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Markus Mattzick 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Markus Mattzick
Facebook: AutorMarkusMattzick
Instagram: markus_mattzick
Interview: Leserkanonen-Interview mit Markus Mattzick vom 21.06.2021
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 21.06.2021
Vor wenigen Tagen erschien Markus Mattzicks Roman »Ohne Strom - Wo sind deine Grenzen?«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über Stromausfälle, über das Veröffentlichen in Eigenregie und über seine zukünftigen Projekte.

Herr Mattzick, vor Kurzem erschien Ihr Roman »Ohne Strom - Wo sind deine Grenzen?«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Hallo! Gerne. Stellen Sie sich vor, sie müssten von einen auf den anderen Moment auf alle elektrischen Geräte verzichten. Im ersten Moment mag das romantisch klingen, ein Abend mit Kerzenlicht. Wenn man sich aber bewusst wird, das unser Just-In-Time Lebensstil extrem von der Verfügbarkeit von Strom abhängig ist, wird einem ganz anders. Keine Wasserversorgung mehr, Supermärkte und Tankstellen werden nicht mehr beliefert. Kühlschränke und Heizungen fallen aus.
Der Leser folgt sechs verschiedenen Hauptfiguren durch die ersten 44 Tage nach einem totalen Blackout. Der Stromausfall versetzt alle auf einen technischen Stand von vor 150/170 Jahren, ohne dass die damaligen Versorgungsketten noch funktionieren. Vor dem Hintergrund verstärken sich Konflikte, die schon vor dem Stromausfall vorhanden waren und es kommen Neue hinzu.

Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Vermutlich werden es die meisten Leser von Mark Elsbergs »Blackout - Morgen ist es zu spät« gefallen. Es ähnelt aber (unabsichtlich) mehr William R. Forstchens »One Second After - Die Welt ohne Strom«. Auch Leser von Wolf Harlanders »42 Grad« oder Neil Shustermans »Dry« gehören zur potentielle Zielgruppe.
Literarische Vorbilder? Da ich versuche Bücher so zu schreiben, wie ich sie selbst gerne lese, gibt es da eine lange Liste. Vielleicht nur ein paar Auszüge: Stephen King hat die Gabe den Leser im Alltag abzuholen und in die Geschichte eintauchen zu lassen. Ken Folletts Bücher sind wahnsinnig gut recherchiert (er hat ein Team, dass zwei Jahre für einen Roman Nachforschungen anstellt!) und packend geschrieben. Michael Crichtons Romane sind wissenschaftlich detailliert. Ich lese auch gerne Bücher von Frank Schätzing, Andreas Eschbach, Phillipp Vandenberg.
Lieblingsromane: Stephen King - The Stand; Ken Follett - Säulen der Erde; Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel; George Orwell - 1984; Sergeji Samjatin - Wir; Aldous Huxley - Brave New World; Margaret Atwood - Report der Magd

Wie kamen Sie auf die Idee, gerade einen Stomausfall zum Ausgangspunkt Ihrer Geschichte zu nehmen? Wie realistisch ist das geschilderte Szenario? Welche Recherchen & Co. waren nötig, um die potenziellen Folgen eines anhaltenden landesweiten Stromausfalls abschätzen zu können? Welcher Aufwand steckt generell in einem Roman wie dem Ihren?

