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Stefan Albertsen 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Instagram: stefanalbertsen
Interview: Leserkanonen-Interview mit Stefan Albertsen vom 21.03.2021
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 21.03.2021
In seinem Roman »Die Leiche am Westerdeich« schickt Stefan Albertsen die »Kripo Norden« in ihren ersten Einsatz. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über das kriminelle Ostfriesland und über die von ihm erschaffenen Ermittler.

Herr Albertsen, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Die Leiche am Westerdeich«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Kein Problem. Ich möchte mich für die Gelegenheit, über meine Arbeit zu sprechen, ganz herzlich bei Ihnen bedanken.
Also »Die Leiche am Westerdeich« ist im Grunde genommen ein klassischer »Whodunit«-Krimi, in dem der Leser nicht weiß, wer hinter all dem Ungemach steckt, dass die eine oder andere Romanfigur überkommt.
Gleichzeitig ist es natürlich auch ein Einstieg, denn als Leser lernt man Hilka Martens und Axel Groot kennen, sowie einige wiederkehrende Nebenfiguren.
Es ist der Grundstock für eine Reihe, in der eben jenes Ermittlergespann im Zentrum steht.

Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Zunächst einmal würde ich meinen Roman jedem empfehlen, der es sich gerne mal bequem macht, um sich in den Zeilen einer spannenden und interessanten Geschichte zu verlieren. ;)
Allerdings glaube ich, dass vor allem Krimifreunde ganz besonders die, die nordisches Lokalkolorit bevorzugen voll und ganz auf ihre Kosten kommen werden.
Ich persönlich lese sehr gerne Kriminalromane, in denen ich mitraten muss, wer denn nun den Abzug betätigt hat oder wer das arme Opfer mittels Gift ins Jenseits verfrachtet hat.
Da tun es mir vor allem die Klassiker an. Agatha Christie, Dorothy L. Sayers und ganz besonders Sir Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes-Geschichten.
Ich schätze aber auch die Storys aus der Schwarzen oder Hardboiled-Serie. Sam Spade und Nick Charles von Dashiell Hammett, Philip Marlow von Raymond Chandler.
Ich mag lässige Ermittler, die sich im Bedarfsfall die Hände schmutzig machen und durch den Müll zu robben bereit sind.
Mein Schwerpunkt als Leser liegt allerdings abseits des Krimis.
Ich bin ein großer Fan der Horrorliteratur, also klassisch vertreten durch Poe, Lovecraft, Shelley oder Stevenson, als auch zeitgenössisch wie bei Barker, Lumley und natürlich dem einzig wahren König ... Stephen King, der sich über die Jahre auch zu einem literarischen Vorbild für mich entwickelt hat.
Aber ich bin auch der Science-Fiction und dem Fantasygenre sehr zugetan. Alles aufzuzählen, was ich mag und lieb, würde den Rahmen sprengen.
Noch eine abschließende Anmerkung: Ich bin ein großer Bewunderer von Heinz Erhardt, dem ich ebenfalls gerne nacheifern würde.

Nahezu täglich erscheinen Ostfrieslandkrimis. Allein im Klarant Verlag, in dem auch Ihr Buch erschienen ist, haben Leser die Auswahl zwischen hunderten Werken. Was halten Sie selbst für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Buchs, wegen denen man trotzdem unbedingt bei Ihnen zuschlagen sollte?

Also diese Frage kann ich so nicht beantworten, denn dazu müsste ich alle Romane aus diesem Angebot lesen und dazu fehlt mir schlicht die Zeit.
Ich kann mir jedoch vorstellen, dass der verwendete Schreibstil das eine oder andere Buch hervorhebt, wobei das natürlich vom individuellen Geschmack des Lesers abhängig ist.
Ich habe versucht, für meinen Roman und somit auch für die nachfolgenden Bücher eine gesunde Mischung zu finden.
Geschichten, die mich faszinieren, sind nie einfach »nur« spannend oder actiongeladen oder lustig oder traurig.
Das Schlüsselwort für mich lautet: Drama.
Bei einem guten Drama darf in einem Kapitel gelacht werden und im nächsten kullern die Tränen, weil die Geschichte eine tragische Wendung macht, und dann folgen mehrere Seiten, in denen man sich am liebsten die Fingernägel abkauen würde.
Ich hoffe, es klingt nicht anmaßend, wenn ich Shakespeare erwähne, aber er erkannte bereits im 16. Jahrhundert, dass Komödien nicht fortlaufend witzig sein dürfen.
Der große Meister aus England hat in seinen Lustspielen immer mindestens eine tragische oder spannende Komponente eingebaut, ebenso, wie in seinen Dramen und Tragödien auch immer mindestens eine lustige Gestalt auftrat (bei Hamlet der Totengräber).
Wenn man, in seinem Fall das Publikum, in meinem Fall die Leserschaft bei der Stange halten möchte, muss man diese Bestandteile im Wechsel einsetzen.
Wenn Sie so wollen, wie bei einem Gericht, dass man zubereitet.

Was macht Hilka Martens und Axel Groot zu solch »besonderen« Ermittlern, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Die beiden sind alleingenommen schon sehr gute Ermittler. Jeder hat natürlich so seine Schwächen und bisweilen machen sie, wie jeder Mensch, auch Fehler.
Aber sie ergänzen sich letztlich ausgezeichnet.
Hilka Martens besitzt einen hervorragenden Instinkt, durch den sie in der Lage ist, sich blitzschnell auf neue Situationen einzustellen. Leider kommt ihr manchmal ihr hitziges Gemüt in die Quere.
Axel Groot ist ein abgebrühter Hund. Er hat viel erlebt und durchgemacht. Wie Hilka besitzt er auch einen starken Instinkt, kann diesen aber besser kontrollieren und lässt sich lieber von seiner erworbenen Intuition leiten. Nach außen hin wirkt er manchmal grimmig und unnahbar, aber er besitzt ein großes Herz, was in einigen Szenen besonders im zweiten Band der Serie zum Vorschein kommt.

Auf wie viele Bände ist Ihre Reihe über die »Kripo Norden« angelegt? Wird darin eine aufeinander aufbauende Story erzählt werden, oder wird es sich um abgeschlossene Einzelromane handeln? Und ist es nicht riskant, gleich eine ganze Buchreihe zu planen, wenn man im Vorhinein noch gar nicht einschätzen kann, wie der erste Band bei der Leserschaft ankommt?

Ich habe bislang für fünf Bände geplant. Zur Zeit. arbeite ich am dritten, befinde mich also quasi in der Mittelposition.
Die Handlungen der einzelnen Bände konzentrieren sich auf jeweilige Fälle, die anfallen, allerdings gibt es auch Handlungsbögen, die das Ganze umspannen und sich erst langsam im Hintergrund aufbauen. Wer »Die Leiche am Westerdeich« aufmerksam gelesen hat, wird schon etwas mitbekommen haben.
Ob es riskant ist, eine ganze Buchreihe zu planen? Da fragen Sie ehrlich gestanden den Falschen, denn ich bin ja »nur« der Autor.
Bitte verstehen Sie mich da nicht verkehrt, ich will mein Licht nicht unter den Scheffel stellen, aber ein diesbezügliches Risiko wird eher vom Verlag getragen.
Beim Klarant Verlag ist es üblich, die Ermittler in einer Buchreihe zu präsentieren.
Die Autoren können so Storys mit Handlungsbögen versehen. Das lässt sich dann natürlich einfacher planen.
Dieses Vorgehen scheint sich bewährt zu haben, denn ansonsten hätte man als Autor die Vorgabe »bitte nur Einzelromane schreiben«.
Marc Freund, den ich persönlich gut kenne und außerordentlich schätze, macht es in seiner Reihe um die »Inselkommissare« von Langeoog auch so. Er hat bereits im ersten Band begonnen einen umfassenden Story arc aufzubauen, auf dessen Weiterführung man als Leser sehr gespannt sein darf.

