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Patrick Baumann 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Patrick Baumann
Twitter: @pbaumann
Facebook: Patrick.Baumann.Autor
Instagram: _patrickbaumann_
Interview: Leserkanonen-Interview mit Patrick Baumann vom 28.09.2021
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 28.09.2021
In seinem Thriller »2040: Tag der Deutschen Einheit« entführt Patrick Baumann seine Leser in ein zukünftiges Berlin. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über ein dystopisches Deutschland-Szenario und über das Veröffentlichen in Eigenregie.

Herr Baumann, vor Kurzem erschien Ihr neuer Thriller »2040: Tag der Deutschen Einheit«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Das Buch spielt komplett im Jahr 2040 in Berlin. Ich habe eine düstere, dystopische Variante von Berlin gewählt: Eine extrem rechte Partei regiert Deutschland, wirtschaftlich und technologisch hat sich Deutschland nicht gut entwickelt; auch die weltweiten Probleme wie z. B. der Klimawandel haben sich verschärft. Vor diesem Hintergrund gerät der ehemalige Neuköllner Clan-Gangster und heutige Kioskbetreiber Paul Kanter in Verdacht, seine Freundin angegriffen und schwer verletzt zu haben. Bei dem Versuch, sich von diesem Verdacht reinzuwaschen, gerät er in eine politische Verschwörung ungeheuren Ausmaßes und mit Verbindungen zu Kanters Vergangenheit.

Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich lese sehr gerne düstere Thriller und Hard-Boiled-Krimis im Stil von Dan Winslow, Adrian McKinty, James Ellroy, um nur ein paar zu nennen, an denen ich mich beim Schreiben meines ersten Romans auch orientiert habe. Auch wenn ich nicht behaupten möchte, dass ich deren Meisterschaft auch nur annähernd erreiche :) Gefallen dürfte das Buch auch Lesern, die sich gerne fragen: Was wäre wenn? Robert Harris »Vaterland« fällt mir da zum Beispiel ein. Und auch Leser, die gerne über Berlin lesen und Krimis aus den Goldenen Zwanzigern (Volker Kutscher / Babylon Berlin) mögen, denn die 1920er haben mich zu meinem Thriller inspiriert.

Heutzutage gehen viele Autoren und Verlage großzügig mit dem Begriff des »Thrillers« um und bezeichnen auch einfachste Krimis bereits als Thriller, da die Schublade vermutlich mehr Zugkraft beim Leser hat. Was macht Ihren Thriller zu einem »richtigen« Thriller?

Das ist eine sehr berechtigte Frage. Es kommt sicher auf die Definition an. Die knappste Definition bzw. Unterscheidung zwischen Krimi und Thriller habe ich mir so gemerkt und auch auf mein Buch bezogen: Im Krimi ist der Protagonist in seinem Wissen dem Leser überlegen, weiß also schon mehr als der Leser. Im Thriller ist es umgekehrt. Das ist in meinem Buch auf jeden Fall so; der Leser erkennt schon Zusammenhänge, als Paul Kanter noch völlig im Dunklen tappt. Das erste Viertel meines Buches ist sicher nicht so thrillerhaft, es geht nicht gleich in vollem Tempo los. Aber das Tempo zieht nach und nach an und ist am Ende schon spannend (»thrilling«) genug, um in die Gattung zu passen. Das finden übrigens auch die meisten Leser, von denen schon etliche gestanden haben, dass sie das Buch einfach nicht weglegen konnten :)

Wie kamen Sie auf die Idee, ein dystopisches Bild von Deutschland zu zeichnen, was waren Ihre Inspirationen? Für wie realistisch halten Sie es, dass es binnen zwanzig Jahren zu den von Ihnen beschriebenen Veränderungen kommt?

Ich habe ca. 2015/16 mit dem Aufkommen der AfD in Deutschland viele Parallelen zwischen dem Berlin (und Deutschland) der 1920er Jahren und dem heutigen Berlin gesehen. Auf der einen Seite war und ist Berlin eine weltoffene, diverse Stadt, in der jeder tun und lassen kann, was er oder sie möchte. Es gab damals und gibt heute viel Kunst, Kultur, Nachtleben, Sex, Drogen etc. Und gleichzeitig prallen die politische Linke und Rechte immer härter aufeinander. Ich habe mir dann überlegt, was wäre, wenn sich Deutschland in den nächsten zwanzig Jahren ähnlich entwickeln würde wie damals? Und wenn wieder eine rechte Regierung versuchen würde, die Demokratie auszuhebeln? Ich persönlich halte diese Entwicklung für eher unwahrscheinlich, aber nicht für unmöglich. Insofern ist mein Buch nicht nur ein unterhaltsamer Zeitvertreib (und das soll es primär sein), sondern auch eine Warnung, wie es kommen könnte, wenn wir nicht aufpassen.

