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Lynn J. Moran 0 Fans
Herkunft: unbekanntes Herkunftsland
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Lynn J. Moran vom 02.12.2019
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 02.12.2019
In ihrem aktuellen Thriller führt Lynn J. Moran ihre Leser an den »Pine White Lake«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über literarische Schubladen und über das Autorenleben.

– Frau Moran, vor Kurzem erschien Ihr Thriller »Pine White Lake«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Ich fange mal so an: PINE WHITE LAKE ist ein modernes Gruselmärchen vor der landschaftlichen Kulisse Neuenglands. Es spielt also an der amerikanischen Nordost-Küste. Die Story dreht sich um ein Klassentreffen, bei dem sich die ehemaligen Schüler einer High School aus Massachusetts nach Jahren wiedersehen. Als Ort des Treffens haben sie sich ein verwildertes Freizeitcamp namens Pine White Lake mitten in den endlosen Küstenwäldern ausgesucht, ohne zu ahnen, dass sie dort ein perfider Alptraum erwartet.
Ehe sich die Gruppe versieht, sitzt sie mit ihrem havarierten Bus in dem Camp fest und ist von der Außenwelt abgeschnitten. Ein solches Setting kennt man ja auch aus anderen Plots und Stories, in denen die Isolation Teil des heraufziehenden Schreckens ist. Die Geschichte um die Hauptfigur Jada schlägt aber bald einen Haken, der auch für Genre-Fans, so denke ich mir, das Buch ab diesem Zeitpunkt erst interessant werden lässt. Im Camp, das an einem dunklen See liegt, ereignen sich übernatürliche Dinge. Schon bald gehen beängstigende Veränderungen mit den Jugendlichen vor. Das Wasser des Sees verwandelt sie auf groteske Art in das, was sie schon immer sein wollten und kehrt damit die innersten Wünsche der Figuren nach Außen. Was zunächst atemberaubend klingt, wird schon sehr bald zum Horrortrip. Unvorhergesehene Wendungen sähen Misstrauen zwischen den Mitgliedern der Gruppe. Mehrere Mädchen verschwinden spurlos. Jada, die seit ihrer Kindheit von düsteren Vorahnungen heimgesucht wird, findet heraus, dass die Lösung des Rätsels von Pine White Lake eng mit einer alten Indianerlegende und dem Mord an einer Dorfschullehrerin aus dem 19. Jahrhundert verwoben ist.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich muss sagen, ich bin ein großer Fan der Geschichten »alter« Meister der Gruselliteratur aus verschiedenen Epochen: King, Poe, E.T.A. Hoffmann. Ich liebe aber auch z.B. James Lee Burkes hard-boiled fiction und seine unheimlich plastische, bildhafte Sprache. Ich schreibe Spannungsliteratur. Sowohl Bücher mit paranormalen Elementen, als auch ganz bodenständige Krimis. Wenn ich nach Vorbildern gefragt werde, nenne ich ironischerweise oft Namen, die mit Literatur nur am Rande zu tun haben. Ich bin als Kind des Kinos der 90er und frühen Nullerjahre aufgewachsen. Meine Bücher stehen deshalb ohne Zweifel in der Tradition von Romanverfilmungen, so z.B. von Büchern von Lois Duncan, Michael Crichton und Peter Høeg. Ich glaube, wer gerne Fräulein Smillas Gespür für Schnee gelesen oder den Film gesegen hat, wird sich in manchen meiner Geschichten »gut aufgehoben« fühlen.

– Heutzutage gehen viele Autoren und Verlage großzügig mit dem Begriff des »Thrillers« um und bezeichnen auch einfachste Krimis bereits als Thriller, da die Schublade vermutlich mehr Zugkraft beim Leser hat. Was macht Ihren Thriller zu einem »richtigen« Thriller? Wie sind Sie gerade in diesem Genre gelandet, was bedeutet es Ihnen?

