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Haike Hausdorf 0 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Haike Hausdorf
Facebook: HaikeHausdorfAutorin
Instagram: haikehausdorf
Interviews: Leserkanonen-Interview mit Haike Hausdorf vom 24.08.2019
  Leserkanonen-Interview mit Haike Hausdorf vom 17.12.2020
  Leserkanonen-Mini-Interview mit Haike Hausdorf vom 19.12.2021
  Leserkanonen-Interview mit Haike Hausdorf vom 29.05.2022
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanonen-Exklusivinterview vom 29.05.2022
In ihrem aktuellen Buch »Sherlock Holmes und der Gentleman's Club« führt Haike Hausdorf ihre Leser ins viktorianische London. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über das Buch, über den berühmtesten Detektiv der Welt und über ihre zukünftigen Projekte.

– Frau Hausdorf, dieses Mal sind fünf Monate vergangen, seitdem wir Sie zuletzt zu einem Mini-Interview begrüßen konnten. Was hat sich in der Zwischenzeit im Autorinnenleben der Haike Hausdorf getan?

Seit der Veröffentlichung meines Weihnachtsromans bei dp im November 2021 schreibe ich an einem Cosy-Crime-Manuskript. Dieses wird Ende des Monats bei beTHRILLED, einem Verlag der Bastei Lübbe AG, ins Lektorat gehen.

– Inzwischen ist mit »Sherlock Holmes und der Gentlemen's Club« ein neuer Kurzroman aus Ihrer Feder erschienen. Was erwartet Ihre Leser in dem Buch?

Bei »Sherlock Holmes und der Gentlemen’s Club« handelt es sich um eine klassische Holmes-Pastiche, also um eine Novelle im Stil der Originale von Sir Arthur Conan Doyle.

Und darum geht es in der Detektiv-Geschichte, die 1889 angesiedelt ist:

Der Enkel des angesehenen Mitbegründers eines Londoner Gentlemen’s Clubs bittet Sherlock Holmes um Hilfe, denn die Clubmitglieder scheinen nicht mehr sicher: Schon sechs nächtliche Raubüberfälle sind zu beklagen. Während einige der Opfer unter gravierenden Gedächtnislücken oder Krankheitssymptomen leiden, fantasieren andere von riesigen schwarzen Vögeln oder glauben gar, an der Pest erkrankt zu sein. Ein klassischer Fall für Holmes, der verspricht, das Geheimnis binnen zwei Tagen zu lösen.

– Das Buch ist Teil der »Baker Street Tales«, an der zahlreiche Autoren beteiligt sind. Was hat es mit der Reihe auf sich? Wie wurden Sie Teil des Autorenkollektivs?

Im Rahmen der Baker Street Tales des Arunya Verlags schreiben eine Reihe von Autorinnen und Autoren Holmes-Novellen, die zunächst als eBooks veröffentlicht werden. Im Laufe der Zeit erscheinen jeweils drei der eBooks mit einer noch unveröffentlichten Bonus-Geschichte als Hardcover-Ausgabe.

Die Herausgeberin ist meine Literaturagentin Alisha Bionda, die mich vor knapp zwei Jahren gefragt hatte, ob ich mir vorstellen könnte, mich am Holmes-Kosmos zu probieren. Aufgrund anderer Buchprojekte kam ich nicht sofort dazu, aber Anfang 2021 entstand schließlich diese Novelle und ich hatte sehr viel Spaß dabei.

– Sherlock Holmes begleitet die Buchwelt nun schon seit 135 Jahren. Was bedeutet Ihnen die Figur selbst? Und warum kann es auch im Jahre 2022 noch immer nicht genug Sherlock-Holmes-Geschichten geben?

Seitdem ich mich aufgrund der Anfrage meiner Agentin im Sommer 2020 intensiv mit dem Original-Kanon von Arthur Conan Doyle beschäftigt habe, bin ich ein großer Fan von Sherlock Holmes und Dr. Watson. Natürlich kannte ich schon vorher einige der Geschichten, wie Das gefleckte Band oder Der Hund von Baskerville, aber ich hatte mich nicht so detailliert damit beschäftigt.

Bei der Entwicklung meiner Novelle und während des Schreibprozesses hatte ich immer den Werkkanon neben mir liegen, weshalb das Buch voller Post-its ist, anhand derer ich mir wichtige Stellen markiert hatte. Mir persönlich gefällt der oft durchscheinende Humor in Form von Sticheleien zwischen den Protagonisten sehr gut, aber auch die Freundschaft zwischen den beiden und die überraschenden Wendungen in den Fällen.

Außerdem finde ich es großartig, dass Conan Doyle eine bunte Mischung aus Mord, Raubüberfällen, Diebstählen, weniger schweren Verbrechen und Vermisstenfällen entworfen hat und sich manche der Fälle im Nachhinein sogar als harmlos entpuppen, also gar keine Straftat vorliegt. Auch Moral spielt oft eine Rolle. Das macht die Ermittlungen von Sherlock Holmes und Dr. Watson besonders abwechslungsreich und für Erstleser unberechenbar. Dass die Geschichten rund um den berühmten Detektiv absolut zeitlos sind, beweisen seine vielen Fans und deshalb ist es gut, dass auch heute noch Nachfolgebände entstehen.

– Im Gegensatz zum Erschaffen eigener Romancharaktere, die man nach Belieben ausgestalten kann, erfordert das Aufgreifen bestehender literarischer Figuren vermutlich eine ganz andere Herangehensweise. Wie haben Sie es geschafft, Sherlock Holmes so in Szene zu setzen, dass er auch tatsächlich wie Sherlock Holmes wirkt? Wie wird man einer solchen Figur gerecht?

