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Lazarus Pi 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Lazarus Pi
Interview: Leserkanonen-Interview mit Lazarus Pi vom 05.09.2021
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 05.09.2021
Im Juli ist der Roman »Die Prinzessin von Kyrth« von Lazarus Pi erschienen. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über erotische High Fantasy und über das Veröffentlichen in Eigenregie.

Lazarus Pi, vor Kurzem erschien Ihr Roman »Die Prinzessin von Kyrth«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Wir verfolgen den abenteuerlichen Lebensweg der Kapitänin Lylana Qi'Lynn, die in der magischen Welt Gaia zunächst vom Erfolg verwöhnt wird: Sie kehrt gerade von einer höchst einträglichen Handelsreise zurück - und obendrein ist schon für den nächsten Tag die Hochzeit mit ihrer großen Liebe Iavo geplant!
Aber je größer der Erfolg, desto zahlreicher die Neider. Lylana fällt einer Verschwörung zum Opfer, die zum Ziel hat, sie als Sklavin zu verkaufen und so ein für alle Mal aus dem Weg zu räumen.
Doch ihre Übeltäter haben die Rechnung ohne den weisen Baba Arefi gemacht, ein Wasserwesen mit seltsamen Fähigkeiten. Und so entwickeln sich die Dinge für ALLE Beteiligten ganz anders als erwartet...

Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Mein Roman spielt in einer ganz anderen, komplexen Welt, gehört also zur High Fantasy. Dieses Genre teilt er mit Tolkiens »Der Herr der Ringe«, der seinerzeit meine Einstiegsdroge bildete und die Gattung über Jahrzehnte prägte - bis zum heutigen Tag. Ja, ich bewundere Tolkien - bei aller Kritik, die man aus heutiger Sicht erwähnen kann und sollte, hat er bleibende Maßstäbe gesetzt. Allerdings wollte ich nicht den tausendundersten Roman über Elben und Orks schreiben. Wobei es da sicherlich sehr gute gibt, aber das war nicht meins. Lieber schuf ich mir meine ganz eigene Welt mit ihrer eigenen Vielfalt an Wesenheiten, aus deren Miteinander (oder Gegeneinander) sich spannende Intrigen, Liebesgeschichten und Kriege ergeben.
Und dann ist da natürlich der erotische Aspekt. Fesselungen spielen eine wichtige Rolle im Roman. Das beginnt bereits mit der Beziehung zwischen Lylana und Iavo, die zum beiderseitigen Vergnügen dieses Hobby pflegen. Wer den Themenbereich Bondage, Dominanz und Unterwerfung also zumindest ganz interessant findet (oder sich sowieso darin zuhause fühlt), der wird mit der »Prinzessin von Kyrth« ebenso seine Freude haben wie der Fantasy-Fan. Ich hätte daher an dieser Stelle womöglich »Fifty Shades of Grey« als Vergleichsbuch genannt, weil das nun einmal der bekannteste Roman in dieser Richtung ist - allerdings muss ich gestehen, dass ich ihn nie gelesen habe, und von anderer Seite bekam ich die Rückmeldung, dass mein Buch außer dem grundsätzlichen Motiv des Fesselns wenig mit »Shades of Grey« gemein habe.
Vielleicht empfehle ich mich also lieber noch den Fans von Anne Rices Vampirromanen, denn sie ist eine begnadete Erzählkünstlerin, und die Freude am Fabulieren war es auch, die mich antrieb, Gaia zu erschaffen.
Zuguterletzt ziehe ich den Hut vor Alexandre Dumas und seinem Klassiker »Der Graf von Monte Christo«, dessen Grundidee mir vor vielen Jahren die erste Inspiration für »Die Prinzessin von Kyrth« lieferte. Zugegeben, heutige Dumas-Leser werden vielleicht ein paar Längen feststellen und Tempo vermissen, da haben sich einfach die Lesegewohnheiten geändert. Aber die Art, wie er seine Rachegeschichte vor uns ausbreitet, ist schon genial: Man kann sich ohne Reue den niederen Instinkten hingeben und genießen, wie die Bösen eins drauf kriegen, aber so was von! Denn das Tolle ist: Wir müssen dabei noch nicht mal ein schlechtes Gewissen haben, weil am Ende kein Zweifel bleibt, dass selbst die süßeste Rache Edmond keine Befriedigung verschaffen kann - der Roman ist also durch und durch moralisch. So schafft es Dumas, dass wir den Kuchen gleichzeitig essen und stehenlassen können! Den Racheplot genießen, ohne Rache grundsätzlich gutheißen zu müssen!

