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Tom Melley 3 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Tom Melley
Facebook: tom.melley.35
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Tom Melley vom 23.03.2021
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 23.03.2021
In seinem Roman »Der Krieger des Herrn« entführt Tom Melley seine Leser ins Mittelalter. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über das zwölfte Jahrhundert und über historische Romane.

– Herr Melley, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Der Krieger des Herrn«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Um das Jahr 1190 herum verfolgt Walter von Westereck, ein heimatloser Turnierritter, den Mörder seiner Sippe bis ins Heilige Land. An der Spitze eines Kreuzfahrerheers führt ihn sein Rachefeldzug von Deutschland über Italien bis vor die Hafenstadt Akkon. Dort kämpfen der französische König Philipp II und König Richard Löwenherz erbittert gegen Sultan Saladin um die Herrschaft in Palästina. Auch Walters Feind lauert vor den Toren der Stadt.
Ein realitätsnaher Mittelalterroman über Freundschaft, Liebe, Hass, Vergeltung und Tod.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Leser von Action- und Abenteuerromanen könnten durchaus in meinen Büchern auf ihre Kosten kommen. Literarische Vorbilder habe ich nicht, doch Georg R. R. Martins »Das Lied von Eis und Feuer« finde ich bemerkenswert, ebenso Sam Feuerbachs »Gaukler Chroniken«, obwohl ich kein Fantasy-Fan bin. Beide verwenden eine bildgewaltige Sprache und erschaffen glaubhafte Protagonisten, die äußerst facettenreich gestaltet sind. Ich habe einige weitere Lieblingsromane, mich haben unter anderem die Fleury-Saga von Martin Wolf und die Uthred-Bücher von Bernard Cornwell beeindruckt.

– Was macht das ausgehende 12. Jahrhundert für Sie zu einer solch besonderen Zeit, dass Sie sich entschieden haben, ein ganzes Buch dorthin zu verorten?

Das zwölfte Jahrhundert war eine Epoche des Aufbruchs und vieler Widersprüche. In Deutschland wurden zum Beispiel tausende Burgen aus Holz durch Steinfestungen ersetzt, das Rittertum verfestigte sich. Troubadoure zogen durch die Lande, Welfen kämpften gegen Staufer, Die Muslime eroberten Jerusalem zurück, der zweite und dritte Kreuzzug führte nach Palästina. Orientalische Kultur und Wissen hielten im Abendland Einzug, Handel und Handwerk erfuhren einen ungeheuren Aufschwung. Dennoch prägten fundamentale religiöse Auseinandersetzungen das Verhältnis zwischen Christen, Juden und Muslimen.
Eine spannende Zeit, die nach wie vor erstaunlich klischeebeladen ist, denn die edlen Ritter, die in prächtigen Rüstungen Lanzen brechen, zitternde Jungfrauen retten und Witwen und Waisen beistehen, gab es nicht. Ebenso wenig wandernde Huren mit goldenen Herzen sowie deren adelsgezeugte Töchter, die wiederum Henkersfrau, Apothekerin oder gar Papst geworden sein sollen.
Solche Bücher sind durchaus unterhaltend und haben ein großes Publikum. Ich dagegen möchte diese aufregende Zeit, die Menschen und ihre Schicksale authentisch beschreiben.

– Wie haben Sie es geschafft, die damalige Zeit und die im Storyverlauf besuchten Orte mit Worten wieder lebendig werden zu lassen? Welche Recherchearbeiten waren dafür nötig? Welcher Aufwand steckt generell in einem Roman wie »Der Krieger des Herrn«?

Tatsächlich habe ich die meisten Handlungsorte besucht. Wobei dies irreführend sein kann. Neunhundert Jahre verändern die Landschaften. Dennoch, es gibt genug erhaltene Sehenswürdigkeiten, Ruinen, Museen, gesprächige, liebenswürdige und hilfsbereite Historiker und Mediävisten.
Die Recherchen sind zeitaufwändig, wenn man sie ernst nimmt. Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als in einem Ritterroman einen Satz wie diesen zu finden:«… sein Adrenalinspiegel sank, während er den Brei aus Kartoffeln und Rüben hinunterwürgte …« Im frühen Mittelalter kannten die Menschen weder Kartoffeln noch Adrenalin. Ich bekomme Schnappatmung, wenn selbst einfache Knechte in Mittelalterfilmen Kettenhemden tragen, die damals den Wert einer heutigen Luxuskarosse hatten. Wer glaubwürdig die Epoche und ihre Personen darstellen will, muss mindestens doppelt so viel Zeit in Recherche wie in die Romangestaltung stecken.