Wie kam es dazu, dass Sie im Bereich der Ostfriesenkrimis gelandet sind? Was bedeutet Ihnen das Genre persönlich? Und was hat Ostfriesland an sich, das aus Autorensicht kein anderer potenzieller Krimischauplatz leisten kann?

Dass ich beim Ostfrieslandkrimi gelandet bin, hat mehrere Gründe.
Zum einen hatte ich schon vor einiger Zeit überlegt, Krimis zu schreiben, denn ich wollte mich verändern.
Nicht dass ich das Horror-Genre ganz aufgeben will, aber Krimis sind eine ganz andere Herausforderung. Man muss sehr viel mehr durchdenken und die Geschichten auf die allgemeine »Machbarkeit« hin überprüfen.
In einem Horrorroman kann ich mir im Bedarfsfall einen übernatürlichen Winkelzug ausdenken und meinem Helden oder dem Schurken der Geschichte so weiterhelfen. Im Umfeld eines Krimis ist das nicht möglich.
Das hat mir ganz besonders gereizt.
Ein weiterer eher profaner Grund ist, dass der Klarant Verlag mich kontaktierte und mir ein entsprechendes Angebot machte. Ganz simpel also, aber vom Timing her perfekt, denn ich ging zu diesem Zeitpunkt schon mit einigen Ideen hinsichtlich einer kleinen Krimiserie schwanger.
Ostfriesland reizt durch seine ursprüngliche Landschaft, die enge Verbundenheit zum Meer, was mich als Friese okay, Nordfriese, aber Friese ist Friese besonders anspricht.
Egal ob nun bei uns in Schleswig-Holstein oder eben in Niedersachsen, es gibt da diese Weiten, nicht nur in der Nordsee, sondern auch an Land, in denen man sich manchmal etwas verlassen vorkommt. Andererseits kann man aber gerade durch die Ruhe, die von diesen Bereichen ausgeht, zu sich finden. Sich also praktisch erden und einen klaren Kopf bekommen.
So geht es jedenfalls mir, wenn ich abends durch die Marsch laufe. ;)

Was können wir von dem Autor Stefan Albertsen in der nächsten Zukunft erwarten? Wie und wann wird es mit der »Kripo Norden« weitergehen? Und sind womöglich sogar darüber hinaus bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ich beantworte die ersten beiden Fragen mal gemeinsam.
Band 2 der »Kripo Norden« ist, zurzeit, da ich diese Zeilen schreibe, in der Mache. Wenn alles wie geplant abläuft, erscheint er Anfang April. Band 3 ist noch im Planungsstadium, aber das wird bald beendet und dann muss ich, nach Absegnung des Exposés durch den Verlag, kräftig in die Tasten hauen, um ihn fertigzustellen.
Zu weiteren Buchprojekten kann ich im Augenblick nichts sagen, da noch nichts spruchreif ist.
Leider sind wir durch die Corona-Pandemie sehr eingeschränkt, weshalb Lesungen oder Messebesuche natürlich nicht möglich sind. Was aber nicht heißt, dass nach einer Normalisierung der Umstände von meiner Seite kein Interesse bestehen würde.
Was das angeht, muss man einfach abwarten und das Beste hoffen.
Einen ganz kleinen Einblick konnte ich vor einiger Zeit geben, da habe ich nämlich für den Klarant Verlag eine Video-Lesung durchgeführt.
War aber nur ein Kapitel aus meinem Buch, sozusagen als Appetithappen für die Interessierten. ;)

Das Team von Leserkanone.de dankt Stefan Albertsen für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Stefan Albertsen bei Instagram
»Kripo Norden ermittelt 1 - Die Leiche am Westerdeich« bei Leserkanone.de
»Kripo Norden ermittelt 1 - Die Leiche am Westerdeich« bei Amazon
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