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Sabine Nagel 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Sabine Nagel
Facebook: AutorinSabineNagel
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Sabine Nagel vom 21.12.2019
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 21.12.2019
Zu Beginn des Monats veröffentlichte Sabine Nagel ihren neuen Roman »Weil du es bist«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über den Kontrast von Trauer und Leichtigkeit, und über das Autorenleben.

– Frau Nagel, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Weil du es bist«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Sehr gerne! »Weil du es bist« ist ein tiefgründiger und sehr emotionaler Roman über eine große Liebe, aber auch über Schmerz, Trauer und Verlust – und einen vorsichtigen Neuanfang.
Als die achtzehnjährige Fredi den 22-jährigen Sascha kennenlernt, ist es ein Anfang, der eigentlich keiner sein sollte. Denn Sascha sitzt seit Kurzem im Rollstuhl und hadert sehr mit seinem Schicksal. Aber es ist Liebe, vom ersten Moment an, und so lassen sich die beiden aufeinander ein, mit Haut und Haaren und ohne Wenn und Aber, trotz allem. Zusammen fliegen sie wie Schmetterlinge durch den blauen Sommerhimmel, und zunächst scheint es, als könnten sie die dunklen Momente überwinden und das Glück festhalten. Bis zu dem Moment, als Fredi eine Entscheidung trifft, deren Tragweite sie völlig unterschätzt …

– Den Lesern welcher anderen Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

»Weil du es bist« dürfte allen gefallen, die tiefgründige Liebesgeschichten mögen und gerne mit den Protagonisten mitfiebern, mitlieben und auch mitleiden mögen, Leser*innen, die Liebesromane mögen, in denen die Protagonisten mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die nicht am Ende einfach weg sind (sein können).
Ich schätze, dass Fans von »Immer noch wir« und »Zwei in Solo« (Elja Janus), »Dem Horizont so nah« (Jessica Koch), »Whisper I Love You« (Mila Olsen) oder »Meine Sterne in deiner Nacht« von Alexandra Fischer auch »Weil du es bist« mögen werden. Diese sind übrigens auch meine eigenen Lieblingsromane von 2019.
Leser*innen, die »Als ob du mich liebst« von Michelle Schrenk mochten, werden Saschas und Fredis Geschichte wahrscheinlich auch gerne lesen. Vermutlich interessieren sich auch die Fans von »Ein ganzes halbes Jahr« (Jojo Moyes) für »Weil du es bist«. Diesen Roman habe ich allerdings selbst noch nicht gelesen, weil ich mit dem Thema Sterbehilfe im Zusammenhang mit Querschnittlähmung ablehnend gegenüberstehe. Aber ich bin auch neugierig, wie sie das Thema umgesetzt hat und daher werde ich das Buch vermutlich irgendwann auch lesen.
Als literarisches Vorbild möchte ich an dieser Stelle Elja Janus nennen. Ihre Romane sind wahnsinnig tiefgründig, die Sprache ist sehr berührend und bildgewaltig, ohne jemals kitschig zu sein, und sie haben mich immer wieder zu Tränen gerührt.

– Was macht Ihre Protagonisten Fredi und Sascha zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Das Besondere an Fredi ist ihre innere Unabhängigkeit. Sie sagt, was sie denkt, und sie würde sich niemals verbiegen. Diese Eigenschaft bereitet ihr jedoch auch Probleme: Unter ihren Mitschülern fühlt sie sich meist nicht wirklich zugehörig und sie eckt sowohl bei Gleichaltrigen als auch bei Erwachsenen mit ihrem Verhalten häufig an. Durch die Begegnung mit Sascha macht sie jedoch eine Entwicklung durch, die ich hier aber nicht vorwegnehmen möchte.
Diese innere Unabhängigkeit schätze ich an ihr, das ist etwas, was ich in ihrem Alter so nicht hatte und im Laufe meines Lebens erst lernen musste. Worum ich sie auch beneide, ist ihre Schlagfertigkeit. Für so manche Bemerkung von ihr habe ich beim Schreiben lange überlegen müssen ;-) .
Das Besondere an Sascha ist seine Ambivalenz. Er ist einerseits humorvoll und scharfsinnig, auf zurückhaltende Art selbstbewusst – und andererseits durch den Umstand, durch den Unfall aus seinem bisherigen Leben gerissen worden zu sein, unsicher und sehr verletzlich. Er kämpft, er will ein möglichst normales Leben, er will eine schöne Zeit mit Fredi, aber er hat noch nicht gelernt sich dem Schmerz zu stellen und ihn auszuhalten. Auch er macht eine Entwicklung durch, die ich hier nicht verraten möchte, und was ich an ihm schätze, kann ich auch nicht an dieser Stelle sagen, ohne zu spoilern. Ich mag ihn jedenfalls unheimlich gern, deshalb gibt es auch noch zwei Kurzgeschichten aus seiner Sicht und weitere spuken noch in meinem Kopf herum.

– Wie kamen Sie darauf, Verlust, Trauer und eine Querschnittlähmung zum Thema einer Liebesgeschichte zu machen? Wie schafft man es, den richtigen Mittelweg zwischen der Ernsthaftigkeit solcher Umstände und der Leichtigkeit romantischer Literatur zu treffen?

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht so genau, wie ich darauf gekommen bin. Vorläufer zu »Weil du es bist« gibt es schon ziemlich lange in meinen Schubladen und auf meinen Festplatten. Ich mag »schwierige« Menschen, ich lese selber gerne Bücher mit schwierigen Protagonisten, und ich wollte die Geschichte erzählen von zwei jungen Menschen, deren Liebe überwältigend ist und bei denen einer der Partner ein nicht wegzudiskutierendes Problem hat, das bleibt und mit dem beide irgendwie fertigwerden müssen.
Ob ich den richtigen Mittelweg zwischen der Ernsthaftigkeit solcher Umstände und der Leichtigkeit romantischer Literatur gefunden habe, kann ich nicht beantworten. »Weil du es bist« ist tatsächlich romantisch, es ist definitiv ernsthaft, aber leicht ist es sicher nicht.

– Parallel zu Ihrem Roman veröffentlichten Sie die Kurzgeschichten »Über den Berg« und »Zurück«. Was erwartet Ihre Leser in den beiden Storys? Und warum sollten sie sofort mit den Geschichten weitermachen, sobald sie »Weil du es bist« fertiggelesen haben?

»Über den Berg« und »Zurück.« sind zwei Kurzgeschichten, die aus Saschas Sicht geschrieben sind und zwei wichtige Entwicklungsschritte auf seinem Weg zurück ins Leben zeigen, die Sascha während der Zeit der Trennung von Fredi macht. »Weil du es bist« ist ja ausschließlich aus der Sicht Fredis geschrieben. Wer neugierig auf ein bisschen mehr »Sascha« ist oder wer Sascha beim Lesen des Romans sehr ins Herz geschlossen hat, dem empfehle ich, die beiden Kurzgeschichten auch noch zu lesen. Sie sind übrigens in sich abgeschlossen und können auch unabhängig vom Roman gelesen werden.

– Fast ein ganzes Jahrzehnt ist verstrichen, seitdem Sie erste Texte via »Neobooks« öffentlich machten. Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vorher vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Oh, das »Autorenleben« ist bei mir nur ein Hobby, wenn auch ein sehr intensives. Ich liebe es, während des Schreibens mit meinen Protagonisten quasi zu verschmelzen und alles, was sie fühlen, am eigenen Leib zu spüren. Es ist ein interessantes Zusammenspiel: Einerseits bin ich es ja, die die Geschichte erschafft, andererseits entwickelt sich die Geschichte aber auch von allein und reißt mich mit – dieses Gefühl ist es, das mich zum Schreiben antreibt, und das fühlt sich immer noch so an wie vor acht Jahren. Ich freue mich, nach meiner »Babypause« (ich habe 2012 Zwillinge bekommen) nun wieder Zeit zu haben und mit dem Schreiben weitermachen zu können.
Alles andere vom Autorenleben ist für mich ja noch ganz neu und aufregend, ob es so ist, wie ich es mir vorgestellt habe, kann ich noch gar nicht beurteilen. Es ist jedenfalls toll, »Weil du es bist« mit Leser*innen zu teilen und zu wissen, dass Sascha und Fredi nun auch in anderen Köpfen und Herzen lebendig werden!
Vom deutschsprachigen Buchmarkt wünsche ich mir, dass Bücher von Selfpublishern auch den Weg in die Buchhandlungen finden können (jedenfalls diejenigen, die online wirklich erfolgreich sind). Von meiner Leserschaft im Speziellen wünsche ich mir: Lasst mich und zukünftige Leser*innen an eurem Leseerlebnis teilhaben, schreibt Rezensionen, empfehlt das Buch weiter, wenn es euch gefallen hat – nur so kann »Weil du es bist« neue Leser*innen finden und bekannter werden.

– Apropos Neobooks und andere Self-Publishing-Plattformen: Sie haben auch »Weil du es bist« ohne einen klassischen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen?

Ich habe die Vorgängerversion von »Weil du es bist« damals (2011/12) mehreren Verlagen angeboten, aber nur Ablehnungen erhalten. Das lag vermutlich daran, dass das Buch lange nicht so gut war wie jetzt (ich habe es sehr umfangreich überarbeitet und es ist durch ein Lektorat gegangen), aber auch an der unklaren Zielgruppe (New Adult kam erst kurz danach auf) und vielleicht auch daran, dass die Verlage die Zielgruppe als zu klein einschätzten (»Ein ganzes halbes Jahr« und »Ziemlich beste Freunde« haben meines Erachtens inzwischen bewiesen, dass es viele Leser*innen gibt, die das Thema »Behinderung« nicht abschreckt.).
Nach der intensiven Überarbeitung und der langen Babypause habe ich mich entschieden, den Roman in Eigenregie rauszubringen, weil ich nicht noch lange und vielleicht wieder vergeblich warten wollte, bis die Verlage das Manuskript geprüft haben. Ich habe in den letzten Jahren so viele tolle im Selfpublishing herausgebrachte Bücher gelesen, die Verlagsproduktionen in nichts nachstehen, dass ich die Scheu davor verloren habe. Außerdem hat es mir Spaß gemacht, alles selbst in der Hand zu haben. Sogar das Cover habe ich selbst gestaltet.
Sollte jemals ein Verlag anklopfen und mir einen Vertrag anbieten, bin ich jedoch alles andere als abgeneigt. Denn viele Leser*innen kaufen ihre Bücher noch ganz klassisch im Buchladen – und die werden »Weil du es bist« vermutlich niemals finden.

– Was können wir von der Autorin Sabine Nagel in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Ich werde vermutlich nicht zu den Selfpublishern gehören, die alle paar Monate ein neues Buch rausbringen. Denn Schreiben ist mein Hobby. Ich liebe es, aber ich liebe auch meine Familie und meinen Beruf als Lehrerin. Insofern ist die Zeit, die ich zum Schreiben habe, begrenzt.
In der sprichwörtlichen Schublade liegt noch ein Manuskript, von dem ich 2012 unter dem Titel »Irgendwie dazwischen« eine XXL-Leseprobe bei neobooks hochgeladen hatte und das übrigens zu den Wettbewerbsgewinnern gehörte. Da es als Jugendbuch eingestuft wurde und Droemer Knaur keine Jugendbuchsparte hatte, bot man mir keinen Vertrag an, obwohl das Lektorat von »Stoff und Schreibe« sehr angetan war. In dem Buch geht es um die Themen Transgender, Hochbegabung und Legasthenie, um Außenseitersein und Dazugehörenwollen und um Freundschaft und vielleicht Liebe. Dieses Buch (und vielleicht ein, zwei weitere Kurzgeschichten zu »Weil du es bist«) wird wahrscheinlich mein nächstes Projekt sein. Ob ich es wieder im Selfpublishing herausbringe oder doch auf Verlagssuche gehe, habe ich noch nicht entschieden. Jugendbücher haben es im Selfpublishingmarkt aktuell ja noch deutlich schwerer als Romane, die sich an eine erwachsene Leserschaft richten.

Das Team von Leserkanone.de dankt Sabine Nagel für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Sabine Nagel
Sabine Nagel bei Facebook
»Weil du es bist« bei Leserkanone.de
»Weil du es bist« bei Amazon
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