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Sabine Reifenstahl 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Pseudonym: S.R. Stahl
Webseite: Offizielle Homepage von Sabine Reifenstahl
Twitter: @Autorin_SR
Facebook: AutorenseiteSabineReifenstahl
Instagram: sabinereifenstahl_autorin
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Sabine Reifenstahl vom 01.10.2020
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 01.10.2020
In ihrer Anthologie »MANNigfaltig« erzählt Sabine Reifenstahl von Männern, die Männer lieben. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über das Genre der Gay Romance und über einen Schreibwettbewerb.

– Frau Reifenstahl, vor Kurzem erschien Ihre Anthologie »MANNigfaltig«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Liebe Frau Peine, zuerst möchte ich mich für die Gelegenheit bedanken, meine Anthologie »MANNigfaltig« vorstellen zu dürfen, eine Sammlung von Liebesgeschichten – romantisch, melancholisch; oder auch mit Grenzerfahrungen. Wie der Titel nahelegt, sind die Protagonisten homosexuelle Männer. Der eine stolpert über ein himmlisches Geschenk, ein anderer wird von einem Drachen gerettet, ein Student zappelt im aus Verlangen und Erpressung geknüpften Netz, das Leben gerät nach einem Unfall aus den Fugen oder ein Ampelstopp stellt es auf den Kopf ... Liebe ist bunt, und ich zeige einige Facetten davon.

Ohne den sprichwörtlichen Zaunpfahl zu schwingen, möchte ich dafür sensibilisieren, dass Liebe in all ihren Formen normal ist; solange alle Beteiligten einverstanden sind und niemand zu Schaden kommt. Es freut mich daher, dass es meine im Buch enthaltene queere BDSM-Geschichte »Nuancen von Liebe« in leicht veränderter Form beim 23. Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb auf die Longlist schaffte.

– Den Lesern welcher anderen Autoren oder welcher anderen Kurzgeschichten würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingswerke?

An meiner Sammlung werden alle Freude finden, die gern eine emotionale Auszeit vom Alltag nehmen und gefühlvolle Geschichten lieben; die spezielle Textform erlaubt ein komplettes Abtauchen innerhalb kürzester Zeit. Ich erzähle von zwischenmenschlichen Beziehungen, manchmal darf es dabei auch heiß hergehen. Da ich nordische und griechische Mythen liebe, lasse ich diese gern zu neuem Leben erwachen. So begegnet einem Autor in den Raunächten Odins Wildes Heer und ein ganz besonderer Gefährte.
Literarische Vorbilder habe ich keine, aber ich mag die vielschichtigen Helden von David Gemmell und David Eddings. Heute komme ich kaum noch zum Lesen, erinnere mich jedoch gern an das erste schwule Buch zurück: »Winterhimmel« von Christina McKay.

– Wie kam es dazu, dass Kurzgeschichten zu einem solchen Steckenpferd von Ihnen geworden sind? Was macht Ihrer Meinung nach eine gute Kurzgeschichte aus?

Zur Kurzgeschichte kam ich eher zufällig durch eine Schreibgruppe. Damals lag mein Fantasy-Roman bereits fertig in der Schublade, lange Zeit blieb er dort. Ich beherzigte den Rat, mit meinem Herzprojekt zu warten und zu lernen. Also schrieb ich, meist zielgerichtet für Ausschreibungen.
Was macht eine gute Kurzgeschichte aus? Ich möchte meine Leser erreichen. Ob sie dabei nun lachen oder weinen ist nebensächlich, Hauptsache, ich kann sie in meine Welt ziehen, unterhalten, vielleicht auch zum Nachdenken anregen.

Ein toller Nebeneffekt von Kurzgeschichten: Es ist einfacher, von einem Verlag veröffentlicht zu werden, durch die Lektorate lernte ich viel über das Handwerk Schreiben. Nicht zuletzt ist es wundervoll, wenn die eigene Geschichte aus einer Vielzahl von Einsendungen ausgewählt wird.

– Alle acht Geschichten Ihres Buches beschäftigen sich mit homosexuellen Männern. Von außen betrachtet hat man den Eindruck, dass das Genre der »Gay Romance« fast ausschließlich weibliche Leserinnen hat. Warum entwickeln Ihrer Meinung nach gerade Frauen ein Faible für die niedergeschriebene Liebe zwischen Männern?

Die Bonusgeschichte am Ende fällt aus dem Rahmen und ist ein Märchen über die Liebe zwischen einer Menschenfrau und einem Drachen, die die Welt erlöst. Ich hoffe, sie gefällt auch ohne homosexuelle Komponente.
Wieso lesen vor allem Frauen Gay Romance? Ich habe diese Frage in einer queeren Gruppe gestellt und bekam eine Vielzahl von Antworten. Dabei ging es oft darum, dass in vielen Büchern Frauen als schwaches Geschlecht dargestellt werden, mit denen man nicht mitfiebern kann. Die meisten Bücher, die ich gelesen habe, befassten sich schon vom Grundsatz her nicht mit solch zarten Pflänzchen. Was aber vielleicht den Reiz ausmacht – ich hatte eine entsprechende Antwort erhalten: Warum nur etwas über einen umwerfenden Kerl lesen, wenn man auch zwei (oder mehr) haben kann?
Etwas anderes spielt sicher auch eine Rolle. Grundsätzlich liegt der Anteil der Lesenden bei den Frauen höher als bei Männern, und romantische Geschichten sprechen eher die weibliche Leserschaft an. Allerdings hatte ich auch schon positive Resonanz von heterosexuellen Männern, oftmals mit der Einschränkung, sie würden dann doch lieber etwas über Frauen lesen ...
In dem Fall verweise ich gern auf meine anderen Geschichten.
Wer es heißer mag, darf unter dem Pseudonym S. R. Stahl nachsehen. Gerade erschienen ist in der Anthologie »Ex und Popp« die Kurzgeschichte »Der Kater lässt das Mausen nicht«.

