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Marie von Stein 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Marie von Stein
Facebook: Kalletalkrimi
Instagram: marie.von.stein
Interview: Leserkanonen-Interview mit Marie von Stein vom 05.12.2021
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 05.12.2021
Mit »Elfenborn« und »Hexenweib« hat Marie von Stein bereits zwei Bände ihrer Reihe »RegenbogenReigen« veröffentlicht. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über die Bücher, über Zeitreisen und über das Kalletal.

Frau von Stein, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Hexenweib«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es und die zugehörige Reihe »RegenbogenReigen« unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

In den Zeitreiseromanen ist der Regenbogen ein Zeichen, das zwei junge Frauen aus zwei Jahrhunderten und die historischen Ereignisse verbindet. Die Jahrzehnte im 17. Jahrhundert nach dem 30jährigen Krieg sind Zeiten des Umbruchs und Zeiten des Aufbruchs. In der Vergangenheit ist es Anna, die ihren Platz finden muss in einer Gesellschaft, in der Frauen wenig zu sagen hatten. Und im Heute ist es ihre Nachfahrin Susanna. Beide verbindet ihr Schicksal und nur gegenseitig könnten sie sich retten. Nur wie? In Teil 1 »Elfenborn« zeigt sich ein möglicher Weg.
Und der zweite Teil »Hexenweib«? Das ist eine Geschichte von der Hexenverfolgung, kleinen Mädchen und großen Brüdern und dem Schweigen, das alles nur noch schlimmer macht. Und Anna und Susanna wieder mittendrin.

Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihre Reihe ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Hui, das ist eine schwierige Frage ... Wenn ich so nachdenke, da fallen mir Barbara Erskine mit ihren fantastischen und historischen Romanen ein. Natürlich auch Victoria Holt mit all ihren Pseudonymen. Dann auch Kerstin Gier, die ebenfalls ihre Figuren in andere Zeiten reisen lässt. Und literarische Vorbilder? Na klar. Um immer besser zu werden, da versuche ich die Methoden von Stephen King zu verstehen und auch anzuwenden. Die Autorin, die für mich einfach wunderbare historische Romane schreibt, das ist Rebecca Gablé. Am liebsten lese ich selbst Regionalkrimis und natürlich auch Romane zu sozialen Themen. Themen, über die ich auch selbst schreibe. Ob Sabine Kornbichler, Eva Almstädt, Christine Drews, Charlotte Link, J.D. Robb oder zum Entspannen Mary Higgins Clark: alles Autorinnen, bei denen ich zugreife, sobald eine Neuerscheinung auf dem Markt ist. Mein Lieblingsroman jedoch ist und bleibt »Die Wand« von Marlen Haushofer.

Was ist aus Autorinnensicht der große Reiz am Zeitreisethema?

Diese Verbundenheit von Familien über die Jahrhunderte hinweg, das hat mich fasziniert. Für mich war es wichtig, beide Zeiten in einem Roman zu verbinden. Und dann die Auswirkungen, die ein Eingriff in eine andere Zeit bedeuten könnte. Ich konnte mich über die Physik hinwegsetzen, die Wissenschaft ausblenden, und so meine Figur aus dem Heute sich im 17. Jahrhundert umblicken lassen. Das war so toll. Pure Fiktion - und es hat so viel Spaß gemacht.

Was macht Anna Callendorp und Susanna Kallen zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Beide Frauen stehen für Menschen, die füreinander da sind, füreinander einstehen. Ihnen ist ihr Gegenüber wichtig, unabhängig von Stand oder Religion oder Geschlecht. Beide haben es in ihrem Leben nicht leicht, trotzdem geben sie nicht auf, suchen sich Hilfe, um gemeinsam gegen die zu kämpfen, die ohne Rücksicht gierig und egoistisch ihr Ding durchziehen. Ich mag an beiden, dass sie sich wehren, sich nicht wegducken oder verstecken. Und dass sie sich um die kümmern, die eben nicht die Kraft und die Möglichkeit haben, selbst für sich einzustehen.

Wie haben Sie es geschafft, die Jahre 1669 und 1670 in Worten lebendig werden zu lassen? Waren für das Buch viele Recherchen notwendig? Welcher Aufwand steckt generell in einem Roman wie »Hexenweib«?

Ganz ehrlich? Ich hatte diese Geschichte, gerade die, die nach 1648 spielte, im Kopf und habe sie Szene für Szene, jedoch nicht der Reihe nach, geschrieben. Erst Anfang, Ende und Mitte und dann all die Kapitel, die dazwischen nötig sind, um alles rund zu haben, eine spannende Geschichte erzählen zu können. Dabei habe ich all das, was im Jetzt und all das, was im Damals spielte, zusammengefasst. Alle Zeiten durcheinander, das klappte nicht, da konnte ich mich nicht auf die unterschiedliche Sprache konzentrieren. Was im 17. Jahrhundert geschah konnte ich so schreiben, weil ich mich auf diese etwas ältliche Art zu sprechen immer wieder einließ. Wörter, bei denen ich unsicher war, ob man sie damals überhaupt schon kannte, habe ich nachträglich nachgeschaut. An manchen Tagen - oder besser Nächten, denn dann entstehen meine Manuskripte - war es ein ewiges Tippen, Nachlesen, Tippen, Prüfen. Auch, wenn ich mir die Kleidung vorstellen musste, habe ich das nachgeschlagen, ob das so sein könnte. Genauso wie der Ackerbau in der Zeit ... Ja, es waren sehr viel Recherchen nötig - einfach, um eine passende Umgebung, eine nachvollziehbare Handlung zu erzählen. Die Hauptschreibzeit dauert bei mir etwa zwölf Wochen, dann kommen noch die Betaleser - also Kollegen, die mal drüber gucken, ob alles stimmig ist -, danach der Lektor und zuguterletzt die Gestaltung des Buchblock, der dann an die Druckerei geht. Insgesamt also ein halbes Jahr. Da ich aber nur ein, höchstens zwei Bücher pro Jahr herausgebe, sieht man schon, dass ich mir viel Zeit lassen kann, damit die Geschichte im Kopf sich entwickelt.

