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Andreas Sturm 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Andreas Sturm vom 02.06.2019
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 02.06.2019
In seinem Roman »Down & Dirty - Blaue Stunden in Paris« erzählt Andreas Sturm von Liebe, Exzess und Betrug. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über dessen ganz spezielle Hauptfigur und über das Autorenleben.

– Herr Sturm, vor Kurzem erschien Ihr Roman »Down & Dirty - Blaue Stunden in Paris«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Down & Dirty« ist ein Gesellschaftsroman über die Schattenseiten des Ruhms. Konkret geht es darin um den Protagonisten Leonard Lubitsch, der vor einigen Jahren als Autor und Regisseur einen Überraschungserfolg landen konnte, seit dieser Zeit aber nur noch negative Schlagzeilen macht. Sein Leben ist geprägt von sinnlosen Partys, bedeutungslosem Sex und mal mehr, mal weniger großen Skandalen. Obwohl er mit seinem Dasein absolut unzufrieden ist, fällt es ihm schwer, sein Verhalten zu ändern. Im Laufe der Geschichte wird er sich verlieben und die Arbeit an einem neuen Projekt beginnen, aber wohin das Auge auch sieht, lauern reizende Verlockungen, die große Rückschläge mit sich bringen.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Die Autoren meiner Lieblingsromane sind auch meine literarischen Vorbilder. Dazu zählen Joan Didion, John O'Hara und vor allem Bret Easton Ellis. Sein Schreibstil war es, der in mir den Wunsch geweckt hat, auch selbst zu schreiben, und ich würde auch sagen, dass er stilistisch den größten Einfluss auf das Buch hatte. Wer also Romane wie »Unter Null«, »Die Informanten« oder »Impeial Bedrooms« mag, wird auch »Down & Dirty« etwas abgewinnen können.

– Betrug, Exzesse, Nötigungen - wie kommt man als (mutmaßlich) friedliebender Autor dazu, sich gerade solchen Themen zu widmen? Wie schafft man es als Autor, sich in den Absturz eines (fiktiven) Menschen und in seine seelischen Abgründe hineinzuversetzen?

Diese Themen sind für mich absolut interessant und im Zusammenhang mit Ruhm und Erfolg nicht nur sehr realitätsnah, sondern auch hoch aktuell. Ich denke, jeder ist mit Geschichten sogenannter Celebrities vertraut, die mit ihrem Erfolg nicht umgehen können. Nicht selten enden diese Geschichten dann in Drogenmissbrauch, Exzessen, Depressionen oder gar Selbstmord – und das, obwohl diese Menschen von außen betrachtet ein absolutes Traumleben führen. Für mich haben diese tragischen Geschichten etwas so Packendes, Menschliches und – in gewisser Weise – Sympathisches, dass ich mir selbst meine Gedanken machte, wie es kommen kann, das man seinen Traum lebt, alles erreicht und trotzdem höchst unzufrieden ist. Es war zugegeben nicht ganz leicht sich in die Thematik einzufinden, aber mit zunehmender Recherche habe ich zumindest in gewissen Maße begriffen, wie es so weit kommen kann.

– Was macht Leonard Lubitsch zu einer solch »besonderen« Romanfigur, dass man ihn unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen - oder verachten - Sie an ihm persönlich?

Das Besonders an Leonard ist, dass er viele widersprüchliche Elemente in sich vereint. So ist er einerseits schüchtern und harmoniebedürftig, andererseits aber auch promiskuitiv, drogenabhängig und unnahbar. Was ich an Leonard mag ist, dass er Ecken und Kanten hat und dass er nur wenig auf die Meinung von anderen gibt. Einige seiner Handlungen sind sicherlich aber auch zu verachten oder zumindest kritisch zu hinterfragen. Wenn man seine Persönlichkeit kennt, würde ich diese Verachtung aber ausschließlich auf seine Handlungen und nicht auf ihn als Person projizieren. Diese Trennung zwischen Charakter und Handlungen kann aber sicherlich nicht jeder nachvollziehen und nicht jeder wird Leonard mögen, aber auch das mag ich an ihm.

– Wie kam es dazu, dass Sie gerade Paris in das Zentrum Ihres Romanes gerückt haben?

Paris ist eine meiner Lieblingsstädte. Ich habe sie oft bereist und sogar schon ein paar Monate dort gelebt. Zudem vereint auch Paris viele Widersprüche in sich, wodurch die Stadt sinnbildlich auch Leonard wiederspiegelt. Es beginnen dort zum Beispiel schon viele alte Gebäude zu bröckeln. Außerdem herrscht dort die größte Bevölkerungsdichte Europas. Trotzdem – und vielleicht auch gerade deswegen – hat die Stadt einen ganz besonderen Charm, ganz viele schöne Flecken und natürlich gilt sie auch nach wie vor als die romantischste Stadt der Welt.

