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Tilmann Haberer 3 Fans
Herkunft: Deutschland
Geboren: 1955
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Tilmann Haberer vom 17.09.2017
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Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 17.09.2017
In seiner aktuellen Buchreihe verknüpft Tilmann Haberer »Sex & Gott & Rock'n'Roll«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor darüber, wie das zusammenpasst, über das Schreiben von Predigten und das Schreiben von Romanen, zudem über seine zukünftigen Projekte.

– Herr Haberer, in diesem Jahr erschien Ihre Roman-Trilogie »Sex & Gott & Rock’n’Roll«. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von den Büchern genommen, könnten Sie die Reihe unseren Lesern daher kurz mit eigenen Worten vorstellen?

In der Trilogie geht es um Liebe, Rockmusik und die Suche nach dem Sinn. Die beiden Hauptpersonen Jeannie und Johnny lernen sich als Teenager kennen und verlieben sich unsterblich ineinander. Aber sie werden kein Paar – und im Lauf der Trilogie wird immer deutlicher, weshalb es nicht klappt zwischen den beiden. Sie laufen einander immer wieder über den Weg, jedes Mal gibt es ein Gefühlschaos, aber sie finden nicht zueinander. Kurz vor seinem 60. Geburtstag unternimmt Johnny einen letzten Versuch und sucht noch einmal den Kontakt zu Jeannie.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihre Bücher ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Als Jugendlicher habe ich die Bücher von Hermann Hesse und Max Frisch verschlungen, da geht es ja immer um die Frage: Wer bin ich? Mittlerweile lese ich am liebsten die »großen« Amerikaner wie Updike, Frantzen oder Eugenides, außerdem Haruki Murakami. Ob das meine Vorbilder sind schwer zu sagen. Wahrscheinlich haben sie mich schon beeinflusst. Auf Deutsch haben mich in jüngster Zeit besonders Wolfgang Herrndorf und Stefan Thome beeindruckt. Aber mein Roman ist nicht ganz so schwerblütig wie »Fliehkräfte« und »Gegenspiel«. Also, auch wer etwa die Bücher von Nick Hornby liebt oder »Zwei an einem Tag« von David Nicholls verschlungen hat, wird sich für Jeannie und Johnny begeistern können.

– Von außen betrachtet macht das alles einen etwas verwirrenden Eindruck: Wie passen Sex, Rock'n'Roll und Gott zusammen? Und wie kommt man nach zwanzig Jahren als Pfarrer und weiteren zehn Jahren im kirchlichen Dienst dazu, ausgerechnet über Liebe und Rockmusik zu schreiben?

Naja, um die Liebe geht es in der Bibel ja ständig. Und wenn Sie auf das Wort »Sex« im Titel anspielen, kann ich nur sagen: Mit Sex kannst du Gott nicht schocken, schließlich hat er ihn erfunden. Aber Scherz beiseite: Als Pfarrer bin ich ja kein Wesen von einem anderen Stern. Ich bin genauso ein Mensch mit Bedürfnissen, Freuden und Nöten, mit Lust und Leid und mit Hobbys – und Rockmusik war immer ein Hobby von mir.

– Welche Rolle spielte Rockmusik in den siebziger Jahren, in denen die Geschichte Ihrer Trilogie einsetzt und in denen auch einst Ihre eigene Arbeit als Pfarrer begann, unter Theologen? Tauschten sich angehende Pfarrer über neue Schallplatten aus? Und beeinflusste die Musik und das damit verbundene Lebensgefühl auch das eigene Wirken als Pfarrer?

Natürlich haben wir unter Kommilitonen auch über die neuesten Scheiben von Pink Floyd oder Fleetwood Mac gesprochen – das Berufsbild Pfarrer setzt nicht voraus, dass man nur Klassik mag und von Rockmusik die Krätze bekommt. Ich habe auch nicht unter einer Glaskuppel gelebt, völlig abgetrennt vom Rest der Welt, und so hat mich und meine Kolleginnen und Kollegen das Lebensgefühl der Siebziger genauso geprägt wie unsere Altersgenossen. Meine Berufsausübung hat das insofern beeinflusst, als mir ganz klar wurde: Ich will nicht verstaubte, verzopfte Rituale pflegen, sondern einfach in der Sprache meiner Zeit über das sprechen, was uns im Tiefsten angeht. Und so habe ich mir auch im Gottesdienst immer wieder mal den E-Bass umgehängt und mit meiner Band die Kirche gerockt.

