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H.D. Grochowski

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Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von H.D. Grochowski
Twitter: @GrochowskiHd
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Instagram: h.d.grochowski
Interview: Leserkanonen-Interview mit H.D. Grochowski vom 14.10.2022
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 14.10.2022
Im neuesten Werk von H.D. Grochowski befinden sich die Leser »In verfluchter Gesellschaft«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über den Roman, über einen Anti-Helden und über ein alternatives England.

– Herr Grochowski, dieser Tage erschien Ihr neuer Roman »In verfluchter Gesellschaft«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Mein neuer Roman spielt im viktorianischen England und handelt von einem exzentrischen Universitätsprofessor im Ruhestand. Nach einer wundersamen Entdeckung hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen, die durch Gier zu Monstern wurden zu jagen und für immer zu vernichten. Dummerweise weiß er nicht wo sich all diese Monster aufhalten und noch dazu sind sie unsterblich, was das Vernichten natürlich ein wenig erschwert. Auf seinem Abenteuer bereist er die verschiedensten Winkel des Landes und trifft dabei auf die zwielichtigsten Gestalten, welche die Unterwelt Englands zu bieten hat.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Was die Atmosphäre angeht, hat mich klassische Horrorliteratur inspiriert. Ich wollte eine schaurige Wirkung, wie beispielsweise in Bram Stokers Dracula oder Mary Shelleys Frankenstein erzeugen, angepasst an moderne Erzählstrukturen.
Meine literarischen Vorbilder sind unter Anderem Stephen King oder J. K. Rowling. Es gibt unzählige Autoren, die mit ihrem Schreibstil oder ihrer Wortgewandtheit glänzen, aber ich bewundere vor allem Einfallsreichtum und gerade diese beiden Autoren haben in meinen Augen nicht nur zahlreiche außergewöhnliche Einfälle gehabt, sondern diese auch so hervorragend umgesetzt, dass sie schlagartig zu modernen Klassikern und Teilen der Popkultur wurden. Ich selbst versuche in jedem meiner Werke außergewöhnliche Ideen einzubringen, die es so vorher noch nicht gegeben hat, selbst wenn es sich dabei nur um unwichtige Details, zweitrangige Nebencharaktere oder simple Szenarien handelt.
Zu meinen Lieblingsromanen gehören Stephen Kings The Shining, Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Grey und das eben genannte Original von Dracula.

– Tagtäglich erscheinen unzählige neue Fatasyromane, und es ist schwer, aus der breiten Masse herauszustechen. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Buchs, wegen denen man unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte? Und was verleiht ihm das Prädikat »Dark Fantasy«?

Ein herausragendes Merkmal sind definitiv die Flüche. Die Flüche sind die besagten Monster und die übernatürliche Komponente im Roman. Ich möchte nicht zu viel verraten aber die Flüche mit ihrem grotesken Aussehen, ihren Fähigkeiten und ihren Wünschen im Roman kennenzulernen ist mit Sicherheit eine spannende Angelegenheit und genau so interessant, wie es für mich damals war, sie zu erfinden. Was den Terminus Dark Fantasy angeht, bin ich bis heute etwas zwiegespalten. Es hat natürlich Eigenschaften der Contemporary Fantasy, da wir uns hier auch teilweise noch in einer realistischen vergangenen Welt befinden, aber da gerade die Flüche und ihre Hintergründe definitiv ein sehr düsteres Fantasy Element darstellen und es für Horror, wie man ihn heute in Büchern kennt zu wenig Gewalt, traumatisierende oder psychologisch verstörende Elemente gibt, bin ich der Meinung Dark Fantasy, trifft es am besten.

– Was macht Atticus Delacroix zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm persönlich?

Atticus Delacroix ist ein Anti-Held. Er hat in seinen vielen Jahren als Universitätsprofessor nicht nur Kontakte geknüpft, sondern auch einiges gelernt und entdeckt, was Anderen bisher verborgen geblieben ist, doch egal wie geheimnisvoll und überlegen er sich gibt, in diesem Abenteuer kommt er an seine Grenzen und muss mehr als einmal feststellen, dass er gegen diese Art von Feind nicht die geringste Chance hat. Seine vielen verschiedenen Laster versucht er zu ignorieren oder zu überspielen, aber was ich besonders an ihm schätze, ist, dass er auch in der schlimmsten Situation Ruhe bewahrt und sich auf die Schnelle etwas einfallen lässt, um sich aus jeglichem Schlamassel zu befreien.

– Sie haben für Ihr Buch ein ganz spezielles alternatives England erschaffen. Ist das Konstruieren einer solchen Fantasywelt bei Ihnen ein Prozess, der nach und nach während des Schreibens von statten geht, oder ging dem Verfassen zunächst erst umfangreiche Reißbrettarbeit voraus? Welcher Aufwand steckt generell in einem Werk wie »In verfluchter Gesellschaft«? Und nach welchen Maßstäben und mit Hilfe welcher Inspirationen haben Sie Ihre Version des spätviktorianischen Großbritanniens gestaltet?