Ihr Buch ist, wie Sie selbst sagen, nicht einfach nur ein Fantasyroman, sondern ein Roman in erotischem Fantasy-Ambiente. Wie kam es dazu? Was ist in Ihren Augen der besondere Reiz an dieser Genre-Vermischung?

Fantasy reizt doch schon immer durch eine unterschwellige Erotik: die stets ausnehmend attraktiven Helden und Heldinnen, das viele Leder, die hohen Stiefel, die Ketten im Kerker... es ist im Grunde nur ein kleiner Schritt, diese Erotik ein wenig mehr in den Vordergrund zu rücken. Und warum sollten Fantasyfiguren keinen Sex haben? Sex ist ein wundervolles Hobby, und Bondage ist das in meinen Augen auch, da ist es doch nur fair, wenn ich meinen Charakteren diese Freuden gönne, oder? Ich schicke sie noch zur Genüge durch diverse Leidenswege!
Es gibt im Übrigen auch andere Autor*innen, die diese Kombination für sich entdeckt haben. Momentan lese ich gern die Comics auf oglaf.com, über die ich in meinem Blog erzähle. Ihren Verfasser*innen fühle ich mich seelenverwandt!

Was macht Lylana Qi'Lynn zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihr persönlich?

Lylana ist eine starke, selbstbewusste, intelligente Frau voller Mut und Leidenschaft. Sie weiß, was sie will, und würde das unter normalen Umständen auch erreichen, wird aber von einer katastrophalen Wendung des Schicksals völlig aus der Bahn geworfen. Was ich an ihr bewundere, ist, dass sie niemals aufgibt! Sie muss eine Menge Schicksalsschläge aushalten, weit mehr als ich oder Sie oder vermutlich die meisten meiner Leser*innen, aber trotzdem bleibt sie sich treu, verliert ihre Ziele nicht aus den Augen, resigniert nicht. Davon würde ich mir manchmal gern eine Scheibe abschneiden.
Ich habe mich, ich geb's zu, im Lauf des Schreibens in Lylana verliebt. Selbst als Sklavin strahlt sie eine Stärke aus, die ihresgleichen sucht. Kein Wunder, dass Iavo sich in der Beziehung mit ihr so gerne spielerisch unterwirft!
Und natürlich ihre Augen! Wer die beim Lesen des Romans erst einmal vor sich sieht, der verliert sich in ihnen. Ja, es sind wohl auch ihre Augen, diese Augen wie junges Waldmoos, die mir den Kopf verdrehten. Zusammen mit ihrem dunkelroten Schopf. Ach, Lylana - manchmal träum' ich nur von dir! Bitte sag, was muss ich tun... okay, lassen wir das Gesinge. Nächste Frage?

Sie haben mit der Welt Gaia ein ganzes »Buchuniversum« erschaffen. Ist das Konstruieren einer solchen Fantasywelt bei Ihnen ein Prozess, der nach und nach während des Schreibens vonstatten geht, oder ging dem Verfassen zunächst erst umfangreiche Reißbrettarbeit voraus? Welcher Aufwand steckt generell in Büchern wie »Die Prinzessin von Kyrth«?

