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Michael Kothe 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Michael Kothe
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Michael Kothe vom 17.08.2020
  Leserkanone.de-Interview mit Michael Kothe vom 04.02.2021
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 04.02.2021
Zwar gibt es derzeit noch kein neues Buch von Michael Kothe, dem Autor von »Quer Beet aufs Treppchen« und »Siebenreich - Die letzten Scherben«, dafür aber umso mehr laufende Projekte. Wir sprachen mit ihm darüber, was in den nächsten Monaten auf seine Leser zukommt.

– Herr Kothe, ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem wir Sie zuletzt zu einem Gespräch begrüßen konnten. Was hat sich in der Zwischenzeit im Autorenleben des Michael Kothe getan?

Frau Peine, über die Gelegenheit zur Vorstellung meiner Projekte freue ich mich und danke Ihnen. »Ohne Kunst und Kultur wird´s still« ist ein Slogan, mit dem auch Angehörige der Literaturszene auf ihre Situation aufmerksam machen. Obwohl ich nicht vom Schreiben lebe, bekenne ich mich zu dieser Feststellung und habe weiter gearbeitet. Noch ist davon wenig zu sehen, weil mein Name nicht draufsteht. Seit dem Interview habe ich etwa 35 neue Kurzgeschichten und eine Handvoll Gedichte verfasst. Fast alle habe ich zu Schreibwettbewerben eingesandt. Daraus haben Verlage bislang zehn in ihren Sammlungen abgedruckt. Ich hoffe, dass ich noch möglichst viele in fremden Anthologien lesen darf.
Mittlerweile habe ich bei meiner Liebe zum Buch das Lesen wiederentdeckt. Bei Penguin Random House habe ich mich erfolgreich als Testleser beworben. Zwei meiner Rezensionen stehen im Internet in der Verlagswerbung, den dritten künftigen Bestseller, den man mir geschickt hat, muss ich noch lesen. Seit kurzem engagiere ich mich auch in einem sozialen Projekt. Die »Geschichten-Bowle« (geschichten-bowle.de) möchte Betreuern von Menschen in besonderen Lebenslagen ein Geschichtenbuch zum Vorlesen in die Hand geben. Derzeit bewerten die Projektgründerinnen Maria Donner und Sabine Reifenstahl mit mir zusammen die 141 Beiträge auf ihre Qualität und auf ihre Tauglichkeit für das Projekt. Die lektorierten Texte erhalte ich dann fürs Korrektorat, herausgeben werden wir das Werk zu dritt.
Viel Zeit habe ich in meine Internetseiten gesteckt. Meine Autoren-Homepage ist straffer gegliedert und wendet sich in Teilen nun auch an spanisch sprechende Besucher. Ein paar Presseartikel sind über mich erschienen – von der Lokalzeitung bis zum Münchner Merkur. Und Betreiber fremder Literaturplattformen veröffentlichen Erzählungen von mir.

– Hat sich die Corona-Krise auch bei Ihrer Arbeit als Autor bemerkbar gemacht?

In den letzten Presseartikeln über mich klang an, Corona habe Einfluss genommen auf mein Schreiben. Der Grund ist nicht, dass ich seit Februar 2020 – nicht ungern übrigens – in Galicien, Spaniens grünem Norden, festsitze, sondern einfach, weil manche Schreibwettbewerbe für ihre Aufgaben vermehrt düstere oder krisenbezogene Themen wählen. Beim Schreiben meiner Beiträge habe ich mit Schmunzeln festgestellt, dass mir auch Genres wie Urban Fantasy oder Dark Fantasy Spaß machen. Corona-Geschichten schreibe ich eigentlich – oh Unwort! – nicht. Von zwei nicht ernst gemeinten Ausnahmen einmal abgesehen. Selbst angesteckt habe ich mich weder am Virus noch an der Düsternis jener Geschichten.

– Als wir zuletzt mit Ihnen sprachen, hatten Sie schon die Hälfte der 2020/2021er Version Ihrer Anthologie »Quer Beet aufs Treppchen« gefüllt. Wie ist der aktuelle Stand? Und was erwartet Ihre Leser in dem Buch?