– Seit der Veröffentlichung von »MANNigfaltig« haben Sie mit »Träumerin und Feuervogel« und »Anders, nicht artig« weitere Kurzgeschichten veröffentlicht. Was erwartet Ihre Leser in den Geschichten? Und warum sollte jeder, der »MANNigfaltig« fertiggelesen hat, sofort mit den beiden Storys weitermachen?

Auf meiner Homepage sieht man, wie vielfältig die Geschichten sind, die ich schreibe, mannigfaltig eben. Mit »Träumerin und Feuervogel« erzähle ich die Legende vom Phönix auf meine Weise und vollkommen heterosexuell. Der ideale Stoff zum Träumen.
»Anders, nicht artig« ist eine queere Geschichte, die sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Es geht um zwei Frauen, von denen keine gänzlich weiblich ist und die in dieser Andersartigkeit etwas Neues erleben. Ich möchte damit zum Nachdenken anregen, denn immer noch wird vieles in Schubladen gesteckt, dabei würde das Zusammenleben einfacher und angenehmer, wenn alle toleranter wären. Es freut mich, dass der Text vom Muc-Verlag aus über 500 Einsendungen für die im Oktober erscheinende Anthologie »Verzaubert – Mein Herz schlägt queer« ausgewählt wurde.
Ebenfalls für mehr Toleranz wirbt meine Kindergeschichte »Anna und der Märchenerzähler«, die von ungleichen Zwillingen erzählt und gerade in der Kurzgeschichtensammlung »Ich sehe doppelt: Zwillingsgeschichten« erschienen ist.
Da ich mich nicht auf ein Genre festlegen möchte, lohnt sich ein Blick auf meine Homepage www.sabinereifenstahl.de, dort findet sich für jeden Geschmack etwas, und es kommt ständig Neues hinzu.

– Sie haben »MANNigfaltig« ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Viele der Geschichten in »MANNigfaltig« sind in abgewandelter Form bereits in Verlags-Anthologien veröffentlicht worden. Das erleichterte mir die Zusammenstellung. Ich wollte die eigenen Stories in komprimierter Form herausbringen, dazu bot sich diese Veröffentlichungsform an; ich plane weitere Kurzgeschichtensammlungen.
Verlage sind aus meiner Sicht ungemein wichtig und zeitgemäß, denn hier steht ein Team von Lektoren etc. hinter dem Autor, er kann sich aufs Wesentliche konzentrieren: das Schreiben. Gerade Kleinverlage veröffentlichen auch Themen abseits des Mainstreams.
Für mich war es lehrreich, vom Coverdesign bis zum Buchsatz alles selbst zu machen, damit weiß ich die Arbeit, die ein Verlag leistet, umso mehr zu schätzen. Im Selfpublishing erscheinen ebenfalls tolle Geschichten. Beide Veröffentlichungsformen haben aus meiner Sicht ihre Berechtigung, beleben die Literaturwelt und sorgen für Vielfalt, als Hybridautor möchte ich ihnen treu bleiben.

– Derzeit bereiten Sie einen Schreibwettbewerb vor, wie wir gehört haben. Was hat es damit auf sich?

Vor ein paar Wochen wurde ich zufällig auf das Projekt von Maria Donner aufmerksam. Sie wollte ein Buch mit Vorlesegeschichten herausbringen, die sich unbesehen dazu eignen, Menschen in besonderen Lebenslagen Freude zu spenden. Von dieser Idee war ich sofort angetan und bot meine Hilfe an.
Wir suchen positiv stimmende Kurzgeschichten mit einer Länge von bis zum 10.000 Zeichen. Alles weitere können Interessierte unter www.geschichten-bowle.de nachlesen oder bei mir erfragen.
Über eine hohe Beteiligung würden wir uns freuen, denn geplant ist eine Reihe von Anthologien mit genügend Texten für ein ganzes Jahr.

– Was können wir von der Autorin Sabine Reifenstahl in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Gerade online gestellt wurde mein Beitrag »Farbrausch mit allen Sinnen« im Kulturmagazin »Qultur«, noch in diesem Jahr erscheinen jeweils eine Geschichte in der Weihnachts-Anthologie »Geschichten unterm Tannenbaum« des Autorennetzwerkes und im Kinderbuch »Lebendige Noten« des net-Verlages. Im Dezember lese ich voraussichtlich ein weiteres Mal bei der Online-Lesereihe »allabendlichqueer« (näheres auf meiner Website oder unter www.literatunten.de).
Gerade bin ich dabei, meinen lektorierten schwulen Roman zu bearbeiten, als Debüt wird er im kommenden Jahr beim MAIN-Verlag erscheinen. Für zwei weitere Romane, darunter meinen Fantasy-Roman, habe ich ebenfalls Verlagsverträge unterschrieben.
Persönlich treffen kann man mich voraussichtlich auf der Leipziger Buchmesse im Mai 2021.
Auf meiner Homepage informiere ich über Neuigkeiten und Projekte; ein Besuch lohnt immer. Dort sind auch Leseproben und die Aufzeichnungen von Lesungen zu finden. Ich freue mich über Zuschriften und Anregungen und bedanke mich für das Interesse.

Das Team von Leserkanone.de dankt Sabine Reifenstahl für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Sabine Reifenstahl
Sabine Reifenstahl bei Twitter
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Sabine Reifenstahl bei Instagram
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»Träumerin und Feuervogel« bei Leserkanone.de
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»Anders, nicht artig« bei Leserkanone.de
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