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Eckhard A. Kretschmer 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Eckhard A. Kretschmer
Twitter: @EckhardAKretsc1
Facebook: inselautor
Instagram: eakretschmer
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Eckhard A. Kretschmer vom 15.09.2020
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 15.09.2020
In seinem Buch »Mit-Gefühl« widmet sich Eckhard A. Kretschmer der Tierwelt. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über die emotionale Nähe zu Tieren und über seine zukünftigen Projekte.

– Herr Kretschmer, vor Kurzem erschien Ihr Buch »Mit-Gefühl«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Gerne. Das Buch ist eine Sammlung von Texten, die von Tieren, von Erlebnissen mit Tieren, von Gedankengängen und eben Mit-Gefühl mit Tieren handeln. Und es beschreibt den Weg eines »Durchschnitts-Stadtkindes« zu immer mehr Mit-Gefühl mit Tieren. Es zeigt ohne erhobenen Zeigefinger meinen Weg in den Tierschutz. Vom Süß-Finden mancher Tiere über das Helfen-Wollen, wenn ein Tier verletzt oder gar tot ist, bis hin zu den unvermeidlichen Gedankengängen und Fragen, die sich stellen. Zum Beispiel: Liegt da ein verletzter Hund oder ein verletztes Reh? Hunde werden zum Tierarzt gefahren, egal welcher, fast egal, was es kostet. In vielen Gemeinden ist die Behandlung durch die Kommune sichergestellt. Ein genau so verletztes Reh wird in den meisten Fällen schlicht erschossen werden. Durch den ersten Polizeibeamten vor Ort, oder, wenn möglich, durch den dann herbeigerufenen Jäger. Diese Ungleichbehandlung wird ja weiter fortgesetzt durch solche Dinge wie die neue Pflicht, mit Hunden täglich zwei mal und eine bestimmte Zeit Gassi zu gehen und ihnen den artgerechten Auslauf zu geben. Die Rechte anderer Tiere nach Artgerechtigkeit werden von der Landwirtschaftsministerin vehement eingeschränkt bzw. die ständige Quälerei durch enge und nicht tiergerechte Haltungsmethoden, Tötungsmethoden usw.. werden von ihr nicht geahndet, sondern teilweise gefördert und unterstützt. Nach der Lektüre dieses Buches ist nicht automatisch ein Veganer. Aber man wird emotional auf eine Reise mitgenommen, die einem Perspektiven zeigt, wie man Tiere sehen, und wie man mit Tieren fühlen kann, und vielleicht sollte ...

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Werke würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsbücher?

Ehrlich gesagt, dieses Buch ist so kantig und so wenig in eine Schublade zu stecken wie ich selbst. Es ist authentisch, gefühlvoll, kontrovers, undiplomatisch und doch einfühlsam. Als Buchhändler wüsste ich auch nicht, in welches Regal und neben welche Autoren ich es stellen sollte. Und die fragte »Leser, die dieses Buch kauften, kauften auch« ist schwer zu beantworten. Natürlich wäre ein Roman, oder eine Tiergeschichte, oder ein Drama, ein Krimi und Sci-Fi leichter zu vermarkten. Aber es ist mir ein Bedürfnis gewesen, genau dieses Buch der lesenden Welt anzuvertrauen.

– Wie kam es dazu, dass Sie sich in Ihrem Buch mit Tieren beschäftigt haben? Welchen Anliegen gehen Sie dabei nach?

Tiere kamen mir immer näher im Laufe meines Lebens. Ich »hatte« welche, ich half welchen, ich wurde immer geübter und einfühlsamer im Umgang mit kompliziertern Tieren, hier meistens Hunden. Aber ich habe mir auch Gedanken gemacht, wie mit den Tieren umgegangen wird, die wir als »Nutztiere« bezeichnen. Woher kommt meine Wurst, mein Steak? War das Tier glücklich, als es lebte? Sind sie an seinem letzten Lebenstag fair und einfühlsam mit ihm umgegangen? Irgendwann merkte ich, dass ich nicht mehr dafür verantwortlich sein möchte, wenn Menschen Tiere töten. Weil man eben mit grosser Sicherheit davon ausgehen kann, dass Tiere, auch Bio-Tiere, eben kein schönes Leben hatten, wie es artgerecht wäre, sondern ein Leben in der Massentierhaltung, unter Einhaltung von Regeln, die kein schönes Leben ermöglichen, sondern eine standardisierte Haltung, die vom Gesetzgeber für vertretbar gehalten wird. Und wenn man sich einmal die Bilder aus einem beliebigen Schlachthof vor Augen hält, möchte ich so sterben? Möchten Sie so sterben? Möchten Sie gezeugt und aufgezogen werden, um am Ende so zu sterben? In dem Buch war ich so mutig, meine innersten Gedankengänge und Gefühle aufzuschreiben. Dies nicht nur, was Tiere angeht, sondern auch Gedankengänge im Zusammenhang mit Menschen, die in bestimmten Situationen sehr alleine sind, und ihre Schmerzen, ihr Leid, ihre Hoffnungen einer Flaschenpost anvertrauen, die ich behutsam empfangen, und weiter auf die Reise geschickt habe. Mehr Mit-Gefühl mit Menschen und Tieren, so wie es viele Menschen pflegen, wünsche ich allen, die es brauchen, den Tieren und auch den Menschen, die sich nicht so mitteilen können, und doch jemanden bräuchten, der ihnen einmal zuhört, sie versteht, jemanden, der mit ihren Gefühlen respektvoll und empathisch umgeht.

