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Elke Rossmann 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Pseudonyme: Elke Nansen und E.M. Ross
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Elke Nansen vom 13.03.2019
Tags: Zwei Verlinkungen in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 13.03.2019
In Elke Nansens aktuellem Roman »Tödliches Rysum« gehen in Ostfriesland Drogen und der Tod um. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über ihr Buch und die zugehörige Reihe, über ihre beiden Kommissare und über heftige Buchideen.

– Frau Nansen, vor Kurzem erschien Ihr neuer Roman »Tödliches Rysum«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von dem Buch genommen, könnten Sie es und die zugehörige Reihe »Faber und Waatstedt ermitteln« unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Die Reihe um die Ermittler Rike Waatstedt und Richard Faber ist daran zu erkennen, dass immer »Tödliche/s/r« im Titel mitverwendet wird. »Tödliches Rysum« ist mittlerweile das fünfte Buch in der Reihe und es werden wohl noch so einige Romane erscheinen, bis die beiden Kripo-Beamten ihre Jagd auf Verbrecher einstellen. Was mir bei dieser Serie wichtig ist, dass in jedem Buch immer ein aktuelles oder gerade brisantes Thema hinter der Mordermittlung steckt. So geht es in Tödliches Rysum um eine neue synthetische Droge mit verheerender Wirkung. Mir war es ebenfalls wichtig, dass jedes Buch der Serie als Stand-Alone gelesen werden kann. Es ist aber schöner die Bücher in der eigentlichen Reihenfolge zu lesen, um die Entwicklung der Beziehung der beiden Kommissare von Anfang an zu erleben. Notwendig ist es jedoch nicht, da ich in jedem Buch immer wieder kurz die Protagonisten vorstelle.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihre Reihe ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Da fallen mir spontan die regionalen »Tatort« ein. Das ist zwar für Fernsehzuschauer, aber in etwa zu vergleichen. Es sind Krimis mit Lokalkolorit in unserem Fall dem ostfriesischen Flair. Aber es sind aktuelle, moderne Kriminalermittlungen, mit zeitgemäßen, brisanten Themen.

Wenn es um Krimis und Thriller geht, so bewundere ich Harlan Coben, Jussi Adler Olsen, Karin Slaughter, Jack Kerley, Don Winslow aber auch Tom Hillenbrand und Marc-Oliver Bischoff.
Damit habe ich schon einige meiner bevorzugten Autoren aus diesem Genre genannt.
Jedoch besonders liebe ich die Bücher von Ferdinand von Schirach. Bisher war jedes seiner Bücher eine wahre Bereicherung, wobei seine Themen eher in die Richtung der Philosophie, der Moral und der Ethik tendieren.

– Was macht ihre beiden Kommissare Richard Faber und Rike Waatstedt zu solch »besonderen« Romanfiguren, dass sie gleich eine ganze Serie von Buchauftritten verdient haben? Was schätzen Sie an den beiden persönlich?

Ich weiß gar nicht einmal, ob die beiden so besonders sind. Sie sind eher authentisch. Die besten Geschichten schreibt nun mal das Leben und daher habe ich Rike und Faber so natürlich wie möglich gehalten. Mit allen Stärken und Schwächen, die jeder von uns hat. Jedoch muss man beiden lassen, dass sie ganz ausgezeichnete Kriminalbeamte sind. Ihnen kann kein noch so cleverer Verbrecher entkommen.

– Hatten Sie von Anfang an geplant, eine ganze Buchreihe zu schreiben, oder war dies der Resonanz auf den ersten Band (»Tödliche Krummhörn«) geschuldet?

Ich hatte gehofft, dass es eine Reihe wird. Dafür war es natürlich notwendig, dass »Tödliche Krummhörn« gute Resonanz beim Leser zeigen würde. Das ist ja dann auch dankenswerterweise passiert. Es macht den Eindruck, dass die Faber und Waatstedt Reihe bereits eine kleine Fan-Gemeinde bekommen hat.
Das freut mich ganz besonders, denn Rike und Richard haben es irgendwie verdient.

– Im Laufe der Zeit haben Sie in Ihren Büchern mumifizierte Leichen auf einer Baustelle versteckt, Sie ließen einen Torso durchs Wasser gleiten, dieses Mal fällt eine Rentnerin einem Blutbad zum Opfer, und synthetische Drogen sind auch noch unterwegs. Wie passt all das zu einem beschaulichen Flecken wie dem Ostfriesland? Und wie kommt man als friedliche Autorin auf solch heftige Ideen?

Das ostfriesische Lokalkolorit entwickelt sich in Büchern nicht durch das Verbrechen. Für mich liegt die Regionalität mehr in den Menschen, die in die Geschichte verwickelt sind. Natürlich spielt Opa Knut, der Großvater von Rike auch eine große Rolle. Denn er ist nun einmal der typische ältere Ostfriese. Darum lass ich auch immer mal wieder Sätze auf Platt in die Bücher einfließen.
Abgesehen davon ist das beschauliche Ostfriesland nicht gefeit vor großen Verbrechen. Als ich Tödliches Rysum schrieb, in dem es um ein neues Crystal Meth geht, recherchierte ich über Drogendelikte in der Gegend und wurde leider fündig. In 2018 wurde zum Beispiel in Aurich eine internationale Drogenbande verhaftet und 11.5 Kilo Kokain beschlagnahmt. In 2017 wurden ziegelsteingroße Pakete Kokain auf Norderney angeschwemmt. Das sind nur ein paar Beispiele. So beschaulich Ostfriesland ist, das Verbrechen macht dort nicht halt.
Das hat mir auch der Erste Kriminalhauptkommissar des Polizeikommissariats in Emden bestätigt. Letztes Jahr hatte ich eine Recherchereise dorthin gemacht und sprach lange mit dem Chef des KED. Auch in der Realität hat Emden ein tolles Team beim Kriminal- und Ermittlungsdienst.

Was meine Ideen angeht, so stimmt es, ich bin eher eine friedliche Person. Jedoch muss man heutzutage nur Zeitung lesen oder Radio hören, um mitzubekommen, wie brutal die Menschheit und die Welt geworden sind. Wir haben doch mittlerweile sogar sehr viele potenzielle Mörder auf den Autobahnen. Nämlich all diese Menschen die aus Egoismus keine Rettungsgasse bilden und die Ersthelfer und Notärzte auch noch beschimpft werden. Bin ich wirklich so weit weg von der Realität mit den Geschichten, die ich in den Romanen beschreibe?

– In den Besprechungen zu Ihren Büchern wird immer wieder angemerkt, dass es darin durchaus auch einiges zum Schmunzeln und Lachen gibt. Wie passt das zu Geschichten, in denen das Verbrechen umgeht? Wie schafft man es, den richtigen Mittelweg zwischen »seriöser« Ermittlungsarbeit und angenehmer Unterhaltung zu Papier zu bringen?

Das ist in den Geschichten wie im Leben. Wie soll man das Leben denn ertragen, wenn man nicht ab und zu was zu lachen hat oder mal ordentlich über sich selbst lachen kann. Meist sind es ja die weisen und klugen Leute, die so richtig lachen können. Wenn man sich selbst nicht ganz so wichtig nimmt und mehr über sich and andere Dummheiten lachen kann, wird alles etwas entspannter. Besonders für zwei Kommissare, wie sollten die den überleben, wenn sie nicht Abstand zu dem Grauen nehmen können.
Für die Lacher ist meist Opa Knut in meinen Romanen zuständig, daher besteht keine Gefahr, dass die Ermittlungsarbeit ins Unseriöse abdriftet. Abgesehen davon ist Opa Knut auch wirklich der klügste Protagonist von allen.
Kommissar Tamme Hehler oder der Wikinger, wie er genannt wird, hat den typischen, trockenen ostfriesischen Humor, den er sehr akzentuiert setzt. Und Doktor Schorlau, der Pathologe ist meistens unfreiwillig witzig. Ich denke, so bekomme ich das gut hin mit der Spannung und der angenehmen Unterhaltung.

– In der Vergangenheit haben Sie FBI-Mysterythriller geschrieben, die in den Weiten der USA spielten, und für den großen amerikanischen Konzern, für den Sie einst tätig waren, waren Sie in aller Herren Länder unterwegs. Wie kam es bei dieser Vorgeschichte dazu, dass Sie nun storytechnisch ausgerechnet in einer gemütlichen Ecke norddeutscher Provinz gelandet sind? Was macht den Reiz daran aus, sich als Autorin an einen solchen Ort »zurückzuziehen«? Was schätzen Sie an Ostfriesland ganz besonders?

Wenn man jung ist, dann sollte man die Welt bereisen, in exotischen Ländern leben und so die Angst vor dem Unbekannten verlieren. Es ist toll, wenn man selbst einmal ein Ausländer in einem fremden Land war, denn das bildet die Toleranz und das Verständnis Fremden gegenüber.
Aber in einem gewissen Alter hatte ich dann Heimweh, nach meinen Freunden in Deutschland, nach dem Klima, der Sprache und manchmal auch dem Essen. Besonders nach Lakritz, das bekommt man kaum in Übersee. Alles das bedeutet für mich Gemütlichkeit und die ist sehr willkommen, wenn man endlich zur Ruhe gefunden hat.
So ist es auch mit Ostfriesland, es ist gemütlich, landschaftlich wunderschön mit einem rauen Klima und erstklassigen Menschen. Da ich zweimal einige Jahre in Verden an der Aller lebte, und dort bereits die Norddeutschen kennen und lieben gelernt habe, freue ich mich immer wieder nach Ostfriesland zu reisen. Es wäre wohl meine Wahlheimat, wenn ich an meinem jetzigen Wohnort nicht meine lieben Freunde hätte. Kämen die alle mit, dann würde ich sofort dort oben hinter dem Deich leben.

– Was können wir von der Autorin Elke Nansen in der nächsten Zukunft erwarten? Wie und wann wird es mit Faber und Waatstedt weitergehen? Und sind womöglich auch darüber hinaus bereits neue Buchprojekte in Planung?

Erst einmal geht es noch eine Weile mit Faber und Waatstedt weiter. Am sechsten Band schreibe ich gerade und hoffe, dass er im Mai erscheinen wird. Dann folgen 2019 wahrscheinlich noch zwei oder drei weitere Romane der Serie. Na klar, könnte ich mir vorstellen, weitere Ostfriesland-Krimis mit ganz anderen Protagonisten zu schreiben. Aber das sehen wir dann später.

Das Team von Leserkanone.de dankt Elke Nansen für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
»Faber und Waatstedt ermitteln 5 - Tödliches Rysum« bei Leserkanone.de
»Faber und Waatstedt ermitteln 5 - Tödliches Rysum« bei Amazon
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