– Sie haben Ihr Buch ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Der wichtigste Punkt am Selbstverlag ist für mich, dass man selbst die volle Kontrolle über das Buch hat. Vor allem als Neuling hätte ich bei einem etablierten Verlag wohl kaum das letzte Wort über jede einzelne Textzeile gehabt oder die finale Entscheidung für das Cover treffen dürfen, geschweige denn, es selbst zu gestalten. Trotzdem sind und bleiben Verlage natürlich wichtig. Sie unterstützen den Autoren, übernehmen die Vermarktung, stellen professionellen Service in allen Belangen zur Verfügung und haben natürlich auch ein ganz anderes Ansehen und eine ganz andere Reichweite als der Selbstverlag. Welche Verlage aus meiner Sicht aber mittlerweile überflüssig sind, sind Kleinstverlage. Diese haben meist nicht die finanzielle Möglichkeit, das Buch zu pushen und manchmal noch nicht mal ein eigenes Lektorat. Hier ist man als Autor im Selbstverlag – mit seinen wesentlich höheren Tantiemen – mittlerweile wohl deutlich besser gestellt.

– »Down & Dirty« ist Ihr Erstlingswerk. Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vorher vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Das Autorenleben ist natürlich ganz anders, als man es sich in manch romantischem Gedanken gerne vorstellt. Ein Buch ist nämlich vor allem eins: absolut harte Arbeit. Man zweifelt ständig an sich und der Geschichte, schreibt die Entwürfe mehrmals um und würde bei jedem Lesen gerne nochmal alles anders schreiben. Trotzdem ist es ein unglaublich tolles Gefühl, eine Seite, ein Kapitel und irgendwann auch das ganze Buch fertig zu haben. So toll, dass man nichts anderes mehr machen will, als zu schreiben.
Der Buchmarkt ist aktuell natürlich sehr schwierig, aber das war er immer und das wird er auch immer sein. Aktuell hat der Markt es mit der Herausforderung zu tun, dass die Leser immer kürzere Aufmerksamkeitsspannen haben. Der Markt hat darauf mit Leseflatrates geantwortet, bei denen man Bücher nicht mehr kaufen muss und sie nach belieben beginnen und wieder weglegen kann.
Ähnlichen Phänomenen sind auch der Film- und Musikmarkt ausgesetzt. Im Musikmarkt hatte das die Auswirkung, dass sich die Länge der Intros in den letzten Jahren um 75% reduziert hat, weil es dort wichtig ist, die Hörer 30 Sekunden zu halten, um Tantiemen zu kassieren. Hier hat sich also erst der Markt und dann die Kunst an den Hörer angepasst, so dass hier die Konsumenten diktieren – und das sollte in der Kunst nicht so sein –, wie sich die Kunst entwickelt. Von allen Lesern dieser Welt würde ich mir deshalb wünschen, dass sie den Büchern, die sie sich aussuchen, eine Chance geben, sie nicht schon nach zehn oder zwanzig Seiten weglegen, sondern dem Autor das Vertrauen zu schenken, dass die Geschichte genau so sein muss. Andernfalls, und diese Entwicklung setzt leider langsam ein, haben wir bald nur noch Erotikthriller, romatische Liebesgeschichten und humorvolle Biografien und Erzählungen bekannter Persönlichkeiten. Das Genre des Gesellschaftsromans könnte bei dieser Entwicklung auf ein Minimum schrumpfen.

– Was können wir von dem Autor Andreas Sturm in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Ich plane zur Zeit, ein weiteres Buch zu schreiben. Bisher steckt es aber noch so sehr in den Kinderschuhen, dass nicht im Geringsten absehbar ist, wann es veröffentlicht werden kann. Da meine Arbeitsweise sehr intensiv (vor allem in der Recherche) ist, schätze ich aber, dass es bestimmt eineinhalb bis zwei Jahre dauern dürfte, bis es fertig ist. Ansonsten werde ich im Herbst als Regisseur einen Kurzfilm drehen, dessen Drehbuch ich parallel zu »Down & Dirty« geschrieben habe.

Das Team von Leserkanone.de dankt Andreas Sturm für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
»Down & Dirty - Blaue Stunden in Paris« bei Leserkanone.de
»Down & Dirty - Blaue Stunden in Paris« bei Amazon
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