Was macht Paul Kanter zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm persönlich?

Paul Kanter ist kein Held. Er ist eigentlich ein guter Mensch, der in seinen jungen Jahren allerdings viele schlechte Dinge getan hat bis hin zu einem Todesfall, den er zu verantworten hat. Seine Schlussfolgerung war irgendwann, sich aus dem Leben so gut es geht zurückzuziehen, um nur keinen Schaden mehr anzurichten. Er lebt vor sich hin. Und dann gerät er in diese Geschichte, die ihn dazu zwingt, doch wieder Verantwortung zu übernehmen, und zwar natürlich für die gute Sache. Und das, obwohl er sich lange dagegen wehrt und einfach nur versucht, sein ruhiges Leben wiederzubekommen.

Sie haben Ihren Thriller ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Als ich das Projekt, meinen ersten Roman überhaupt, begonnen habe, hatte ich immer den Plan, das Manuskript natürlich Verlagen anzubieten und Self-Publishing nur in der Hinterhand zu haben, falls ich keinen Verlag finde. Ich hatte bereits Erfahrungen mit selbst verlegten Fachbüchern, bin generell ein großer Freund davon und sehe viel Potential. Als es dann soweit war, mein Manuskript anbieten zu können, habe ich mich gleich fürs Self-Publishing entschieden, und zwar aus den folgenden Gründen: 1. Ich hatte keine Lust, noch 2-3 Jahre zu warten, bis mein Buch erscheint (Verlagssuche + Corona-bedingter Publikationsstau + lange Planung bei Verlagen). 2. Ich finde den Tantiemenanteil bei Verlagen zu niedrig. Zwar kann ein Verlag viel mehr als ein Self-Publishers verkaufen, wenn er das Buch gut promoted, das ist aber nicht garantiert, schon gar nicht bei Newcomern.
Generell finde ich durchaus, dass Verlage heute unter dem Erklärungsdruck stehen, welche Leistung den enormen Anteil rechtfertigt, den sie an den Erlösen eines Werkes erhalten (das betrifft nicht nur Verlage, sondern auch andere in der Wertschöpfungskette). Obwohl ich diesen Anteil nicht grundsätzlich in Abrede stellen will. Wo es sicher von Vorteil ist, in einem renommierten Verlag veröffentlicht zu werden, ist, was das Standing bei etablierten Medien und auch bei größeren Blogs, Podcasts etc. des Literaturbetriebs angeht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es viele Redaktionen gibt, die generell keine SP-Werke rezensieren würden (es sei denn, diese sind bereits sehr erfolgreich). Da habe ich allerdings keine großen Erfahrungen. Ich würde auch nie ausschließen, mit einem Verlag zu arbeiten. Ich habe mich nur dieses Mal so entschieden. Ich kann mir auch vorstellen, dass ich bei Verlagen später leichter unterkommen kann, wenn ich vorher als Self-Publisher bereits gezeigt habe, dass meine Arbeit Leser findet wenn ich das dann noch möchte.

Was können wir von dem Autor Patrick Baumann in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Für mich war dieser erste Roman vor allem ein Experiment. Ich wollte erstens wissen, ob mir die Tätigkeit des Romanschreibens überhaupt gefällt, und zweitens, ob ich das Handwerk lernen kann. Beides beantworte ich mittlerweile mit ja. Ich will also unbedingt weitere Romane schreiben. Neue Projekte sind noch nicht konkret in Planung, aber ich habe schon ein paar Ideen, die in eine eher andere Richtung gehen. Aber auch eine Fortsetzung von »2040 Tag der Deutschen Einheit« ist denkbar. Was Termine angeht: Ich werde am 16. Oktober 2021 auf dem Self-Publishing-Day in Düsseldorf sein und freue mich, dort Kollegen und Leser zu treffen. Weitere Termine gibt es derzeit nicht, ich werde aber sicher Lesungen und vor allem Online-Lesungen veranstalten. Am besten abonnieren Interessenten meinen Newsletter unter www.patrick-baumann.de/2040 oder folgen mir auf Instagram oder Facebook.

Das Team von Leserkanone.de dankt Patrick Baumann für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Patrick Baumann
Patrick Baumann bei Twitter
Patrick Baumann bei Facebook
Patrick Baumann bei Instagram
»2040 - Tag der Deutschen Einheit« bei Leserkanone.de
»2040 - Tag der Deutschen Einheit« bei Amazon
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