Aus seiner Rezension von »Quer Beet aufs Treppchen« (2019/2020) darf ich das knappe Fazit eines Bibliotheksmitarbeiters zitieren: »eine gut gefüllte Wundertüte«. Woanders betont die Bloggerin rezensionsnerdista.de gleich mehrmals die Vielseitigkeit der Sammlung und weist auf die überraschende Wendung in jeder Erzählung hin. Dieses Lob ist für mich ein Anreiz, weiterhin fleißig alle möglichen Genres zu bedienen. Dass dabei auch erotische Lyrik ans Licht kam, hatte ich mir vor einem bestimmten Wettbewerb nicht träumen lassen. Eigentlich quillt das Buch schon über. Seine Veröffentlichung wartet auf die ausstehende Auswertung vom letzten Dutzend meiner Wettbewerbsbeiträge. Die Betreiber haben ein Erstveröffentlichungsrecht, und ich möchte nach wie vor dem Leser die Rückmeldungen aus den Ausschreibungen mitteilen. Immerhin haben schon einige Beiträge für den neuen Band das Siegerpodest erklommen.
Wieder ist der Inhalt ein bunter Reigen, etwa: Wie endet die erpresserische Kindesentführung? Welches Unglück zwingt Dr. Markgraf, Hals über Kopf seine wichtige Konferenz zu verlassen? Welche Entscheidung trifft Bea, die sich im Urlaub gleich zu zwei Männern hingezogen fühlt? Wer ist der Stalker, der Coras Kuraufenthalt unerträglich macht? Und wie endet Manuels Flug über den südamerikanischen Dschungel – mit Gold, einem Schwerkranken und einem Hijacker an Bord? In den Rezensionen, die über die Verlagsanthologien verfasst wurden, steht schon manches Lob über meine dort abgedruckten Erzählungen. Auch drei Gedichte gibt es nunmehr, lustig oder nachdenklich machend. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Fast alle Beiträge enden für den Leser verblüffend und fesseln ihn auch dann, wenn sie nicht gerade zu seinem Lieblingsgenre gehören.
Es amüsiert mich, dass mir gerade während dieses Interviews der Gedanke kommt, gar nicht mehr auf alle Antworten warten zu wollen. Es fehlen nur noch rund dreißig Druckseiten, um auf die geplanten 280 Seiten und die rund 20 Erzählungen zu kommen. Versprochen: »Quer Beet aufs Treppchen« liegt dieses Jahr im Osternest!

– Damals erwähnten Sie, dass Sie vorhatten, einige Ihrer Geschichten ins Spanische zu übersetzen. Ist es der erste Versuch dieser Art, oder haben Sie bereits zuvor auf Spanisch veröffentlicht? Haben Sie den spanischen Buchmarkt allgemein im Blick? Was unterscheidet beispielsweise den typischen spanischen Leser von deutschen Bücherwürmern?

Die ersten fünf Geschichten habe ich ins Spanische übersetzt und zusammen mit dem Cover und der Titelei an muttersprachliche Testleser geschickt. Bislang habe ich eine Rückmeldung. Nämlich, dass Inhalt und sprachliche Qualität begeistern. »Desolado« soll es nur als eBook geben genau wie später die deutsche Ausgabe »Trostlos«– und das für 99 Eurocent. Der Titel folgt dem Inhalt. Ich habe meine düstersten Erzählungen zusammengefasst … und hatte mein Vergnügen daran. Das Büchlein ist ein Versuchsballon auf dem spanischen Buchmarkt, denn die Übersetzung kostet mindestens so viel Kraft und Zeit wie das Schreiben und Überarbeiten des deutschen Urtextes. Das Spanisch der Literatur ist eben keine Umgangssprache, und Bilder und Redewendungen lassen sich nicht 1:1 übersetzen. Daher werde ich nur meine Kurzgeschichten in dieser Sprache herausbringen. Stärker als in Deutschland gilt in Spanien der Prophet, sprich: der Schriftsteller, etwas im eigenen Lande. Auch Anthologien stehen höher im Kurs. Beides ist dem Stolz auf die nationale oder auch regionale Kultur und Eigenständigkeit zu verdanken, die sich intensiv in der Literatur vorstellen und lebendig halten. Vielleicht verhelfen aber Humor, leichtfüßiger Schreibstil und die unerwarteten Wendungen in »Queer Beet aufs Treppchen« – der spanische Titel wird keine direkte Übersetzung – dem Buch zu einigem Erfolg. Und hoffentlich ist der Leser neugierig darauf, was ein Deutscher für ihn so schreibt.

– Hatten Sie schon die Gelegenheit, an Ihrer »Siebenreich«-Reihe weiterzuarbeiten? Womit können die Fans des ersten Bandes rechnen?