Weshalb ist das Kalletal im Lippischen Bergland ein besonders gut geeigneter Romanschauplatz? Sollte man aus der Gegend stammen oder einen persönlichen Bezug zur Region haben, um größtmögliche Lesefreude an Ihrer Reihe zu empfinden?

Es ist die Natur, die mich hier so begeistert. Dieses Leben zwischen Wiesen, Äckern, Wild und Wald, wie ich es gerne in meiner Biographie umschreibe. Eine Region, wo man sich noch auf der Straße grüßt, wenn man sich begegnet und sich doch gar nicht kennt. Kein Aneinandervorbeilaufen, kein gequältes zur Seite gucken. Gerade im Unterhaltungsroman findet sich das Kalletal noch viel zu selten, dabei gab es auch hier wichtige Anstöße, die die Gesellschaft der frühen Neuzeit - nach dem 30jährigen Krieg - vorangebracht haben. Ob es nun die Weserschifffahrt oder die Leinenweberei oder auch die Wanderarbeit der Ziegler war. Man muss nicht aus der Region kommen, um sich mit den Geschichten, die ich erzähle, wohlzufühlen. Die Kraft, die Wünsche, die meine Figuren ausstrahlen, die gibt es auch in anderen Gegenden, doch ich wollte sie aus der lippischen Sicht erzählen. Immer wieder dieselben Schauplätze in Romanen, das ist doch fad. Und hier komme ich her, hier kenne ich mich aus.

Sie haben Ihre Bücher ohne einen Verlag in Eigenregie via »tredition« veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit klassische Verlage überhaupt noch für nötig?

Als ich damals in 2015 mit den Kalletalkrimis begann, war ich froh, im Selbstverlag zu veröffentlichen. Ich war wesentlich schneller und konnte mit meinen sozialen Themen auf das reagieren, was gesellschaftlich Thema war. Wenn ich nur an das Thema Landtagswahl denke. Da kam mein Roman kurz vor der NRW-Wahl raus und eine Szene wurde plötzlich real. Da saß ich vorm Fernseher und staunte, denn das hatte ich nicht erwartet. Klar, es war der Zeitfaktor, der mich damals antrieb, denn ich wollte keine zwei Jahre auf den Erscheinungstermin warten. Doch klassische Verlage, gerade die großen Publikumsverlage, die locken mich schon. Allein die Unterstützung durch ein Lektorat schon von Beginn an, die Werbemaßnahmen, keine Kosten für Fachleute, Drucksatz ... so einiges an Aufwand wird einem abgenommen. Doch ich verzichte auch auf Vieles, gerade, wenn ich kein Bestsellerautor bin. Meine Buchtitel zum Beispiel, auf die hätte ich ungern verzichtet, denn jeder Titel drückt auch etwas von der Geschichte aus. Die Titel gehörten zu mir. Meine Themen sind auch sehr speziell und für große Verlage nicht so interessant, weil auch auf dem Markt zu riskant. Aber generell bin ich froh, dass es klassische Verlage noch gibt und hoffentlich noch lange geben wird. Sie kanalisieren das Angebot unter einem Dach und man entdeckt als Leser leichter neue interessante Bücher.

Was können wir von der Autorin Marie von Stein in der nächsten Zukunft erwarten? Wird es mit »RegenbogenReigen« noch weitergehen? Und sind womöglich darüber hinaus bereits neue Buchprojekte in Planung?

Na klar, ohne Schreiben kann ich nicht. Derzeit ist der dritte Teil von RegenbogenReigen in Arbeit. Ob es eine Verbindung zu einem neuen Kalletalkrimi geben wird? Mag sein. Sechs Kalletalkrimis gibt es ja schon und für die Sparfüchse unter meinen Leser sind vor kurzem auch zwei Sammelbände mit jeweils drei Teilen herausgekommen. Mal schauen, so ein neuer Kalletalkrimi? Es geschieht doch so einiges, wovon man erzählen sollte. Wovon ich erzählen muss. Was meine »Amtsschimmelflüsterer« der Soko Sozial im fiktiven Badenhausen lösen müssen.

Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Leider nein. Von Zeit zu Zeit stelle ich auf meiner Facebook-Seite eine kurze Lesung online, weitere Planungen stehen noch aus.

Das Team von Leserkanone.de dankt Marie von Stein für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Marie von Stein
Marie von Stein bei Facebook
Marie von Stein bei Instagram
»RegenbogenReigen 1 - Elfenborn« bei Leserkanone.de
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»RegenbogenReigen 2 - Hexenweib« bei Leserkanone.de
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