– Inwiefern können geschriebene Worte dazu beitragen, die emotionale Nähe der Leserschaft zu Tieren zu erhöhen? Ist dafür nicht vielmehr der direkte Kontakt zu Tieren unersetzlich?

Ich glaube, ein Buch, so richtig eines aus Papier, ist ein wunderbarer Begleiter in andere Welten und Sichtweisen. Man kann den Ort, die Zeit, die Lesegeschwindigkeit daran anpassen, wie es einem gerade geht. Man kann ohne »Pause-Taste« unterbrechen, und am nächsten Tag weiterlesen. Man kann einfach auch einmal weiterblättern, wenn ein Kapitel einen zu sehr berührt, und es später lesen. Gerade die Kapitel, die von verstorbenen oder sterbenden Tieren handeln, bewegen einen ja doch ziemlich. Und diese Nähe zu Tieren, das Empfangen von Botschaften, und das Nachgehen dieser Botschaften, z.B. des toten Raben auf der Strasse, das erfordert eine gewisse Einstellung, Kraft, Stabilität, die man nicht von jedem erwarten soll. Aber darüber zu lesen, dass die anderen Raben die Bergung und das Zurückbringen ihres Freundes begleiteten, sowas kann man gut in einem Buch lesen. Und niemand muss sich gezwungen fühlen, selbst tote Tiere von der Straße zumindest an den Fahrbahnrand bringen zu müssen. Ich tue das. Auch für andere. Und für die Tiere. Und vielleicht ändert sich ja die Sichtweise auf tote Tiere oder Tiere in Not am Wegesrand, wenn man meine Gedanken dazu liest? Es ist mein subjektiver Weg, damit umzugehen. Aber vielleicht hilfreich für jemanden, der sich z.B. bisher schämte, auch solche Gedanken zu haben, und auch gelegentlich Tiere von der Straße gezogen zu haben?

– Warum sollten gerade Menschen, in deren Leben Tiere keine große Rolle spielen, Ihr Buch lesen?

Nicht jeder kann in den Weltraum fliegen. Aber faszinierend ist es doch, Schilderungen von Raumflügen zu lesen, oder? Und nicht jeder hat die Möglichkeit, Tieren draußen, im ländlichen Raum, oder am Strand, oder wo auch immer, so nahe zu sein wie ich glücklicherweise es kann. Und Tiere spielen, das haben wir ja vorhin schon gesehen, bei fast jedem eine Rolle. Sie sind auch versklavte Pelzlieferanten und sterben für unsere Steaks, Würste, Gyros oder Braten. Und so, wie man sich auch nicht mehr mit der Antwort »Strom ist gut – der kommt aus der Steckdose« zufrieden gibt, so stellt man sich ja auch die Frage zu den Tieren, die man in der Regel nicht sieht, und auf deren Kosten man doch lebt, isst, sich kleidet. Und manchmal, wenn man einen solchen Schlachtvieh-Transport auf der Autobahn hat, mit einem glücklichen Schweinchen auf der Rückseite, und dann die ganzen niedlichen Rüssel sieht, die in den Fahrtwind gehalten werden, dann kann man, vielleicht auch mithilfe meines Buches, ein wenig ein Gefühl dafür entwickeln, dass da intelligente, feinfühlige Lebewesen dem Tod entgegen gefahren werden, damit wir eine Grillparty schmeißen können...

– Sie haben Ihr Buch ohne einen »klassischen« Verlag in Eigenregie via »Books on Demand« veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Ich finde Verlage einfach wunderbar. Sie geben Autoren Chancen und Möglichkeiten, sie übernehmen Lektorat, Korrektorat, Produktions-Investitionen und Vermarktung, und ihre Erfahrung macht sie zu einem wertvollen Begleiter von Autoren, die sich dadurch fast ausschließlich auf das Schreiben konzentrieren können. Bei zukünftigen Büchern kann ich mir sehr gut vorstellen, mit einem Verlag zusammenzuarbeiten. Das aktuelle Buch »Mit-Gefühl« ist in einer besonderen Zeit entstanden. Es wurde fast komplett während des Lockdowns im Frühjahr 2020 geschrieben. Und auch die Verlage waren ja davon betroffen. Niemand konnte ahnen, wann dieser Lockdown vorbei sein würde. Aber deshalb kein Buch zu schreiben oder auf den Markt zu bringen? Das war für mich keinen Gedanken wert. Deshalb habe ich mich an den Möglichkeiten eines Lockdowns orientiert. Home-Office fürs Schreiben, digitale Veröffentlichung über einen Print-On-Demand Dienstleister, und digitale Vermarktung über Website, Social Media und mein im Tierschutzbereich ziemlich grosses, ebenfalls digital erreichbares Netzwerk.