Ich glaube, bei vielen interessanten Büchern ergibt sich immer schnell ein Problem der eindeutigen Klassifizierung. Ich bin kein Fan von astreinen Genres, sondern mag es, wenn sich Werke zwischen den Kategorien bewegen. Auch PINE WHITE LAKE ist eigentlich ein Genre-Hybrid. Die Geschichte kommt im Gewand einer Teenie-Horror-Story daher, beinhaltet am Rande Elemente des Abenteuerromans, eine kleine Love-Story und Elemente, die man in den eher schwammigen Bereich »Mystery« einordnen kann. Ich denke, dass PINE WHITE LAKE als Thriller klassifiziert wurde, liegt darin begründet, dass das Buch im eigentlichen Sinn des Wortes »Thrill« eine schnelle, lineare Erzählweise, überraschende Situationen, Wendungen und Momente bietet, die einen zusammenzucken lassen, ohne dabei auf den »cheap thrill« von spröder Gewalt angewiesen zu sein. Thrill bedeutet Nervenkitzel. PINE WHITE LAKE ist keine Kaminfeuer-Story. Vielmehr bietet es, so hat man mir gesagt, Pageturner-Qualitäten, wie sie innerhalb der Spannungsliteratur am häufigsten bei Thrillern vorkommen. Genrebezeichnungen sind aber immer Behelfsausdrücke. Würden wir Anfang des 19. Jahrhunderts leben, hätte man PINE WHITE LAKE vermutlich als »Nachtstück«, oder Schauermärchen klassifiziert.

– Was macht Ihre Protagonistin Jada zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihr persönlich?

Also ich persönlich habe Jada gern. Sie ist einfach sympathisch und sie hat viele Eigenschaften, von denen man sich gerne ein Scheibchen abschneiden würde. Sie ist keine am Reißbrett entworfene Heldin. Wie das so ist, hatte ich quasi keinen direkten Einfluss auf ihren Charakter, beim Schreiben entstehen viele Figuren ja mehr oder weniger von alleine - zumindest bei mir...
Jada ist zu Beginn der Geschichte eine Außenseiterfigur. Sie ist gebürtige Kanadierin und erst kurz vor dem gemeinsamen Schulabschluss Teil der Klassengemeinschaft geworden, die im Roman das High School-Treffen organisiert. Sie wird oft mit Misstrauen beäugt, weil sie intelligenter ist, als die meisten ihrer Klassenkameraden. Zudem geht das Gerücht, dass sie seit ihrer Kindheit seltsame Vorahnungen hat, die tatsächlich eintreffen und gilt deswegen als »Geisterseherin«.
Am Anfang der Handlung von PINE WHITE LAKE ist sie zwar, wie die anderen, bereits erwachsen, aber mit sich im Unreinen. Während ihrer Schulzeit wurden ihr »anger issues«, ein Agressionsproblem attestiert. Hinter der »schweigsamen Klugen« mit dem schwarzen Haar verbirgt sich ein aufbrausendes Temperament, mit dem Jada oft aneckt und Autoritätspersonen gegen sich aufbringt. Es wirkt schon ein bisschen ironisch, dass genau dieses innere Feuer Jada später im Camp von Pine White Lake zur Überlebensfähigsten unter ihren ehemaligen Klassenkameraden macht. Wider Willen wird sie zur Anführerin der Gruppe und das, was alle Welt und sogar sie selbst immer als eine Art Fluch begriffen haben, ihre mystischen Fähigkeiten, ihre Energie und ihr zweites Gesicht, führen dazu, dass gegen Ende der Geschichte alle Hoffnung auf Rettung im Camp allein auf ihr ruht.
Jada ist einerseits also eine Figur, die zwar paranormal begabt ist, damit andererseits aber erst zurecht kommen muss. Sie hat mit den ganz normalen Scherereien des Alltags zu kämpfen, hat Höhen und Tiefen, verliebt sich und durchlebt Momente der Unsicherheit und des Zweifels, was sie zutiefst menschlich macht.

– Eine der Aufgaben einer Thrillerautorin ist es, ihre Protagonisten zu quälen. Was macht den besonderen Reiz daran aus, Figuren literarisch leiden zu lassen, die man als ihre Erschafferin eigentlich gerne haben müsste?