Das habe ich zunächst als echte Herausforderung empfunden, mit der Zeit hat es aber sehr viel Spaß gemacht. Zuerst habe ich sämtliche Original-Kurzgeschichten einmal komplett gelesen und danach mehrfach ausschnittweise. Damit meine ich, dass ich gezielt alle Anfänge gelesen habe, um zu sehen, wie Arthur Conan Doyle seine Geschichten beginnt oder alle letzten Seiten, um zu sehen, auf welche Arten sie enden.

Außerdem habe ich analysiert, wie Holmes mit Watson spricht und umgekehrt, aber auch wie sie jeweils fremden Personen gegenübertreten, welche Begriffe Holmes für Verbrecher benutzt, wie er über Inspektor Lestrade und sein Team von Scotland Yard redet usw. Darüber hinaus habe ich viele Eigenarten des Originalwerkes übernommen, zum Beispiel die teils kurz angebundene Art von Sherlock Holmes, die typischen französischen Einwürfe, seine oft herablassende Art und dass er sogar seinen Freund und Ermittlungspartner Dr. Watson ständig im Unklaren darüber lässt, was er herausgefunden hat, obwohl er ihn sehr schätzt.

Meiner Meinung nach wird man einem so berühmten Charakter nur gerecht, wenn man sich ausführlich mit der Originalvorlage beschäftigt und sich daran orientiert.

– Wie haben Sie das viktorianische London in Worten lebendig werden zu lassen? Waren viele Recherchen notwendig, um Zeit und Ort richtig darstellen zu können?

Ja, das war sehr zeitintensiv. Neben der Lektüre des Werkkanons habe ich viel im Internet recherchiert und hatte permanent eine alte Karte von London aufgeschlagen. Da meine Geschichte von einem der typischen Gentlemen’s Clubs des 19. Jahrhunderts erzählt, habe ich mich zunächst mit diesen Clubs beschäftigt und einen Namen gesucht, der mir passend erschien, den es aber noch nicht gab. Außerdem habe ich zu der damals üblichen Kleidung, den Hüten, der Bart- und Haarmode recherchiert, zu gängigen Vor- und Nachnamen, zu der Beleuchtung in Gebäuden, den häufig im Jahr 1889 in London eingesetzten Kutschen und vielen anderen alltäglichen Kleinigkeiten. Manches – wie zum Beispiel die Kleidung von Holmes, seine Angewohnheiten, das Pfeife-Rauchen oder welche Zeitungen er üblicherweise liest – habe ich aus den Originalgeschichten übernommen.

Um das richtig darstellen zu können, musste ich den Schreibprozess ständig unterbrechen und etwas nachschlagen. Es lässt sich deshalb nicht so flüssig schreiben, wie ein Roman, der in der heutigen Zeit spielt, weil man sich oft fragt: »Moment, wie war das damals? Kann ich das so überhaupt schreiben? Wie beschreibt Arthur Conan Doyle etwas Ähnliches im Original?« Das macht das Schreiben aufwendiger, aber auch sehr reizvoll.

– Was können wir von der Autorin Haike Hausdorf in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

In den nächsten Wochen wird eine Krimi-Kurzgeschichte mit Gruselelementen in einer Crime-Time-Anthologie des Ashera Verlags erscheinen. Die Geschichte trägt den Titel »Augenblicke« und wurde bereits 2018 im Schwarzen Drachen Verlag veröffentlicht, der aber leider vor einiger Zeit seine Pforten schließen musste.

Zurzeit schreibe ich - wie eingangs erwähnt - einen Cosy Crime Roman, der bei beTHRILLED als eBook erscheinen wird. Es ist mein erstes Manuskript in diesem Genre und ich habe mich sehr über die Zusage von Bastei Lübbe gefreut.

Anschließend werde ich mich vermutlich wieder ins viktorianische London begeben, da der Ashera Verlag eine neue Sherlock-Holmes-Reihe plant und ich von meiner Agentin gebeten wurde, einen Roman beizusteuern. Dieses Mal wird es allerdings aufwendiger werden, denn es handelt sich nicht um eine 60-Seiten-Novelle wie beim Gentlemen’s Club, sondern um ein etwa viermal so umfangreiches Manuskript. Im Vorfeld werde ich mich wieder auf die Originale stürzen, um mich erneut mit Arthur Conan Doyles Stil vertraut zu machen. Das wird auf jeden Fall ein spannendes Projekt.

Des Weiteren sind noch ein halbfertiger Familiengeheimnisroman sowie mehrere Novellen und Romane anderer Genres in Arbeit oder im Gespräch.

Live erleben kann man mich in diesem Jahr auf jeden Fall auf der FaRK, dem Fantasie- und Rollenspielkonvent im September 2022 in Losheim am See. Wann genau man mich beim Stand der Agentur Ashera, beim Ashera Verlag oder auch bei einem anderen Stand antreffen kann, werde ich rechtzeitig auf meiner Autorenseite www.haikehausdorf.de, meinem Facebook-Profil und bei Instagram bekanntgeben.

Darauf, endlich wieder andere Bücherwürmer und Leseratten zu treffen, freue ich mich schon sehr!

Das Team von Leserkanone.de dankt Haike Hausdorf für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Haike Hausdorf
Haike Hausdorf bei Facebook
Haike Hausdorf bei Instagram
»Baker Street Tales 12 - Sherlock Holmes und der Gentleman's Club« bei Leserkanone.de
»Baker Street Tales 12 - Sherlock Holmes und der Gentleman's Club« bei Amazon
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