Mitte der 90er habe ich ein halbes Jahr in Lüttich, Belgien gelebt. Die Autobahnen dort sind nachts komplett beleuchtet und damals ging mir bei einer nächtlichen Autofahrt durch den Kopf, wie wir wohl ohne Strom leben würden. 2012 habe ich dann angefangen und erst später die Bücher von Elsberg, Forstchen, Eva Marbach (EMP) und einige weitere kennengelernt.
Mein Szenario hat keine wissenschaftlich bekannte Ursache für den kompletten Stromausfall, die Auswirkungen hingegen würde ich als sehr wahrscheinlich einstufen. Vor einigen Wochen fiel in Teilen von München der Strom für knappe 1,5 Tage aus, es gab etwa 20.000 betroffene Menschen. Obwohl es sich da um ein regional relativ kleines Gebiet gehandelt hat, sind erste Probleme (wie ich sie auch im Roman beschrieben habe) schon nach kurzer Zeit aufgetreten: leere Supermärkte, ungekühlte Medikamente in Apotheken sind umgekippt.
Immer wieder bin ich davon ausgegangen, dass ich an einigen Stellen zu weit gegangen bin, das Verhalten der Menschen am Anfang des ersten Corona-Lockdowns und speziell die Sache mit dem Toilettenpapier haben mir aber gezeigt, dass ich an einigen Stellen vielleicht sogar nicht weit genug gegangen bin.
Was das grundsätzliche Szenario des lang anhaltenden landesweiten Stromausfall betrifft, so gibt es vom Büro für technikfolgenabschätzung des Bundestages eine Studie von 2011, die verschiedene Bereiche des Lebens beleuchtet und für mich eines der erschreckensten Sachbücher ist, das ich gelesen habe: https://www.tab-beim-bundestag.de/de/publikationen/buecher/petermann-etal-2011-141.html
Als reale Beispiele gibt es dann noch das Münsterländer Schneechaos von 2005 oder ein geomagnetischer Strum, der 1989 Teile des Stromnetzes in Quebec, Kanada, lahmlegte. Es gibt auch einige interessante Dokutainementformate dazu, sehr gut ist die »Blackout« Serie des Schweizer Rundfunks.
Für das Leben ohne Strom konnte ich einerseits auf die Serie »Gutshaus 1900« zugreifen aber auch der Besuch des kleinen Heimatmuseums in Waldgirmes oder Gespräche mit älteren Mitmenschen gaben mir interessante Einblicke. Mein Vater (Jahrgang 1948) konnte sich z. B. daran erinnern, wie seine Familie den ersten Kühlschrank bekommen hatte. Jemand aus dem eben angesprochenen Heimatmuseum konnte sich an die Einführung der Müllabfuhr im Dorf erinnern.
Neben den Nachforschung zu Ursachen und Auswirkungen des Stromausfalls, ging auch viel Recherche in die kleinen und großen Konflikte der Figuren. Vater-Sohn Konflikt, Narzisstische Persönlichkeit und toxische Beziehungen, Digitale Abhängigkeit, rechte Landnahme, Rassismus, Sekten und religiöser Fanatismus. Würde ich ein Buch aus dem Wissen schreiben, das ich für den Roman gesammelt habe, wäre es vermutlich drei bis viermal so dick wie die Dystopie selbst.

Was macht Ihre Protagonisten Malte und Simone zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Hier möchte ich nicht zu viel spoilern. Neben Malte und Simone gibt es noch vier weitere Hauptpersonen und zwischen allen gibt es auch einen Zusammenhang. Das »besondere« an ihnen ist im Grunde, dass sie nichts besonderes sind. »Kleine Leute«, die mit einer Katastrophe leben müssen, die sie zunächst nicht als solche erkennen.
An Malte und Simone schätze ich, dass sie den Widrigkeiten trotzen und auch wenn sie nicht jeden Kampf gewinnen ihren Einstellungen treu bleiben. Auch wenn sie die den Realitäten ein wenig anpassen müssen.

Ihr Buch ist als erster Band einer Reihe gekennzeichnet. Auf wie viele Bände ist die Geschichte angelegt? Wird darin eine durchgehende Story erzählt werden, oder wird es sich um abgeschlossene Einzelromane handeln? Und ist es nicht riskant, gleich eine ganze Buchreihe zu planen, wenn man im Vorhinein noch gar nicht einschätzen kann, wie der erste Band bei der Leserschaft ankommt?

Schon beim Plotten war für mich ersichtlich, dass es eine lange Geschichte werden wird. Der Entwurf hatte 307.000 Wörter, veröffentlicht werden knappe 255.000 in zwei Bänden. Die bekannten On Demand Anbieter hören irgendwo bei 760 Seiten pro Taschenbuch auf und so kam der Entschluss den Roman in zwei Bände zu teilen (Band 1 hat als Taschenbuch 496 Seiten, Band 2 506). Für den Leser bringt das den Vorteil, dass man das beim Lesen besser halten kann als 1000 Seiten.
Die Handlung erstreckt sich über beide Bände und Band 1 endet auch mit zwei Cliffhangern. Band 2 folgt aber schon am 3. Juli und ist nur beim Korrektorat ein paar Wochen hinterher.
Je nach Resonanz ist eine Fortsetzung durchaus denkbar, Material habe ich selbst (und auch einige Ideen von Testlesern bekommen).
Und es war nicht als Reihe geplant, ich war selbst etwas überrascht, als ich bemerkte, wie lang es werden würde, was vermutlich daran lag, dass ich mir sehr früh die sechs Hauptfiguren ausgedacht hatte.

Sie haben Ihr Buch ohne einen klassischen Verlag in Eigenregie via »epubli« veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Jetzt käme wohl die Stelle, an der ich begeistert vom Selfpublishing berichten sollte.
Die Wahrheit ist, dass ich mein Manuskript so ziemlich jeder renommierten Literaturagentur angeboten habe und dort nur Absagen erhalten habe. Ich habe dann noch überlegt, ob ich es nochmal direkt bei den Publikumsverlagen und in der Folge bei mittleren und kleinen Verlagen versuche, mich dann aber dagegen entschieden.
Einmal ist mir bewusst, dass ein Erstling mit 1000 Seiten für einen Verlag ein massives Risiko bedeutet. Ein professionelles Lektorat, Korrektorat, Coverdesign und Buchsatz würden recht schnell Kosten in der Höhe von 6000 bis 7000 Euro erzeugen. Und dann ist noch nicht ein Euro für Marketing ausgegeben worden! Die Buchbranche war schon vor Corona in einer Krise, die wurde noch verstärkt. Die Verlage verschieben Veröffentlichung, setzen auf (sichere) Bestandsautoren oder Themen, die gut laufen. Wirtschaftlich vollkommen verständlich. Neue Trends wird man so halt nicht erkennen.
Da auch mir ein professionelles Lektorat und Korrektorat zu teuer war, habe ich auf mein Umfeld zugegriffen, über ein Schriftstellerforum und Bookstagram Kontakt mit anderen Autoren aufgebaut und dort massiv viel Hilfe erwartet. Das Lektorat haben meine Testleser gemacht, für das Korrektorat hatte ich das Glück neben mehreren im schriftlichen sicheren Testlesern auf die Hilfe einer Gymnasiallehrerin Germanistik (danke Beatrice Liebig) bauen zu können. Auch wenn es manchmal ernüchternd war, wenn ihre Korrekturen zurückkamen.
Das Cover habe ich selbst gestaltet und dabei recht viel Resonanz und Kritik von anderen Autoren nutzen können.
Für mein nächstes Projekt hätte ich aber gerne ein professionelles Lektorat und Korrektorat und auch der Buchsatz war, sowohl für das Taschenbuch als auch für das EBook, manchmal eine Herausforderung.
Ein Verlag kann einem da eine echte Hilfe sein, auch und gerade beim Marketing und vermeintlich banalen Sachen wie Pitch und Klappentext formulieren.
Selfpublishing bietet halt die Chance auch ohne Verlag veröffentlichen zu können, aber das ist auch gleichzeitig der Fluch, weil im SP Bereich manchmal die Qualität fehlt.
Es wird wohl zukünftig auf ein Nebeneinander von Verlagen und SP laufen und man kann als Autor ja auch auf beiden Wegen veröffentlichen.

Was können wir von dem Autor Markus Mattzick in der nächsten Zukunft erwarten? Wir und wann wird es mit »Ohne Strom« weitergehen? Und sind womöglich sogar darüber hinaus bereits neue Buchprojekte in Planung?

Der zweite Band ist fertig und folgt am 3. Juli 2021. Ob ich die Geschichte selbst weiter erzählen werde, wird auch ein wenig von der Resonanz abhängen. Mein nächstes Projekt wird ein Psychothriller, bei dem ich mich auf 300 bis 350 Seiten beschränken will. Das Thema ist einmal Home Invasion und wie Täter selbst zum Opfer werden können. Dann habe ich noch eine Idee für einen historischen Roman, aber das wär wieder ein 800 bis 1000 Seiten Thema.

Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ich plane zur Buchmesse in Berlin zu gehen und mich dort an einem Stand zu beteiligen. An Lesungen arbeite ich auch, aber das hängt ein wenig von Corona ab.

Das Team von Leserkanone.de dankt Markus Mattzick für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Markus Mattzick
Markus Mattzick bei Facebook
Markus Mattzick bei Instagram
»Ohne Strom - Wo sind deine Grenzen?« bei Leserkanone.de
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