Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
45.247 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Legolas_224«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
NEUESTES BUCH
 
Dieter Heymann 0 Fans
Herkunft: unbekanntes Herkunftsland
Twitter: @SchwabenfanDidi
Instagram: dieterheymann
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Dieter Heymann vom 28.03.2021
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 28.03.2021
In seinem aktuellen Roman wirft Dieter Heymann mit seinen Lesern einen »Blick ins Verderben«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über sein Buch, über düstere historische Zeiten und über seinen Kriminalsekretär Martin Voß.

– Herr Heymann, dieser Tage erschien Ihr neuer Roman »Blick ins Verderben«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Bei dem Kriminalroman »Blick ins Verderben« handelt es sich um den zweiten Teil einer historischen Reihe, die im westfälischen Rheine der dreißiger Jahre spielt. Neben der eigentlichen Handlung, einem verzwickten Mordfall, versuche ich auch die allgemeine politische Entwicklung nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zu schildern und auf Rheine als typisch deutsche Kleinstadt zu projizieren. Konkret sind das in diesem Buch beispielsweise der Zwangsausschluss jüdischer Mitglieder aus dem deutschen Vereinsleben oder das von den Nazis als »Röhm-Putsch« bezeichnete Vorgehen gegen die innerparteiliche Opposition.
Aber natürlich stehen die Ermittlungen rund um den gewaltsamen Tod einer jungen Frau auf einem Schützenfest im Vordergrund. Alle Leserinnen und Leser sind herzlich dazu einladen, fleißig mitzurätseln, was passiert sein könnte und wer der Täter ist. Das Ende könnte für einige vielleicht etwas überraschend sein …

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Wer gerne Kriminalromane liest und sich zudem dafür interessiert, wie das Leben der Menschen vor achtzig oder neunzig Jahren ausgesehen hat, wird meine Geschichten mögen. Ich selbst habe ein breites Spektrum literarischer Interessen. Die Bandbreite reicht vom Klassiker wie Tolstoi bis zum Krimi mit regionalem Bezug alles. Hauptsache, das Buch ist spannend.

Sollte ich einen Lieblingsroman benennen, würde ich mich für »Die Bankiers« von Arthur Hailey entscheiden.

Als literarisches Vorbild möchte ich allerdings eine Person bezeichnen, deren einzigartiger Spannungsaufbau in ihren Krimis für mich bis heute unerreicht ist: Agatha Christie.

– Inzwischen erscheinen beinahe täglich neue historische Kriminalromane, und es ist schwer, aus der breiten Masse herauszustechen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihrer Bücher, wegen denen man unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte?

Es gibt in der Tat eine Vielzahl historischer Kriminalromane, die in den zwanziger oder dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts spielen. Meist sind Großstädte wie Berlin, München, Hamburg oder Dresden die Schauplätze dieser Bücher. Im Unterschied zu diesen teilweise wirklich äußerst spannenden Geschichten war es mein Bestreben, den Handlungen meiner Krimis einen regionalen Bezug zu geben. Dies eröffnet mir nebenbei die Möglichkeit, den Lesern meine allgemein sicher nicht so bekannte Heimatstadt Rheine so zu beschreiben, wie sie damals ausgesehen hat.

– Wie kamen Sie darauf, Ihre Reihe gerade in die dreißiger Jahre zu verlegen, von denen man den Eindruck hat, die Lösung einzelner Kriminalfälle wäre nicht gerade die vordergründigste Aufgabe des Sicherheitsapparates gewesen? Was macht aus schriftstellerischer Sicht den Reiz daran aus?

Die dunkle Zeit des Nationalsozialismus eignet sich meiner Meinung nach hervorragend als Kulisse für Geschichten über düstere Verbrechen und macht die Atmosphäre noch schauriger. Konflikte der ermittelnden Kriminalbeamten mit anderen Dienststellen wie Parteileitung, SS, oder Gestapo sind vorprogrammiert und lassen sich gut in die Handlung integrieren.

