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Thomas Tippner

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Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Thomas Tippner
Twitter: @thomastippner
Facebook: thomastippner2
Instagram: tippnerthomas

Nach beinahe anderthalb Jahrzehnten als aktiver Part der Welt der Literatur stellte sich Thomas Tippner am 7. Januar 2023 unseren Fragen zu seinem Autorenleben:

– Herr Tippner, wie lange sind Sie bereits Teil der schreibenden Zunft? Wie kamen Sie zu jener Zeit zum Schreiben?

Hi. Oh, das ist eine gute Frage. Ich würde sagen, seitdem ich Pitje Puck gelesen und mir eigene Geschichten zu dem lustigen Briefträger ausgedacht habe. Aber wenn wir es so richtig nennen wollen, wird es wohl 2008 gewesen sein, als ich damals in Eigenregie meine Hörspielserie »Der Orden« veröffentlicht habe. Da wurden andere Labels und Verlage auf mich aufmerksam und so ging es dann los, mit den professionellen Veröffentlichungen.

Zum Schreiben bin ich durch meine Liebe zu Büchern gekommen. Damals habe ich als Kind Pitje Puck gelesen, kam dann zu den Heftromanen um John Sinclair und Professor Zamorra, Macabros und Larry Brent. Solche Geschichten wollte ich auch schreiben. Und so habe ich mir dann damals eigene Geschichten um »Dameron, der Halbdämon« ausgedacht. Mein Bruder zeichnete die Cover, ich druckte die Geschichten aus und verteilte sie in der Klasse. Hatte eine riesengroße Auflage von sechs Stück oder so.
So eine Geschichte viel meinem damaligen Deutschlehrer in die Hände. Er meinte, dass ich Talent habe, nur das es schade ist, dass ich »Horror« schreibe und hat mir dann über die Sommerferien »Die Schatzinsel« mitgegeben. Da war es um mich geschehen. Diese Perspektiven, diese Möglichkeiten, dieses Abtauchen in andere Welten. Da wusste ich: Ich will wirklich Schriftsteller werden.

– Welches Genre oder welche Genres würden Sie als Ihre literarische Heimat bezeichnen? Fans welcher Autoren könnte es gefallen, in Ihre Geschichten hineinzuschauen?

Oh, am liebsten bin ich gegenwartsliterarisch unterwegs, in der Form, wie ich »Rose« oder »Seine allererste Liebe« verfasst habe. Das liegt mir am nächsten. Das ist das, was ich am liebsten mag. Von Menschen erzählen, davon berichten, wie jemand wurde wie er ist und welche Wege noch vor ihnen liegen. Finde ich total spannend.
Aber in Wirklichkeit schreibe ich viel Unterhaltung im Bereich Hörspiel und Hörbuch, adaptiere Literaturklassiker und bringe sie in Hörbuchform. Dazu schreibe ich viel Sherlock Holmes, Edgar Wallace oder auch ab und zu mal was in der Spannungsliteratur, wie meinen Roman »Heimkehr«. Aber auch romantische Sachen im DP Verlag gehören zu meinen Veröffentlichungen. Demnächst kommen auch Familiengeheimnisromane dazu.

Bei der Gegenwartsliteratur ganz klar Autoren wie Francoise Dorner, David Nicholls oder, um mich ganz weit aus dem Fenster zu lehnen, in der Hoffnung mich nicht lächerlich zu machen, Albert Camus.

Bei den Hörbüchern halt die bekannten Autoren wie Poe, Stevenson, Verne, James und so weiter.

Und bei meinen Spanungssachen sind die Namen ja schon gefallen, wie Doyle, Wallace oder eben Autoren der Spannung wie Hohlbein.

– Wie wird eine Geschichte in Ihren Augen zu einer guten Geschichte, was zeichnet gute Protagonisten aus?

Ich mag es, wenn Figuren nicht gerade sind. Wenn sie Macken haben, erst noch wachsen müssen. Ich mag diese unverwundbaren Superhelden nicht. Mir liegt es eher, wenn jemand in einer Situation nervös wird, innerlich mit sich kämpfen muss, um Herr der Lage zu bleiben. Oder dass man auch mal verlieren darf.
Und darin liegt dann auch schon das Geheimnis einer guten Geschichte. Figuren müssen realistisch sein. Sie müssen eine eigene Sprache haben, einen eigenen Rhythmus, man muss sie gleich erkennen.
Und man sollte halt keine Klischees bedienen, wenn man es dennoch machen möchte, sollte man sie gut überzeichnen oder eben glaubwürdig bearbeiten.
Spannung ergibt sich, in meinen Augen, aus den Figuren selbst heraus. Wenn sie wachsen und wenn sie begreifen, was sie tun müssen, um das Tal, indem sie stecken, durchqueren zu können.
Aber eben immer realistisch bleiben, damit der Leser denkt: Das könnte ich sein, dem das gerade passiert. Daher sollte man die Figuren, in meinen Augen, immer etwas menschlich zeichnen, ihnen Fehler mitgeben, Konflikte mit Eltern oder Geschwistern, Unwohlsein auf der Arbeit, den Drang mehr aus sich machen zu wollen.

– Wie können sich Ihre Leser einen Tag in Ihrem Autorenleben vorstellen? Wie, wann und wie viel schreiben Sie? Haben Sie sich dazu spezielle Rituale angewöhnt?