– Was macht Jeannie und Johnny zu zwei solch »besonderen« Romanfiguren, dass man sie unbedingt kennenlernen sollte? Was schätzen Sie an den beiden persönlich?

Sie sehnen sich beide so sehr nach Liebe, und doch klappt es nicht zwischen ihnen. Immer wieder fallen sie auf die Nase, aber immer wieder rappeln sie sich hoch und versuchen es von Neuem. Das gefällt mir. Jeannie ist ernsthaft auf der spirituelle Suche, allerdings nicht innerhalb der Kirche, sondern bei dem indischen Guru Bhagwan (Osho). Und Johnny ist ein überzeugter und begeisterter Familienmensch, selbst wenn seine eigene Ehe irgendwann in die Brüche geht. Dann wird er eben allein erziehender Vater. Diese Entschlossenheit, sich nicht unterkriegen zu lassen, der Mut immer wieder neu anzufangen, das wollte ich beiden Hauptfiguren mitgeben und das schätze ich besonders an ihnen.

– Gibt es Gemeinsamkeiten beim Verfassen von Predigten und theologischen Texten auf der einen, dem Schreiben einer Romanreihe wie der Ihren auf der anderen Seite?

Ja, natürlich. In beiden Fällen ist es das Wichtigste, die richtige, flüssige, verständliche Sprache zu finden. In beiden Fällen geht es darum, authentisch zu reden und nicht irgendwelche Leerformeln abzuspulen. Und in beiden Fällen geht es um Menschen, die ganz normal in dieser Welt leben und trotzdem eine Ahnung bekommen sollen von dem, was die Welt im Innersten zusammenhält. Aber es gibt auch Unterschiede. Der Hauptunterschied ist für mich, dass Predigten so etwas wie Auftragsarbeiten sind: zu einem vorgegebenen Thema, abzuliefern an einem ganz bestimmten Termin. Meine Romane schreibe ich aus purer Lust am Erzählen und sie sind fertig, wenn sie fertig sind.

– Sie haben Ihre Bücher ohne einen Verlag via »epubli« in Eigenregie veröffentlicht. Was hat Sie dazu bewogen, es auf diesem Wege zu versuchen?

Als Sachbuchautor habe ich teilweise die Erfahrung gemacht, dass vom Verlag nicht allzu viel Unterstützung bei der Verbreitung meiner Bücher kam. So wollte ich einmal diese neue, moderne Form des Publizierens ausprobieren. Und ich mache die Erfahrung, dass ich beim Selfpublishing viel mehr »drinstecke«, ich komme viel mehr mit Leserinnen und Lesern in Kontakt, weil ich die ganze Werbung selbst machen muss. Das finde ich spannend und das macht großen Spaß.

– Was können wir von dem Autor Tilmann Haberer in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Der nächste Roman mit dem Arbeitstitel »Phantomschmerz« ist schon auf der Zielgeraden. Er dreht sich um Jeannies Zwillingsschwester Theresa, die ins Kloster geht (da kommt meine theologische Schlagseite wieder durch), dann aber austritt und mit großer Mühe, unter heftigen Abstürzen und Krisen ihr eigenes Leben findet, selbstbestimmt und frei. Freiheit, das ist für mich ein ganz, ganz wichtiges Anliegen, auch wenn es einiges kostet, sie zu erkämpfen und zu leben.

Vielen Dank für Ihr Engagement, ich weiß das sehr zu würdigen.

Das Team von Leserkanone.de dankt Tilmann Haberer für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
»Sex & Gott & Rock'n'Roll 1 - Day Tripper« bei Leserkanone.de
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»Sex & Gott & Rock'n'Roll 2 - What's Going On« bei Leserkanone.de
»Sex & Gott & Rock'n'Roll 2 - What's Going On« bei Amazon
»Sex & Gott & Rock'n'Roll 3 - All Right Now« bei Leserkanone.de
»Sex & Gott & Rock'n'Roll 3 - All Right Now« bei Amazon
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