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Svea Kerling 0 Fans
Herkunft: Kroatien
Webseite: Offizielle Homepage von Svea Kerling
Twitter: @Svea_Kerling
Facebook: SveaKerling
Instagram: sveakerling
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Svea Kerling vom 02.02.2020
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 02.02.2020
In ihrem aktuellen Buch führt Svea Kerling ihre Leser in »Das Haus mit den traurigen Augen«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Werk, über Edgar Allan Poe und über Schauergeschichten.

– Frau Kerling, vor Kurzem erschien Ihr neues Buch »Das Haus mit den traurigen Augen«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Werk genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Eingangs ein Dankeschön von mir. Ein Dankeschön für die Möglichkeit, hier Rede und Antwort zu stehen. Ein Dankeschön für Ihre Zeit und Ihre Arbeit.
Sie fragen, ob womöglich noch nicht jeder Besucher Ihrer
Webseite Notiz von meinem Werk genommen hätte, ob eine kurze Vorstellung in meinen Worten möglich wäre?

Ich antworte mit einem Ja. Ja, ich denke auch, dass von meinen Büchern nicht viel Notiz genommen wird. Das ist Fakt. Sie sind - wie sagt man so schön salopp - nicht für Jedermann, Jederfrau. Doch stelle ich diesen Anspruch auch keineswegs. Welch Anmaßung. Um Schopenhauer zu zitieren: Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.
Es würde mich sehr wundern, ich wäre äußerst irritiert, wenn meine Bücher eine weitreichende Leserschaft erreichen würden.
Ich vertraue Menschen generell nur in Maßen und Massen vertraue ich prinzipiell nicht.
Mein Buch birgt meine Träume, meine Gedanken und Brücken, die ich versuche aufzubauen - zwischen dem Dies- und dem Jenseits. Zwischen dem Hier und dem Jetzt. Ich verschließe keine Fenster. Ich mag das Grauen sehen, das vor meinem Haus lauert. Ich mag die Rosen sehen, die im Garten blühen, wohl mir dessen bewusst, dass sie Dornen tragen. Das eine schließt das andere nie aus. Wo wäre das Licht, ohne das Dunkel? Wo die Freude ohne die Süße der Melancholie? Mein Buch offenbart mein Innerstes – es ist quasi ein Blick in mein Haus. In meine Seele.

– Warum ist Edgar Allan Poe für Sie persönlich so wichtig, dass Sie ihm ein ganzes Buch gewidmet haben? Und warum verdienen es seine Geschichten Ihrer Meinung nach auch nach anderthalb Jahrhunderten, immer noch gelesen zu werden?

Ich sage dazu: Kunst. Und Kunst ist nicht vergänglich. Kunst überdauert die Ewigkeit, weil sie das ist, was sie ist: Kunst. Warum verdient es Mona Lisa noch immer im Museum bewundert zu werden? Sie ist zeitlos. Da Vinci ist zeitlos.
Kunst ist immer mehr, als sie anfänglich zu scheinen mag. Es ist nicht nur ein Bild, ein Gemälde, es ist nicht nur ein Buch, es sind nicht nur Zeilen.

– Was macht den Reiz daran aus, sich als Autorin mit seelischen Abgründen, mit Angst, Trauer & Co. zu beschäftigen?

Es reizt mich nicht: Ich mache es, weil ich es kann. Ich mache es, weil ich es sehe. Und weil ich das, was ich weiß, immer aufs Neue für mich bestätigt haben will. Ich berühre das Feuer und spüre, wie heiß es ist. Und doch wärmt es mich, wenn ich friere. Ich besiege meine Zweifel. Ja, es hinterlässt Narben. Und manchmal ... manchmal genügt ein Blick auf meine Narben und ich bin beruhigt. Ich muss nicht zweifeln. Nicht an mir ...

– Hat man beim Schreiben von Schauergeschichten Spaß, oder wäre das ein zu großer Widerspruch? Wie schafft man es, sich während eines wochen- oder gar monatelangen Schreibprozesses immer wieder in die richtige Stimmung zu versetzen, um melancholische, düstere und unheilvolle Themen in Worte zu gießen?

Darf ich Ihre Frage mit einer Gegenfrage beantworten? Hat man beim Atmen Spaß? Man atmet, weil es keine andere Option gibt. Man atmet, weil man lebt und solange man lebt. Amen ist Leben. Leben ist Atmen. Schreiben ist wie Atmen. Für mich.

– Sie haben »Das Haus mit den traurigen Augen« ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Was mich dazu bewogen hat, ist leicht erklärt, es hat sich kein Verlag dazu bereit erklärt, sich meiner anzunehmen und mein Buch zu veröffentlichen. Es war das übliche Procedere: Angefragt. Keine Antwort. Angefragt. Absage.
Ich habe nicht aus irgendwelchen Prinzipen heraus mein Buch im Alleingang veröffentlicht. Meine Intention dahinter war nicht jene, dass es kein Verlag wert wäre. Nein, mein Entschluss war quasi aus der Not geboren. Nun, aber auch dieser Umstand soll die Qualität meiner Wörter nicht schmälern. Wunschkinder wachsen zumeist behütet auf, können auf ein geschütztes Elternhaus zählen, doch auch viele Ungeliebten und Ungewollten schaffen früher oder später sich auf eigene Füße zu stellen. Sie werden stark, sie können nichts vermissen, dass sie nie hatten. Sie gehen eigene Wege, allein aus dem Grund, weil sie ausgesetzt wurden und der bekannte Weg sie nur dorthin zurückführen wurde, von wo man sie einst verstoßen hatte.

– Seit Ihrem Erstlingswerk »Schwarz oder weiß: Borderliner kennen kein Grau« ist inzwischen mehr als ein halbes Jahrzehnt verstrichen. Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vorher vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Das Gute ist, dass ich mir nichts vorgestellt habe, meine Vorstellungen seit jeher nicht mit den Vorstellungen anderer konform gingen. Ich bin mit den Vorstellungen aufgewachsen, dass eben diese nicht existenziell sind.

– Was können wir von der Autorin Svea Kerling in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Ich halte mich gern im Hintergrund. Ich bringe den Mut nicht auf, jemanden für mich zu interessieren. Für die Dinge, die ich mache. Die Texte, die ich schreibe. Ich sage nicht, Hallo, da ist mein Buch. Ich bin weder Antrags- noch ein Bittsteller.
Wenn mir eine Seite gefällt – wie die Ihre – frage ich höflich an – . Und es freut mich, wenn.
Ja, ich arbeite an einem neuen Buch. Es wird ein Kriminalroman ... natürlich etwas anders. Und wer meine Bücher kennt, weiß, dass mein anders tatsächlich etwas anders ist. Und das gut. Anders gut? Vielleicht ist anders gut auch besser. Wer weiß ...

Das Team von Leserkanone.de dankt Svea Kerling für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Svea Kerling
Svea Kerling bei Twitter
Svea Kerling bei Facebook
Svea Kerling bei Instagram
»Das Haus mit den traurigen Augen« bei Leserkanone.de
»Das Haus mit den traurigen Augen« bei Amazon
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