Ich hatte eine Skizze Gaias von Anfang an im Kopf, aber noch kein detailliertes Gemälde. Es gab die Creon, es gab die Gesellschaftssysteme von Adayon und Urakido und dergleichen mehr. Aber die Götterhand zum Beispiel fand ihr endgültiges Aussehen mit den fünf Symbolen erst im Schreibprozess, als die Götterlegenden allmählich Gestalt annahmen und sich die Heilige Zahl Fünf herauskristallisierte... ja, die Religion Gaias ist vielleicht das beste Beispiel für einen Handlungsstrang, der erst im Lauf des Schreibens entstand. Anfangs sah ich nicht viel mehr von ihr als ein paar Namen und die üblichen Zuständigkeiten, die Gottheiten so haben - und am Ende hatte ich einen Sagenschatz der gaianischen Götterwelt vor mir! Erotische Legenden der Unsterblichen - ich hatte eine Mythologie geschaffen, die im Gegensatz zu zahlreichen realen Religionen Sex und Körperlichkeit nicht verteufelt, sondern vielmehr als etwas betrachtet, das zunächst mal einfach Spaß machen kann! Bei allen Komplikationen, die so eine körperliche Existenz für ein ewiges, allumfassendes Wesen mit sich bringt...
Den Gesamtaufwand der Romanerstellung kann ich kaum beziffern. Speziell in diesem Fall nicht, denn die erste Idee zu meiner Prinzessin ist schon viele (SEHR viele) Jahre her. Diese Geschichte würde den Rahmen eines Interviews sprengen, aber wer will, kann sie in meinem Blog nachlesen. Es hat mit meiner Selbstentfaltung als Fesselungs-Fan zu tun, die nicht immer geradlinig verlief.

Sie haben Ihr Buch ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Im Verlagswesen hat sich einiges geändert. Früher[TM], in Zeiten des Offsetdrucks, musste ein Verlag eine bestimmte Auflage produzieren, damit sich die Herstellung der Druckplatten überhaupt lohnte. Das unternehmerische Risiko, auf dieser Auflage sitzenzubleiben, trug er selbst. Er hatte also ein existentielles Interesse daran, alle Bücher im Programm ansprechend auszustatten und zu bewerben.
Heute arbeiten gerade die kleineren Verlage in der Regel selbst mit Print on Demand und/oder eBooks. Sie tun, mit anderen Worten, im Prinzip nichts anderes als das, was ich auch im Selbstverlag tun kann. Wenn sich ein Buch nicht verkauft, tragen sie keinen nennenswerten Schaden davon, außer den Kosten für Cover, Lektorat und solche Dinge. Und so sehr ich einem sympathischen Kleinunternehmen diese Sicherheit gönne - im Endeffekt kann es dazu führen, dass einige »Flaggschiffe« des Verlagsprogramms anständig beworben werden und der Rest untergeht, weil man sich ja nicht um alles gleichzeitig kümmern kann. Das entspricht leider meiner Erfahrung.
Die großen Verlage wiederum - so angenehm ihr Marketingbudget im Rücken auch ist, ich kenne das ja selbst - denken zu sehr in vorgefertigten Schubladen, um einem Zwischenwesen wie der »Prinzessin von Kyrth« eine Chance zu geben. Ich hatte zumindest den Eindruck, den Fantasyverlagen war zu viel Erotik darin und den Erotikverlagen zu viel Fantasy! Ich aber wollte einen Roman schaffen, der beides in sich vereint, ich wollte die Genregrenzen sprengen. Und ich bin überzeugt davon, dass ich damit eine Leserschaft anspreche, der das ähnlich geht und die Lust hat, mit mir - und mit Lylana - neue Wege zu beschreiten! Das kann ich am besten im Selbstverlag. Auch wenn ich bei den sozialen Medien noch viel zu lernen habe. Aber gerade das müsste ich bei einem Verlag in den meisten Fällen sowieso selbst machen. Und man lernt ja nie aus, nicht wahr?

Was können wir von dem Autor Lazarus Pi in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Meine Welt Gaia bietet noch viel Potential, Sie selbst haben es ein ganzes Universum genannt. Auch von den bisherigen Leser*innen und Rezensent*innen habe ich für die Kreation dieser umfangreichen Welt sehr positive Rückmeldungen bekommen. Ich selbst bewege mich unheimlich gerne darin, manchmal lieber als in der Realität.
Momentan sammle ich daher Ideen und Material für einen weiteren Roman, der auf Gaia spielt. Natürlich mit meinen Lieblingszutaten: Fesseln und Fantasy!

Das Team von Leserkanone.de dankt Lazarus Pi für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Lazarus Pi
»Die Prinzessin von Kyrth« bei Leserkanone.de
»Die Prinzessin von Kyrth« bei Amazon (Kindle-Version)
»Die Prinzessin von Kyrth« bei epubli (Taschenbuch-Version)
»Die Prinzessin von Kyrth« bei epubli (Hardcover-Version)
Rezension des Buchs im Bücherblog »Calipa - Im Herzen Leidenschaft«
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