Auslöser für das Schreiben von Krimis aus den dreißiger Jahren war für mich das Buch »Wie ein Tier« des Autors Horst Bosetzky, in dem die wahre Geschichte von einem Berliner S-Bahn-Mörder aus den Kriegsjahren in Romanform beschrieben wird. Ich hatte damals gleich die Idee, fiktive Kriminalgeschichten in den Jahren der Hitler-Diktatur spielen zu lassen. Von der Idee bis zur Ausführung sind allerdings rund zwanzig Jahre vergangen.

– Wie haben Sie es geschafft, die damalige Kombination aus Ort und Zeit in Worten lebendig werden zu lassen? Waren für das Buch viele Recherchen notwendig? Welcher Aufwand steckt generell in einem Roman wie »Blick ins Verderben«?

Die Arbeiten an einem Buch dauern alles in allem etwa vier bis fünf Monate. Darin inbegriffen sind umfangreiche Recherchen im Stadtarchiv und natürlich im Internet.

Um ein Gefühl für die damalige Zeit zu bekommen, sichte ich viele Bilder früherer Gebäude oder alter Stadtansichten. Viele Schauplätze meiner Hndlungen suche ich auf, um mir einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Als sehr hilfreich haben sich auch Schilderungen von Personen erwiesen, die diese schrecklichen Jahre noch selbst erlebt haben.

– Was macht Kriminalsekretär Martin Voß zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm persönlich? Und weshalb hat er es verdient, zum Helden einer ganzen Buchreihe zu werden? War dies von Anfang an geplant, oder ist es der Resonanz auf den ersten Band zu verdanken?

Zu einer Buchreihe gehört eine markante Persönlichkeit, die im Laufe der Zeit eine Entwicklung durchläuft. In meinen Geschichten ist dies Kriminalsekretär Martin Voß, der anfangs mit den Spätfolgen seiner Kriegserlebnisse zu kämpfen hat und bei seiner ersten Mordermittlung noch recht unerfahren ist. Sein kriminalistischer Instinkt wächst mit den Jahren; gleichzeitig gibt es in seinem privaten wie im beruflichen Leben einige Turbulenzen.

Obwohl er einst aus ganz pragmatischen Gründen in die NSDAP eingetreten ist, wird er durch das brutale Vorgehen der neuen Machthaber gegen gesellschaftliche Randgruppen und Andersdenkende schnell desillusioniert und distanziert sich zunehmend von der Bewegung. Dies führt zwangsläufig zu Spannungen mit seinem Vorgesetzten und anderen Dienststellen. Martin Voß wandert auf einem gefährlich schmalen Grat zwischen innerer Ablehnung und offener Opposition. Alleine diese Haltung bietet Stoff für viele weitere Bücher.

– Was können wir von dem Autor Dieter Heymann in der nächsten Zukunft erwarten? Wie und wann wird es mit Martin Voß weitergehen? Und sind womöglich sogar darüber hinaus bereits neue Buchprojekte in Planung?

Vorrangig werde ich auch in den nächsten Jahren an der Fortsetzung der Martin Voß-Reihe arbeiten. Die beiden nächsten Bücher sind bereits geschrieben und werden derzeit für die Veröffentlichung vorbereitet. Parallel befasse ich mich mit einem für mich neuen Thema, nämlich einem Kriminalroman, der in der heutigen Zeit und auf einer Insel in der Nordsee spielt. Mehr möchte ich im Augenblick aber noch nicht verraten.

Das Team von Leserkanone.de dankt Dieter Heymann für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Dieter Heymann bei Twitter
Dieter Heymann bei Instagram
»Martin Voß 2 - Blick ins Verderben« bei Leserkanone.de
»Martin Voß 2 - Blick ins Verderben« bei Amazon
Interview aus- und Bücherliste einblenden
 
Ein Interview von: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz