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Dan Dreyer 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Dan Dreyer
Facebook: danjdreyer
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Dan Dreyer vom 09.06.2019
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 09.06.2019
In seinem Roman »Sumava - Waldes Zorn« macht Dan Dreyer das deutsch-tschechische Grenzland unsicher. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über das Buch, über das Backwoods-Genre und über Gewalt in Romanen.

– Herr Dreyer, vor Kurzem erschien Ihr Roman »Sumava - Waldes Zorn«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Hallo und ganz vielen Dank für die Möglichkeit mein Buch vorstellen zu können!
»Sumava - Waldes Zorn« ist in erster Linie ein Horror-Thriller. Es fließen allerdings Elemente aus klassischem Krimi und düsterem Psychothriller mit ein.
Die Handlung kreist um eine Clique von guten Freunden, die während eines Wandertrips durch Europas größtes, zusammenhängendes Waldgebiet (Naturpark Bayerischer Wald und Böhmerwald) auf eine Gruppe Menschen treffen, die - sagen wir mal so - ihnen nicht ganz wohlgesonnen sind und die eine ganz eigene Agenda verfolgen. Parallel bemühen sich Polizisten in Deutschland und Tschechien dem Geschehen auf den Grund zu gehen. Die verschiedenen Handlungsstränge laufen auf eine - so hoffe ich - spannende Eskalation hinaus.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Lesern, denen die Bücher von Jack Ketchum, Richard Laymon, Tim Curran, Stephen King und Co gefallen, kann ich Sumava bedenkenlos ans Herz legen. Ich möchte aber behaupten, dass »Sumava - Waldes Zorn« doch ein bißchen mehr ist als »nur« ein Horror-Roman und insofern auch Leser von Henning Mankell, Sebastian Fitzek uä begeistern könnte.

Wie viele Leser meiner Generation bin ich durch Stephen King geprägt worden. Diese scheinbar harmonische Front, hinter der das Böse brodelt, hat mich in seinen Werken immer fasziniert. »The Shining« ist sicherlich mein Highlight.
Zu meinen Lieblingsromanen gehören nahezu alle von Bernhard Cromwell - Seine Recherchentiefe ringt mir basses Staunen ab.
Als Vorbild würde ich Joe Abercrombie anführen. Seine Wechsel zwischen lax und stramm, zwischen böse witzig und absolut spannend, dazu seine Art Charaktere zu zeichnen, finde ich großartig.

– Sie bezeichnen Ihr Buch nicht einfach nur als Thriller, sondern als »Backwoods-Thriller«. Was haben wir uns darunter vorzustellen? Was macht den speziellen Reiz dieses Genres für Sie aus?

Das Setting aus dem Horror-Sub-Genre »Backwoods« ist relativ geläufig und zum Teil schwer ausgelutscht:
Eine Gruppe von Reisenden gerät irgendwo in irgendeiner Pampa an eine Bande Degenerierter und wird - einer nach dem anderen - um die Ecke gebracht. Man kennt das aus Filmen wie »The hills have eyes«, »The Descent« und unzähligen anderen.
Allerdings gibt es eine Sache, die mich an diesen Genre-Beiträgen immer irgendwie gestört hat:
Die »Opfer« sind selten viel mehr als das. Die Handlung - wenn man es denn »Handlung« nennen kann, kreist meistens ausschließlich um das unterschiedliche Ableben der Charaktere, bis am Ende einer oder zwei überleben.
In »Sumava - Waldes Zorn« läuft das etwas anders - aber mehr möchte ich hier nicht verraten.

– Was macht Ben und die beiden Kommissare zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an ihnen persönlich?

Ben ist ein geheimnisvoller Protagonist. Nach und nach wird Lage um Lage seine Geschichte offengelegt - aber nie so ganz.
An ihm finde ich besonders, dass er immer noch eine Facette zeigen kann - auch wenn man schon denkt, es geht nicht mehr tiefer. Alles weitere was ich zu Ben sagen könnte, würde in Spoiler ausarten, weswegen ich da jetzt verzichten muss.

Die beiden Kommissare sind ein interessantes Duo.
Da haben wir auf der einen Seite einen feinfühligen, kurz vor der Rente stehenden Bayern und auf der anderen einen geraden, sehr patenten tschechischen Kollegen, die während ihrer Zusammenarbeit eine Freundschaft entwickeln und sich ergänzen.
Ihr Handlungsstrang liefert Hintergrundwissen für die Leser, aber auch mal Gelegenheit zum Luft holen.
Die beiden empfinde ich als durchweg sympathisch und kompetent. Das Schreiben dieser Sequenzen hat mir einen Riesenspaß gemacht und ich hoffe, die beiden in späteren Projekten wiederzutreffen.

– In den ersten Rezensionen zu Ihrem Buch wird wiederholt auf Brutalität und Gewaltdarstellungen eingegangen. Welche Rolle nehmen solche Elemente in Ihrem Buch ein und warum? Wie kommt man als (vermutlich) friedlicher Autor darauf, sich mit abgründigen Themen zu beschäftigen? Muss man sich während des Schreibprozesses dazu selbst in eine spezielle Stimmung bringen?

Im Backwoods-Genre geht es per Definition schon nicht ohne Grime und Splatter ab, das vorweg.
Mir war es aber wichtig Gewalt so zu zeigen wie sie ist: Erschreckend.
Ich mache seit meiner Kindheit Kampfsport in unterschiedlichen Härtegraden und unterrichte seit 7 Jahren Selbstverteidigung. (Wobei sich langsam aber sicher das viel bessere Wort »Selbstschutz« durchsetzt. Aber das ist eine andere Geschichte.) Zwangsläufig beschäftigt man sich dabei mit dem Thema »Gewalt«. Gewalt ist einerseits abstossend - aber eben auch faszinierend - gleichzeitig wird sie oft banalisiert.
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Trainer muss ich mich häufig mit einer fast schon romantisierten Vorstellung von Gewalt durch Fragen und Aussagen meiner Trainees auseinandersetzen.
Gewalt ist aber nicht romantisch oder mystisch. (Dazu kann ich jedem Autor »Violence: A Writer’s Guide« von Rory Miller empfehlen.) Die Gewaltdarstellungen in »Sumava - Waldes Zorn« sind nüchtern, fast schon trocken und ich vermute, dass gerade darin der Schrecken liegt, den einige der Leser empfunden haben. Durch die unverblümte Brutalität entsteht eine Nahbarkeit zum Leser, der sich einige vermutlich nicht entziehen können.
Ich habe allerdings schon beide Pole an Rückmeldungen bekommen: Von »Sadisten-Roman« bis »Ach wie lasch.« Es dürfte also relativ sein und von Leser zu Leser - basierend auf Lesevorlieben und Leseerfahrungen - unterschiedlich wahrgenommen werden.

Eine spezielle Stimmung brauche ich für das Schreiben von gewalttätigen Szenen nicht.
Am Anfang habe ich eine ungefähre Vorstellung, wie eine Szene ablaufen soll.
Dann habe ich das Glück mit einigen langjährigen Trainingspartnern diese Szene live ausprobieren zu können und wenn sie dann so läuft wie ich mir das vorstelle, schafft sie es in den Text. Wenn nicht, gehen wir sie solange durch bis sie »funktioniert«.
Die Leser von »Sumava - Waldes Zorn« können also sicher sein, dass ich jede physische Auseinandersetzung im Rahmen eines Drills durchgegangen bin - was mitunter auch zu Beulen und Kratzern führte, die für lustigen Erklärungsnotstand in meinem privaten Umfeld sorgten.

– Sie haben Ihr Buch ohne einen Verlag in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen? Und halten Sie in der heutigen Zeit Verlage überhaupt noch für nötig?

Ganz ehrlich?
Dazu bewogen hat mich die Tatsache, dass es geht. Und das war’s auch schon.
Ich hätte auch gerne mit einem Verlag veröffentlicht - dann hätte ich mir den ein oder anderen Anfänger-Fehler sicher gespart - aber das kann ja noch kommen. :)
Ich halte Verlage in der heutigen Zeit für nötig. Ja.
Verlage sind in der Lage durch gesammeltes, konzentriertes Know-How eine Story noch spannender, aufregender und in der richtigen Form zu publizieren. Für die Qualität von Lesestoff halte ich gute Verlagsarbeit für unabdingbar.
Als Self-Publisher habe ich mir sehr viel Mühe gegeben in Eigenregie für entsprechende Qualität zu sorgen, stelle aber fest, dass es ein strammes Pfund Arbeit ist, das weit über das Schreiben an sich hinausgeht.

– Was können wir von dem Autor Dan Dreyer in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Stichwort »Brutzelbirne« - so nennt mich meine Holde mitunter...
Derzeit arbeite ich mit Nick Reinhart, einem befreundeten Autor, an einem komplett anderem Projekt: Einem Kinder- und Jugendbuch zum Vor- oder Selberlesen. Klingt verrückt - ist aber so. :)
Hierbei geht es um eine Story, die uns beide schon seit Jahren begleitet.
Eine Story, die Kindern die Angst vor Albträumen nehmen soll und ihnen luzides Träumen näher bringt.
Band 1 von »Die Traumwächter« ist gerade auf Amazon erschienen (übrigens auch hier auf Leserkanone zu finden) und die Bände 2 und 3 sind kurz vor der Fertigstellung. Zu diesem Projekt haben Nick und ich Story, Szenario und Charaktere gemeinsam erdacht, Nick hat alle drei Bände geschrieben und ich habe sie illustriert.
Parallel arbeite ich an einem weiteren Buch, das keineswegs so finster und grob wird wie mein Debüt und eher Richtung Action-Thriller geht.
Zielsetzung ist eine Veröffentlichung im vierten Quartal diesen Jahres.
Für 2020 stehen zwei Scripte in verschiednen Stadien der Entwicklung parat.
Es geht weiter, macht einen Höllenspaß und fühlt sich einfach gut an, wenn Ideen aus dem Kopf auf Papier oder E-Reader landen.

Ich bedanke mich für Ihre Fragen und möchte gerne auf meine Facebook-Seite hinweisen, über die ich mich sehr gerne mit meinen Lesern austausche. Herzlich willkommen.
Man liest sich!

Liebe Grüße,
Dan (Dahn - nicht Dän)

Das Team von Leserkanone.de dankt Dan Dreyer für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Dan Dreyer
Dan Dreyer bei Facebook
»Sumava - Waldes Zorn« bei Leserkanone.de
»Sumava - Waldes Zorn« bei Amazon
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