– Durch »Mit-Gefühl« haben Sie die Grenze von der digitalen Welt in die gedruckte Welt überschritten. Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vorher vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Das »Autorenleben« findet ja, wegen Corona, faktisch nicht statt. Digital beworben, meist digital bestellt, findet das analoge Buch seinen Weg zu den Menschen. Witzigerweise übrigens fast nur analog. Ebooks nehmen in der Statistik bei mir einen sehr kleinen Teil ein. Man möchte wohl wirklich etwas zum Blättern, fühlen, mit sich herumtragen, an sich drücken, vielleicht mit Signatur. Etwas, was auch dann noch da ist, wenn der Strom einmal ausgeschaltet ist? Was ich mir wünschen würde, wären vor allem Möglichkeiten vom Buchmarkt, in allen aktuell machbaren Formen zu Veranstaltungen einzuladen. Lesungen, Diskussionen, Talkshows, Signierstunden. All das, was gerade jungen oder noch nicht viel publizierten Autoren hilft, und damit auch den Verlagen, die sie stützen, ist ja den Pandemie-Regeln zum Opfer gefallen. Hier kann der Buchmarkt sicher auch digital einiges entwickeln. Er muss es eigentlich auch. Denn eine Buchmesse, wie wir sie kannten, wird es weder in Hamburg noch in Leipzig in absehbarer Zeit wieder geben, oder?

– Was können wir von dem Autor Eckhard A. Kretschmer in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Tatsächlich wird es mindestens drei weitere Bücher in der nächsten Zeit geben. Eigentlich vier, denn ich wurde in eine wunderschöne kleine Anthologie aufgenommen, die in diesem Herbst noch erscheinen wird. Der Verlag M.A.C. (Medien Agentut Czellnik) hat unter zahlreichen Bewerbungen von Autoren von der Insel Fehmarn Beiträge ausgewählt, und auch meine Einsendung hat einen Platz bekommen. Darüber freue ich mich ganz besonders. Aber zurück zu »meinen« Büchern. »Mit-Gefühl« heißt ja nicht zufällig »Band 1« Ein zweiter Band wird herauskommen. Dort wird es wieder um Tiere gehen. Auch um so genannte Nutztiere, auch um Tiere, die man sonst so nicht auf dem Schirm hat, und wieder um Gefühle, von Tieren, und auch von Menschen. Ein Termin für das Erscheinen steht noch nicht fest. Fest aber steht, dass dieses Jahr noch mein Buch »XT 41« erscheinen wird. Das ist der Name einer Hündin, die aus einem Tierversuchslabor heraus ihr dortiges Leben schildert. Und ihre unerwartete Rettung, ihr Verschwinden aus der Öffentlichkeit, und wie sie mit den Erfahrungen im Labor, und mit den neuen Eindrücken danach umgeht. Das Buch hat schon umwerfend viele Vorbestellungen. Es wird aber leider nicht schon im Oktober zu haben sein. Ich denke, im November ist ein realistischer Termin. Und dann gibt es noch ein ganz besonderes Buch, in dem Tiere nicht die Hauptrolle spielen. Es werden darin sogar Hunde verspeist. Der Roman handelt von der Reise einer jungen Frau nach Nordkorea. Sie versucht, sich selbst, ihren leiblichen Vater und Antworten auf sehr viele Fragen zu finden, und am Ende entwickelt sich alles ganz anders, als die Reiseplanung eigentlich vorsah. Dieses Buch wird dann aber wirklich bei einem Verlag erscheinen. Den suche ich übrigens noch, wenn also jemand jemanden kennt?

– Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Coronabedingt ist der Kalender bisher ziemlich übersichtlich. Die Fehmarn-Anthologie wird mit einer Lesung dem Markt vorgestellt werden. Ein Termin ist allerdings noch nicht bekannt.

Kapitel aus dem Buch »XT41« werde ich anlässlich des Erscheinens auf einer Tierrechtsveranstaltung am Samstag, den 21. November 2020 in der Hamburger Innenstadt lesen dürfen. Dort wird das Buch auch direkt und handsigniert erhältlich sein.

Damit meine Leser auch in diesen Zeiten aktuell informiert werden, habe ich die Website www.eakretschmer.net eingerichtet. Und natürlich, man kann mir auch auf Twitter, Instagram oder Facebook folgen.

Das Team von Leserkanone.de dankt Eckhard A. Kretschmer für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Eckhard A. Kretschmer
Eckhard A. Kretschmer bei Twitter
Eckhard A. Kretschmer bei Facebook
Eckhard A. Kretschmer bei Instagram
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