Ich habe vor zwei Jahren in einem Kurzurlaub eine Kulisse gesehen, die an das 18. Jahrhundert erinnerte. Es war nicht mehr als eine einfache Einrichtung eines Saals mit Möbeln aus dieser Zeit. Als ich hindurch ging, hatte ich sofort das Gefühl, wieder eine Geschichte in dieser Zeit schreiben zu wollen. Dieses Mal sollte es allerdings nicht einfach ein historischer Roman sein, wie bei Das Geständnis des Monsieur Mavaillier. Als ich dann anfing die Flüche zu konzipieren, legte ich zuerst fest, wie viele es werden sollten, und welche Eigenschaften sie haben. Vor allem, um die Beziehung der Figuren zueinander klar zu machen, habe ich hier auf DIN A3-Blättern gearbeitet und Mind-Maps erstellt. Wenn ich alle wichtigen Figuren gefunden habe und einen groben roten Faden für das Szenario habe, beginnt erst der richtige Schreibprozess. Um alle Figuren und Orte auf einem Blick zu haben, arbeite ich außerdem mit einem Programm zur Datenbanksammlung, was eigentlich für die Programmierung von Videospielen verwendet wird, damit ich bloß nie vergesse, welche Figuren wie beschrieben sind. Der Aufwand ist auf jeden Fall groß, allein um die Figuren richtig auszuformen. Insgesamt habe ich ca. sechs Monate gebraucht bis das Werk fertig war. Bezüglich der Maßstäbe versuche ich einige realexistierende Orte und geschichtliche Fakten korrekt wiederzugeben, was natürlich eine Menge Recherche bedingt. In vielen Fällen habe ich zu diesen akkuraten historischen Fakten immer gerne eine offensichtliche Kleinigkeit abgeändert, oder hinzugefügt, damit meine eigene Welt daraus wird.

– Sie haben Ihren Roman ohne einen Verlag in Eigenregie via »neobooks« veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Tatsächlich ist der Roman bereits 2021 fertig gewesen und ich hatte eine Zusage von einem Kleinverlag aus Stuttgart bekommen, allerdings gab es dort finanzielle Probleme aufgrund der Corona-Krise und man musste mich darauf vertrösten, dass wir dieses Jahr alle Rahmenbedingungen abklären, um in 2023 zu veröffentlichen. Als ich dieses Jahr nochmal ein Gespräch führte, hieß es dann man könne erst in 2023 darüber sprechen und im Folgejahr veröffentlichen, was man mir aber immer noch nicht schriftlich garantieren konnte. An diesem Punkt sagte ich mir dann, es bringt nichts jedes Mal ein weiteres Jahr zu warten ohne je eine vertragliche Zusage zu erhalten. Deshalb gab ich mir ein festes Budget aus meinen privaten Ersparnissen und fing noch am selben Tag damit an alles für die Veröffentlichung vorzubereiten. Das war dieses Jahr im April.
Ich halte Verlage für notwendig und wichtig. Ich möchte außerdem betonen, dass ich dem besagten Kleinverlag keine Schuld zuweise und ich die Situation auch bestens nachvollziehen kann. Es ist bedauerlich, dass klein- und mittelständige Verlage unter anderem an der Pandemiekrise zu Grunde gingen und immer noch gehen. Für meine persönliche Situation war dieses Mal Selfpublishing eindeutig das Beste, aber grundsätzlich arbeite ich liebend gerne mit Verlagen zusammen, denn die ganzen Aspekte wie Marketing, Recht, Design, oder auch die korrekte Formatierung habe ich mir selbst beibringen können, aber sie zählen nicht zu meinen Kernkompetenzen. Stattdessen schreibe ich am liebsten meine Geschichten von Anfang bis Ende und fange danach mit dem nächsten Buch an, währen der Verlag mir bei allen anderen Themen den Rücken freihält. Das sorgt für mich zwar für einen theoretisch geringeren Profit als beim Selfpublishing, aber es kommt mit Sicherheit ein besseres Buch dabei raus und das ist mir letzten Endes am Wichtigsten.

– Was können wir von dem Autor H.D. Grochowski in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Nach dem Buch ist vor dem Buch und was den Literaturmarkt angeht, bin ich sowieso der Meinung, dass man am Ball bleiben muss. Deshalb habe ich immer einige Ideen in meinem kleinen Notizbuch aufgeschrieben, aus denen in ein paar Jahren vielleicht ganze Bücher sprießen. Ich will mich nicht nur in anderen Genres probieren, sondern auch in meiner literarischen Heimat, der Fantasy weiter austoben. Aktuell ist ein ganz besonderer Fantasy-Roman in Arbeit, in den ich Leib und Seele stecke. Es spielt im Österreich der 90er-Jahre - mehr verrate ich erstmal nicht. Es ist zur Hälfte fertig und die Rohfassung wird Ende dieses Jahrs mit ca. 500 Normseiten fertiggestellt. Wer weiß, vielleicht reden wir in einem oder zwei Jahren wieder an dieser Stelle darüber.

Das Team von Leserkanone.de dankt H.D. Grochowski für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von H.D. Grochowski
H.D. Grochowski bei Twitter
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H.D. Grochowski bei Instagram
»In verfluchter Gesellschaft« bei Leserkanone.de
»In verfluchter Gesellschaft« bei Amazon
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