– Was macht Walter von Westereck zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihm persönlich?

Walter ist ein eher untypischer Vertreter seines Standes. Er wurde in Lesen und Schreiben im Kloster unterrichtet. Erst spät erlernt er den Umgang mit Waffen und übrigens auch den mit Frauen. Ich mag seine zuweilen schelmische Art, mit der er sich durch das Leben schlägt und wie er vom Klosterschüler zum Anführer eines Heeres wird. Freundschaft und Treue bedeuten ihm viel, Gottesfurcht sieht er pragmatisch als Mittel zum Zweck. Walter beeindruckt seine Umgebung und man folgt ihm gern. Doch wie wir alle hat er Schwächen und begeht einige Fehler im Verlauf der Story. Das macht ihn menschlich und mehrdimensional. Trotzdem ist er ein Kind seiner Zeit. Besondere Milde kann man von ihm auf seinem Weg der Rache nicht erwarten.

– Sie haben Ihr Buch ohne einen Verlag in Eigenregie via »epubli« veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Was halten Sie für die Gründe, dass - zumindest im Onlineverkauf - in den Bereichen der Liebesromane und Regionalkrimis Self-Publisher erfolgreicher zu sein scheinen als Verlagsautoren, während es bei historischen Romanen noch einen gehörigen Aufholbedarf zu geben scheint?

Das Exposé meines ersten Romans schickte ich an mehrere Verlage. Ich bekam wenige, sehr nette Standardabsagen und zumeist keine Antwort. Bei fast 90.000 Neuerscheinungen in Deutschland, welche die Verlagshäuser jährlich auf den Markt bringen, kann ich das gut verstehen. Vielleicht hätte ich mehr Geduld aufbringen sollen, doch diese Eigenschaft gehört nicht zu meinen Stärken.
Ich denke, Liebesromane und Regionalkrimis verkaufen sich generell gut, im Selfpublishing wie bei Verlagen. Die Rubrik Historische Romane ist weit gefächert, selbst Titel wie »Die stolze Braut des Highlanders« oder »Skandal um Lady Rowena« werden seltsamerweise darunter veröffentlicht.
Authentische historische Bücher im Selbstverlag sind eher rar. Das Publikum setzt hier lieber auf gestandenen AutorInnen, ebenso wie viele Blogger, Rezensenten und Preisverleiher. Wir Selfpublisher müssen weiterhin hart an der Qualität unserer Bücher arbeiten. Ein professionelles Lektorat, einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik, sowie ansprechende Cover sind Pflicht für einen Erfolg, auch wenn es finanzielle Anstrengungen erfordert. Der Roman kann noch so gut recherchiert und spannend sein, auf den ersten fünf Seiten zehn Rechtschreibfehler zu finden, mindert seine Chancen im Markt erheblich.

– Was können wir von dem Autor Tom Melley in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Derzeit schreibe ich an einem dritten Roman, in dem etliche Protagonisten meiner bisherigen Bücher ihre Auftritte haben werden. Damit schließe ich diese Mittelalterreihe wahrscheinlich ab. Doch es gibt noch viele spannende Themen, die ich aufgreifen möchte, das Genre wird mich sicher nicht verlieren.
Leider hat Corona uns fest im Griff, einige Termine für Lesungen im Buchhandel und auf Mittelalterfestivals waren geplant und sind hinfällig. Ich hoffe, dass alle LeserInnen und AutorInnen gesund bleiben und wir uns bald wieder persönlich austauschen können.

Das Team von Leserkanone.de dankt Tom Melley für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Tom Melley
Tom Melley bei Facebook
»Der Krieger des Herrn« bei Leserkanone.de
»Der Krieger des Herrn« bei Amazon
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Ein Interview von: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz