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Elisabeth Ligensa 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Elisabeth Ligensa
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Elisabeth Ligensa vom 30.11.2019
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 30.11.2019
In ihrem Roman »Eine Minute« berichtet Elisabeth Ligensa von einer sterbenden Liebe. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über dessen ungewöhnliche Form und über Leserunden.

– Frau Ligensa, in diesem Jahr erschien Ihr Roman »Eine Minute«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Es handelt sich um die Beschreibung des Niedergangs einer späten Liebe, die sich zum Psychodrama steigert.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich glaube tatsächlich, »Eine Minute« ist ein »Frauenbuch«, das jedenfalls spiegeln mir viele Leserinnen zurück.

Meine literarischen Vorbilder sind uralt: Ich wäre gern das Kind von Tanja Blixen und Hans Christian Andersen. Ansonsten bin ich ein Fan von amerikanischen Schriftstellern wie Truman Capote und Raymond Chandler. Deutsche Autoren seltsamerweise kaum. Meistens lese ich inzwischen Sachbücher.

– Verglichen mit den Büchern, in denen Liebe entsteht, sind Romane über den Niedergang von Liebe spärlich gesät. Wie kamen Sie darauf, sich gerade diesem Thema zu widmen? Und macht aus Autorinnensicht das Schreiben über etwas potenziell sehr schönes, das jedoch zerstört wird, tatsächlich Spaß?

Mich hat das Thema interessiert, weil ich in meinem privaten Umkreis hinter Kulissen von Paaren gucken konnte, die vordergründig beneidenswert erscheinen. Trotz aller Emanzipation und selbstverständlicher Gleichberechtigung existieren in unserer Gesellschaft immer noch tiefe Abhängigkeiten und häusliche, auch seelische Gewalt, hinter verschlossenen Türen. Es ist ähnlich wie vor der MeeToo-Debatte. Es ist da, aber keiner redet darüber.

Mit dem Spaß ist es schwierig: Wenn Leserinnen mir schreiben, wie sie mit der Ich-Figur mitgelitten haben, fällt es mir schwer zu antworten: »Freut mich!« Aber es freut mich natürlich wirklich, weil mir dann ja gelungen ist, was ich wollte: Etwas Bestimmtes mit meinen kreativen Mitteln so darzustellen, dass man mir folgen kann und mir auch gerne folgt.

– Was macht Ihre fünfzigjährige Ich-Erzählerin zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihr persönlich?

Ich mag, dass sie ein Auge für Schönheit hat, und den Mut, ehrlich zu sich selbst zu sein. Sie blickt klar in die Abgründe ihrer Beziehung und schont sich dabei selber nicht. Das muss man erstmal hinkriegen.

– Sie haben das Buch in einer außergewöhnlichen Form verfasst: als Brief an den Ex der Hauptfigur. Wie entstand diese Idee? Welche Vorteile hat es aus der Perspektive der Autorin, sich einer Geschichte auf diesem Wege zu nähern?

Das war eine spontane Eingebung, über die ich nicht nachgedacht habe. Im Nachhinein kann man es vielleicht so erklären, dass die Ich-Figur den Drang spürte, für ihren Ex zusammenzufassen, wie es so weit kommen konnte, und dass das somit die natürlichste Perspektive war.

– Ihr Buch war Gegenstand einer Leserunde bei unserem geschätzten Kollegen von Lovelybooks. War es das erste Mal, dass Sie eines Ihrer Bücher auf diese Weise auf den Prüfstand gestellt haben? Welche Eindrücke haben Sie aus der Leserunde gewonnen?

Da ich in diesem Jahr gleich 12 Bücher veröffentlicht habe, entdeckte ich Lovelybooks als ideale Möglichkeit, diese den Lesern und Leserinnen (es sind fast ausschließlich Frauen) vorzustellen. Habe also seit Monaten eine Leserunde nach der anderen laufen, und kann das auch noch mehrere Monate durchhalten. Das äußerst betroffene Feedback der Leserinnen speziell in der Leserunde zu »Eine Minute« hat mich sehr berührt!

– Sie haben »Eine Minute« und die vorausgegangenen Bücher ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Ich halte Verlage absolut für nötig, oder eine irgendwie anders geartete Form der kritischen Vorauswahl. Auch wenn es einige Selfpublisher nicht gerne hören: Das Niveau der selbst verlegten Bücher insgesamt ist nicht besonders hoch. Es ist extrem schwer, sich mit anspruchsvollen Geschichten aus dieser Schwemme von Halb- und Viertel-Autoren herauszuheben. Aber Verlage sind nicht das Allheilmittel, denn auch hier rutschen gute Manuskripte durch. Ich hatte über viele Jahre einen Literaturagenten, doch meine Manuskripte sind meistens zu kurz, er hat sie kaum einmal irgendwo vorgeschlagen. Und in diesem Jahr dachte ich: Bevor die Herzblut-Arbeit von Jahrzehnten auf meiner Festplatte liegenbleibt, werfe ich sie auf den Markt, in der Hoffnung, dass meine Geschichten zu den Perlen im Büchermeer gehören und entdeckt werden. In diesem Frühsommer habe ich bei Amazon gleich 12 Bücher auf einmal veröffentlicht.

– Was können wir von der Autorin Elisabeth Ligensa in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Augenblicklich - bis Samstag - kann man sich noch bei der nächsten Leserunde bei Lovelybooks bewerben, die ich mit dem Roman »Das beste Versteck« gerade veranstalte. Es ist leider wieder eine traurige Geschichte. (Aber ich kann auch anders!)

Und dann wünschte ich mir ein paar Monate Zeit, um eine Geschichte zu schreiben, die mir im Kopf herumschwirrt. Doch dazu wird es zunächst nicht kommen, denn ich bin vollauf mit Marketing beschäftigt. (Das ist und bleibt ein Problem für Autoren ohne Verlag!)

Das Team von Leserkanone.de dankt Elisabeth Ligensa für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Elisabeth Ligensa
»Eine Minute« bei Leserkanone.de
»Eine Minute« bei Amazon
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