Ich bin ja Familienvater, daher beginnt mein Tag wie bei vielen anderen auch. Brote schmieren, Kinder fertig machen, zum Kindergarten fahren, bzw zum Bus.
Dann mache ich etwas Haushalt und versuche spätestens ab 9 Uhr am PC zu sitzen. Ich habe immer eine genaue Vorstellung von dem, was ich schreiben will. Ich arbeite mit großen Exposés, in denen ich mir die Figuren skizziert habe, woher sie kommen, wohin sie gehen wollen und wo sie am Anfang der Geschichte stehen. Dazu einen aufgeschriebenen Handlungsbogen.
Ich versuche am Tag so an die 5000-6000 Wörter zu schreiben. Es muss nicht immer gut sein, denn ein guter Freund von mir hat einmal gesagt: »Was steht, dass steht und was steht, dass kann überarbeitet werden.«
Ich finde, da hat er recht. Besser als gar nichts zu Papier gebracht zu haben.

Nein, Rituale habe ich keine. Nur das ich Ruhe brauche. Am liebsten arbeite ich in meinem Garten, da ist es so schön ruhig und wenn dabei noch die Sonne scheint, um so besser.

– Wo holen Sie sich Ihre Ideen her? Was inspiriert Sie, wer inspiriert Sie?

Klingt doof, aber meistens fallen sie mir irgendwie ein. Ich denke über etwas nach und plötzlich ist da der Gedanke: »Hey, daraus könnte man doch was machen.« Und dann knobelt man so herum und entweder passt es, oder es passt nicht.
Manchmal aber bekomme ich auch von meiner Agentin einen Anruf mit der Bitte: »Mach dir mal zu Thema XY Gedanken. Könnte nächstes Jahr interessant werden.«

Inspiriert werde ich von Filmen, anderen Geschichten. Oft ist es bei mir so, dass ich etwas lese, höre oder sehe und mir denke: »Was ist eigentlich aus der Nebenfigur geworden? Wäre es nicht interessant, wenn man es so und so erzählt, anstatt so und so.« Na ja, und dann dreht sich das Gedankenkarusell und nach und nach entsteht eine Geschichte.

– Planen Sie Ihre Geschichten im Voraus »am Reißbrett«, oder schreiben Sie »drauflos« und lassen Sie den Worten ihren Lauf? Warum halten Sie Ihre Vorgehensweise für die Richtige?

Wie oben schon angedeutet, ich muss vieles planen und vorher aufschreiben, damit ich ein Gefühl für die Figuren bekomme, für das Setting. Einfach drauflos geht bei mir schlecht, da ich dann immer zu viele Fäden in der Hand halte und mich dann vertüddel.

Ob meine Vorgehensweise richtig ist, weiß ich nicht. Mir gibt sie Sicherheit. Ich muss wissen, was ich tun möchte. Mir fällt es auch sehr schwer, mich zu motivieren, einfach in die Tasten zu hauen. Da habe ich immer einen Druck im Magen und das Gefühl, es wird nicht gut. Daher finde ich, das meine Methode zu mir am besten passt.

– Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vor Ihrer ersten Veröffentlichung vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt im Allgemeinen und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Ich sitze leider nicht in der Karibik am Strand, trinke keinen Sex on the Beach und schaue nicht dabei zu, wie mein Boot da auf den Wellen schaukelt. 😊 Nein, ich hatte damals keine genaue Vorstellung, als ich mich fürs Schreiben interessierte. Ich war nie bei einem Stammtisch, habe keine Lesungen besucht und hatte auch nie Kontakt zu anderen Lesern oder so. Deshalb scheint es genauso zu sein, wie es sein soll.

Ich würde mir wünschen, dass wieder mehr experimentiert wird. Das nicht der xte Roman zum hundertsten Mal neuerzählt wird. Das Figuren auch mal etwas eckiger und kantiger sein dürfen. Und ganz klar, mehr Chancen bekommen. Natürlich muss es massentauglich sein, aber dennoch kann man ja auch mal ein Genre sich neu gestalten lassen.
Und da komme ich dann auch gleich zu den Lesern, den Fans. Auch da wünsche ich mir mehr Toleranz und Mut zu Neuem. Es darf doch auch gerne mal eine Fantasiewelt anders konzipiert werden, als die bisher bekannten. Eine Geschichte einen anderen Schwerpunkt haben, als das, was man bisher immer kannte. Das alle einfach ein wenig mehr ihr Schneckenhaus verlassen, als nur darin zu sitzen immer das Gleiche zu lesen.
Das ist wie bei den Hörspielen. Es wird immer darüber geredet, dass Verkäufe zurück gehen. Kommt man aber mit einer neuen Idee, heißt es: »Och, lieber nicht, kann ich nicht abschätzen, wie es sich verkauft. Hast du nicht was von Sherlock Holmes oder dem Bakerstreet Kosmos?«
Und liegt die Crux – es muss immer das Gleiche neu erzählt werden. Irgendwann lutscht es sich einfach aus.

Das Team von Leserkanone.de dankt Thomas Tippner für die Zeit, die er sich genommen hat!
 
Bücher nach Bewertung Bücher chronologisch Bücher alphabetisch
13 Gifts of Lady Santa
Genre: Horror und Kurzgeschichtensammlung (Eigenverlag und BookRix, 29. Oktober 2019)
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Chats
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Der Blick zurück
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Sherlock Holmes: Neue Fälle 32 - Der Fall des Dr. Watson
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