Das Buch bildet den Auftakt zur Serie »Vortices Spiritus«. Auf wie viele Bände ist die Reihe angelegt? Wird darin eine durchgehende Story erzählt werden, oder wird es sich um abgeschlossene Einzelromane handeln? Und ist es nicht riskant, gleich eine ganze Buchreihe zu planen, wenn man im Vorhinein noch gar nicht einschätzen kann, wie der erste Band bei der Leserschaft ankommt?

Aus dem realen Wahnsinn des Autorendaseins geplaudert: Es war nie als Serie gedacht. Ich hatte einfach eine Geschichte mit einer Fragestellung, die mich umtrieb, im Kopf und habe angefangen, sie zu erzählen. Die Charaktere der Geschichte haben dann ihr Eigenleben entwickelt und die Handlungsstränge eine Eigendynamik bekommen. Ja, obwohl ich vorher geplottet habe. Aber so ist es im Leben nun einmal. Meine Figuren und die Ereignisse hatten beim Schreiben ihre eigenen Vorstellungen. Während mancher Schreibeinheiten hatte ich das Gefühl, ich würde auch nur zuschauen, was die nun schon wieder anstellen und war selber gespannt, wie es weitergeht. Manche würden es als Flow bezeichnen. Ich bezeichne es einfach als »Spaß am Schreiben«.

Es ist keine ökonomische Planung im Spiel gewesen, in dem Sinne: Mach da eine Serie mit 2xx Seiten draus, dann ist der Gewinn maximal. (Wie es leider immer häufiger zu sehen ist.) Eigentlich bin ich auch nur ein Leser meiner eigenen Serie und habe diese Brille auf. Und ich brauche einfach den Raum und die Tiefe, um in die Geschichte eintauchen zu können. Die Realität hat mich diesbezüglich dann das erste Mal schmerzlich eingeholt, als ich nach 550 Standardseiten feststellen musste: Hier muss ein zweiter Band beginnen, sonst wirst du es als Selfpublisher nicht veröffentlichen können. (Das zweite Mal holte sie mich ein, als ich - angeblich aufgrund hoher Papierpreise - diese 550 Seiten mit diversen Layoutkniffen auf 396 komprimieren musste, damit der Preis für den Taschenbuchleser fair bleibt, ohne dass ich noch draufzahle. Die Leserin des Taschenbuchs möge mir verzeihen, dass die Schrift nun einen Hauch kleiner und die Layoutrichtlinien für Ränder und Zwischenseiten nicht eingehalten wurden und sich stattdessen darüber freuen, dass sie mehrere Euro spart.)

Sie haben Ihr Buch ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Mein Verlangen, bei Verlagen Klinken zu putzen, um dann mit viel Glück und unter Verzicht auf Mitsprache an diversen Stellen 1½ Jahre Vollzeitarbeit für anteilig 50-60 Cent pro verkauftem Buch zu verscherbeln, hielt sich stark in Grenzen. Wer nun denkt: »Klar, der liebe Herr Selfpublisher sitzt lieber auf der Veranda seines güldenen Traumschlosses.«, der möge gerne die frei zugänglichen Tantiemenrechner der Direkt Publisher im Webbrowser seiner Wahl aufrufen und ein bisschen damit rumspielen ... . Ich sage es einmal so: Wer mir einen Kaffee spendiert, lässt immer noch mehr Geld bei mir, als wenn er ein Buch kauft - auch als Selfpublisher. Es gibt noch so einiges, was meine Schriftstellerkolleginnen und ich erlebt haben, das ich zu dem Thema sagen könnte, aber das würde diesen Rahmen sprengen.

Ob ich Verlage in der heutigen Zeit noch für nötig halte? Tragischerweise - Ja, aber nur, wenn sie ihrer Rolle dem einzelnen Schriftsteller gegenüber auch gerecht werden. Das wäre aber bidirektional mit den Verlagen zu klären. Für den Leser, also auch mich, habe ich an dieser Stelle nur diese Botschaft: Es gibt einige Bücher von Selfpublishern, die sich in Originalität und Lesevergnügen nicht hinter denen von Verlagsautoren verstecken müssen. Und es gibt einige Bücher von Verlagsautoren, die bereiten keine Lesefreude. Am Ende geht es doch nicht darum, ist es ein Verlagsautor oder ein Selfpublisher, sondern gefällt mir die Geschichte und zieht sie mich in ihren Bann.

Was können wir von dem Autor Dave Cobbler in der nächsten Zukunft erwarten? Wie und wann wird es mit »Vortices Spiritus« weitergehen? Und sind womöglich sogar darüber hinaus bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Die ersten Leserinnen und Buchbloggerinnen haben mich auch schon gefragt: Wann kommt denn nun der nächste Band?

Ein guter Teil vom nächsten Band ist schon geplottet. Aber ich muss momentan noch die Werbetrommel rühren. Die erste Lesung am 24.6. in Burg wird gerade angekündigt. Der Selfpublisher muss sich um alles selbst kümmern. Ich hänge mich einmal aus dem Fenster und schätze, dass ich Mitte des Jahres (2022) mit dem Schreiben beginnen kann und jetzt, wo ich wenigstens so ungefähr weiß wie der Hase als Selfpublisher läuft, mit dem nächsten Band bis Mitte nächsten Jahres (2023) fertig werde. Allerdings kann ich nicht versprechen, dass, wenn der Plot steht, sich meine Figuren daran halten. Sie haben halt ihr Eigenleben. Ich bin schon gespannt.

Das Team von Leserkanone.de dankt Dave Cobbler für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
»Die Tore der Assassinen« bei Leserkanone.de
»Die Tore der Assassinen« bei Amazon
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