Ich bin kein Plotter. Mein Plot entsteht während des Schreibens, teilweise also rückblickend. Er hat dann eher eine Kontroll- als eine Planungsfunktion. Die Erstellung dieser Hilfe war mir wichtiger als das fleißige Weiterschreiben am Rohentwurf, der mittlerweile etwa ein Viertel der Handlung umfasst. Andererseits habe ich die komplette Geschichte vor Augen. Ohne zu viel zu verraten, darf ich preisgeben, dass der zweite Band von der Suche nach einem vor Jahren in die Sklaverei entführten Mädchen erzählt. Mike lernt die Mutter Elisabeth unter unliebsamen Umständen in Königstein kennen, als sie ihn bestiehlt. Er denkt nicht an Rache oder Bestrafung. Die beiden raufen sich zusammen, wobei eine Romanze sich als ebenso schwierig entpuppt wie die gemeinsame Suche nach Felina, der verschleppten Tochter. Während Mike und Elisabeth unter Gefahren und trotz zahlreicher Rückschläge auch außerhalb von Siebenreich nach der Entführten forschen, versucht diese junge Frau ihrerseits, sich mit Hilfe von Magie zu befreien. Dabei war Mikes »innere Heldenreise« für mich die größte Herausforderung: Während der Leser Elisabeth noch nicht kennt und ich deshalb ihren Charakter unvorbelastet entwickeln kann, ist der von Mike schon ausgeprägt, und ich möchte den Lesern des ersten Bandes keine Wiederholung zumuten. Ich habe mir einen Trick ausgedacht, wie ich ihn trotzdem dreidimensional erscheinen lasse. Hilfreich war für mich, dass Mike, der sich in »Siebenreich – Die letzten Scherben« als Orkjäger ausgetobt hat, es diesmal mehr mit menschlichen Gegnern zu tun bekommt. Siebenreich ist eben keine Serie, sondern eine Reihe. Alle Romane sind eigenständig. Ich hoffe, diesen Band um die Jahresmitte zu veröffentlichen.

– Wird es in diesem Jahr weitere Projekte geben, denen Sie sich widmen werden? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Den Fortschritt meiner Hauptprojekte habe ich geschildert. Daneben liegen kleinere, aber dennoch wichtige Dinge klar vor meinen Augen. Meine Kurzgeschichtensammlungen möchte ich fördern, indem ich aus jeder einen Auszug als eBook veröffentliche, quasi zum Probelesen. Der Umfang soll etwa zwanzig DIN-A-4-Seiten Text betragen, das entspricht rund 50 bis 60 Taschenbuch­seiten. Den Preis von 99 Eurocent sehe ich als Anreiz für jeden, der vor einer Anthologie von 280 Seiten scheut. Hier bewerte ich es als Vorteil, dass die gesamte Sammlung aus meiner Feder stammt. So kann sich der Leser nach der Lektüre der Schnupperbücher, sofern sie ihm gefallen, darauf verlassen, dass alle Beiträge trotz unterschiedlicher Genres in dem Stil geschrieben sind, der ihm gerade das Lesevergnügen bereitet hat.
Ein weiteres Hobby ist, meine Internetseiten zu pflegen und auszubauen. Nach der Straffung zum Jahresbeginn und der schrittweisen Einführung spanischer Seiten auf der Autoren-Homepage bekommt jedes neue Projekt seine eigene Seite. Die Bücher einer Reihe werden natürlich zusammengefasst. Also »Quer Beet« 2021 und 2022 ziehen in die bestehende Seite ein. Darüber hinaus möchte ich meine Internetpräsenz auf anderen Plattformen erweitern. Auf pierremontagnard.com und textmanege.com trage ich jetzt schon regelmäßig Erzählungen bei.
Vor-Ort-Veranstaltungen habe ich keine vorbereitet. Ich weiß ja nicht, wann ich wieder nach München reisen kann, und einem spanischen Publikum habe ich noch nicht genug zu bieten. Jedoch habe ich Online-Lesungen im Visier, und mit Sicherheit werde ich auch dieses Jahr mindestens einen Wettbewerb veranstalten, bei dem Leser meine eBooks gewinnen können. Auf beides werde ich zeitnah auf meiner Autoren-Homepage und in meinem Newsletter hinweisen. Ein Wettbewerb steht schon unmittelbar bevor.

Für dieses Interview mit seinen interessanten Fragen danke ich Ihnen.

Das Team von Leserkanone.de dankt Michael Kothe für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Michael Kothe
»Quer Beet aufs Treppchen« bei Leserkanone.de
»Quer Beet aufs Treppchen« bei Amazon
»Siebenreich - Die letzten Scherben« bei Leserkanone.de
»Siebenreich - Die letzten Scherben« bei Amazon
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