Mir ist bewusst, dass die literarische Tradition und aktuelle Strömung im Bereich Thriller so etwas oft im Gepäck hat. Es ist ein Klischee, das häufig bedient wird, vielleicht weil es auch erwartet wird. Meine Protagonisten zu quälen interessiert mich nicht. Ich sehe meine Hauptfiguren als Identifikationsfiguren an, in deren Haut man gerne schlüpft, obwohl sie einen Parcours voller Widrigkeiten durchlaufen. Das liegt vor allem daran, dass die Protagonisten in meinen Büchern nicht selten über außergewöhnliche Talente verfügen. Das klingt vielleicht romantisch, aber die Hindernisse, die ihnen im Verlauf der Handlung begegnen, haben meiner Meinung nach nicht den Zweck, sie zu martern, sondern ihre verdeckte Begabung offenzulegen. Häufig werden sie unfreiwillig in eine Situation gebracht, in der sie letzten Endes aber zur Hochform auflaufen und über sich hinauswachsen.
Außerdem frage ich mich, wie könnte man voller Freude lesend (oder schreibend) Anteil am Leben einer Figur nehmen, wenn sie immer nur Qual und Leid erlebt?

– »Pine White Lake« ist Ihr Erstlingswerk. Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vorher vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

-lacht- Was ist am Ende schon so, wie man es sich vorgestellt hat? Auf jeden Fall bin ich sehr glücklich, dass ich meine »Geschichten« schreiben kann. Dabei vergisst man einfach die Zeit. Natürlich gehören auch noch andere Dinge dazu, wie Korrekturlesen, Lektoratsdiskussion, ein klein bisschen Selbstvermarktung und all dieser Kram. Am Ende gibt es aber kein schöneres Gefühl, als das eigene, fertige Werk in Händen zu halten! Vom deutschsprachigen Buchmarkt (vor allem dem ebook-Markt) wünsche ich mir, dass er so experimentierfreudig und neugierig bleibt wie er ist und auch NewcomerInnen dadurch ihre Chance erhalten, aktiv zu werden. Gerade bei meiner eigenen Leserschaft freue ich mich über die Offenheit, mit der sie neuen Themen begegnet.

– Was können wir von der Autorin Lynn J. Moran in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Oh, es gibt immer mehrere spannende Projekte, an denen ich am liebsten gleichzeitig arbeiten würde! Das geht natürlich eher selten. Ich habe ein paar Romanstoffe in meiner Schublade, von denen dann immer einer das Rennen macht, wenn es darum geht, das nächste Buch zu beginnen. Derzeit arbeite ich an einem Krimi, dem ersten Teil einer Fortsetzungsreihe, die in einer südeuropäischen Hafenstadt spielt. Die Protagonistin ist Teil eines geschäftlichen Untergrundnetzwerks und gerät unfreiwillig in die Rolle der Detektivin. Sie erinnert in vielen Facetten an Jada aus PINE WHITE LAKE, verkörpert aber trotzdem auf ihre Weise einen ganz anderen Typ Hauptfigur. Das Buch erscheint voraussichtlich schon Anfang nächsten Jahres.
Einen Großteil meiner Zeit will ich derzeit auch meinen Social Media Channels widmen, um mehr mit meinen Lesern in Kontakt zu kommen. Es gibt wenig Aufregenderes für mich, als über die Welten und Figuren zu diskutieren, die man durch die Bücher mit den Lesern teilt. Die Channels sind im Moment noch ein bisschen under construction. Wer schon jetzt aber nichts verpassen will, kann Follower auf meiner amazon-Autorenseite werden. Hier erscheinen alle Neuigkeiten und Publikationen auf einen Blick und ich freue mich über jeden, der gerne reinschmökern möchte.

Das Team von Leserkanone.de dankt Lynn J. Moran für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
»Pine White Lake« bei Leserkanone.de
»Pine White Lake« bei Amazon
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