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Haike Hausdorf

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Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Haike Hausdorf
Facebook: HaikeHausdorfAutorin
Instagram: haikehausdorf
Interviews: Leserkanonen-Interview mit Haike Hausdorf vom 24.08.2019
  Leserkanonen-Interview mit Haike Hausdorf vom 17.12.2020
  Leserkanonen-Mini-Interview mit Haike Hausdorf vom 19.12.2021
  Leserkanonen-Interview mit Haike Hausdorf vom 29.05.2022
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln

Seit mehreren Jahren ist Haike Hausdorf in verschiedenen Buchgenres unterwegs. Am 2. August 2022 stellte sie sich unseren Fragen zu ihrem Autorenleben:

– Frau Hausdorf, seit wann sind Sie als Autorin tätig? Was führte zu jener Zeit dazu, dass Sie mit dem Schreiben begonnen haben?

Im Sommer 2016 brachte ich zwei Kinderbuchideen zu Papier, die mir schon lange im Kopf herumschwirrten. Allerdings hatte ich eine sehr naive Vorstellung davon, wie der Buchmarkt funktioniert und konnte sie bei keinem Verlag unterbringen.
Aber mein Ehrgeiz war geweckt und so nahm ich im März 2017 an den Schreibwettbewerben zweier Kleinverlage teil. Beide Kurzgeschichten wurden in Anthologien veröffentlicht und eine durfte nach Absprache mit dem Hybrid Verlag im Anschluss sogar zum ersten Kapitel meines Debütromans werden. So entstand »Watsons Welt«, veröffentlicht im Mai 2018. Im selben Jahr kamen zwei weitere Kurzgeschichten in Anthologien heraus.
Seit 2018 bin ich offiziell als Autorin tätig. In den zwei Jahren davor habe ich das Schreiben noch als Hobby praktiziert – oder aus heutiger Sicht als Lehrzeit, in der ich viele Erfahrungen sammeln und Menschen aus der Buchbranche kennenlernen durfte.
2019 nahm ich schließlich Kontakt zur Agentur Ashera auf und bin überglücklich, seitdem von meiner engagierten Agentin Alisha Bionda vertreten zu werden. Inzwischen sind insgesamt drei eigenständige Romane und eine Novelle von mir erschienen, ein weiterer Roman ist im Lektorat und einige Projekte befinden sich in unterschiedlichen Stadien ihrer Fertigstellung oder kurz vor dem Vertragsabschluss.

– In welchem Genre oder welchen Genres haben Sie Ihr schriftstellerisches Zuhause gefunden? Fans welcher Autoren könnte es gefallen, in Ihre Bücher hineinzuschnuppern?

Bisher habe ich in den Genres Humor, Romance, Krimi und Fantasy geschrieben, um die gängigen Oberbegriffe zu nutzen. Meist jedoch sind meine Romane, Novellen und Kurzgeschichten genreübergreifend. Lediglich zwei meiner Veröffentlichungen würde ich ausschließlich einem Genre zuordnen: Ein 2017 veröffentlichtes Märchen und die im April 2022 erschienene klassische Holmes-Pastiche - also eine Detektivgeschichte mit den berühmten Charakteren von Arthur Conan Doyle und im Stil seiner Originalgeschichten.
In meinem Debütroman »Watsons Welt« dagegen erzählt ein Mischlingshund auf humorvolle Weise über das Leben mit seinen Zweibeinern. Die Leser finden darin jede Menge Humor, das Buch wird aber auch als Tierroman gelistet. Meine zweite eigenständige Veröffentlichung »Die Geister der Weihnacht gehen in Rente« wurde im Ashera Verlag unter der neuen Genrebezeichnung FUNtasy veröffentlicht. Bei der humorvollen Hommage an Charles Dickens »Weihnachtsgeschichte«, handelt es sich um eine skurrile Geistererzählung im heutigen London. Mein dritter, bei Digital Publishers erschienener Roman »Schneemann mit Herz« verbindet Humor mit einer Weihnachts-Romance und wurde auch als Audiobook veröffentlicht, worüber ich mich sehr gefreut habe.
Bereits fertiggestellt und derzeit im Lektorat bei Bastei Lübbe ist ein Cosy Crime-Roman – also ein humorvoller Krimi. Des Weiteren plane ich mit dem Ashera Verlag mehrere Novellen in unterschiedlichen Genres.
Mein aktuelles Manuskript ist ein Sherlock-Holmes-Roman.
Durch die genre-übergreifenden und -wechselnden Geschichten, finde ich es schwierig, meine Bücher mit denen anderer Autoren zu vergleichen. Das überlasse ich meinen Lesern. Wer sich an meine Bücher wagt, sollte auf jeden Fall humorvolle Geschichten mögen, gerne auch kombiniert mit einer ernsteren Botschaft wie bei den Geistern der Weihnacht. Und auch die Freunde von Arthur Conan Doyles Originalen kommen laut meinen bisherigen Rezensenten bei »Sherlock Holmes und der Gentlemen’s Club« voll auf ihre Kosten. Die Novelle erschien nach ausgiebiger Lektüre der Originale und viel Recherchearbeit über die viktorianische Zeit als zwölfter Band der Baker Street Tales-Reihe im Arunya Verlag.

– Was macht ein Buch Ihrer Meinung nach zu einem guten Buch, was macht Figuren zu gelungenen Figuren?

Ein gutes Buch kann man schlecht aus der Hand legen, es berührt seine Leser und lässt sie mitfiebern. Wenn man vergisst zu essen oder schlafen zu gehen, weil die Handlung so fesselnd ist, muss die Geschichte eine sehr gute sein. Mir selbst ist das schon des Öfteren passiert …
Besonders gern mag ich Bücher, die mich lange beschäftigen, die sozusagen noch in mir nachhallen, wenn sie längst ausgelesen sind.
Mit guten Figuren können sich Leser in irgendeiner Form identifizieren. Und gelungene Charaktere sind meist weder vollends gut noch böse, sondern vielschichtiger. Sie entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter und lernen dazu.

– Wie können sich Ihre Leser einen Tag in Ihrem Autorenleben vorstellen? Wie, wann und wie viel schreiben Sie? Haben Sie sich dazu spezielle Rituale angewöhnt?

Ich schreibe, wann immer ich Zeit finde. Meist ist das vormittags, wenn meine Kinder aus dem Haus sind, teilweise abends, wenn ich nicht zu müde bin und am Wochenende, falls wir nicht als Familie gemeinsam etwas unternehmen.
Nach turbulenten Zeiten in unserer Familie, aufgrund von Erkrankungen und einem Todesfall sowie dem Homeschooling durch die Pandemie, habe ich in den letzten zwei Jahren keine feste Schreibzeit etablieren können. Ich hoffe aber, in Zukunft mindestens viermal pro Woche vormittags zu schreiben.
Mein liebster Ort dafür ist unsere Arbeitsecke im Schlafzimmer bei geöffnetem Fenster. Mitten im Trubel kann ich mich schlecht auf neue Inhalte konzentrieren. Ich habe in der Vergangenheit probiert, im Zug zu schreiben oder in einem Wartezimmer, diese Versuche dann aber recht schnell abgebrochen. Um kreativ und produktiv zu sein, benötige ich Ruhe.

– Wo holen Sie sich Ihre Ideen her? Wer oder was sind Ihre Inspirationen?

Das Leben ist meine Inspiration! Ideen entstehen, wenn ich spazieren gehe, bügle, putze, koche, unter der Dusche stehe, Bücher lese oder Filme schaue. Fremde Orte können ebenso Inspiration sein wie Gerüche, ein aufgeschnappter Satz oder eine Situation, die ich beobachte.
Zu meinem Debütroman aus der Sicht eines Hundes hat mich ein Schreibwettbewerb des Hybrid Verlags mit dem Thema »Urlaub« inspiriert. Ich wollte eine humorvolle Geschichte über jemanden schreiben, der NICHT gerne wegfährt und den Urlaub zu boykottieren versucht. Da fiel mir als Erstes ein Hund ein - wegen der langen Fahrzeit und der Transportbox. Aus der Idee wurde zunächst die Kurzgeschichte »Urlaub? Nein, danke!« und später der Roman »Watsons Welt«.
Die Idee zu »Die Geister der Weihnacht gehen in Rente« kam mir nach einem Theaterbesuch vor ungefähr zehn Jahren. Mit meinen beiden älteren Kindern hatte ich in der Adventszeit eine sehr schöne Kindervorstellung von Charles Dickens »Weihnachtsgeschichte« besucht und fragte mich, wie es wohl wäre, wenn die Geister noch heute Menschen bekehren würden. Diese Frage blieb allerdings lange unbeantwortet und wurde erst vertieft, als der Ashera Verlag skurrile, humorige Fantasy-Geschichten für eine neue Buchreihe suchte. Daraufhin habe ich vorsichtig angefragt, ob meine Handlung zu schräg wäre. Sie war es nicht und ich durfte die Reihe 2020 mit meinen verrückten Geistern eröffnen.

– Geht dem Schreiben Ihrer Geschichten erst einmal umfangreiche »Reißbrettarbeit« voraus, oder lassen Sie Ihre Worte während des Schreibens ihren eigenen Weg finden? Warum halten Sie Ihren Weg für den Richtigen?

In dieser Frage gibt es kein richtig oder falsch. Jeder Schreibende hat sein eigenes System. Ich persönlich war anfangs ein sogenannter Pantser – also Drauflosschreiber. Bei »Watsons Welt«, »Die Geister der Weihnacht gehen in Rente« und meinen vorangegangenen Kurzgeschichten gab es jeweils nur einen Titel, eine grobe Idee und ein Ende, auf das ich hingearbeitet habe. Der Rest floss spontan während des Schreibprozesses in die Tastatur. Frei nach dem Motto »Woher soll ich wissen, was die Charaktere anstellen, bevor ich die Geschichte fertiggeschrieben habe?«.
Seit 2019 allerdings arbeite ich mit der Agentur Ashera zusammen und erstelle Exposés für mittlere und größere Verlage und da funktioniert diese überaus spontane, kreative Methode nur noch sehr bedingt. Denn die Verlage möchten genau wissen, worauf sie sich einlassen und erwarten nicht nur einen Arbeitstitel und Klappentext, sondern auch eine Kurzbeschreibung der wichtigsten Protagonisten, eine etwa einseitige Inhaltsangabe mit allen wichtigen Eckpunkten und dem Schluss der Geschichte sowie eine mehrseitige Leseprobe vom Anfang.
Das kann man nur erstellen, wenn ein Gerüst steht, die Protagonisten zumindest eine grob umrissene Persönlichkeit haben und man die Handlung von Anfang bis Ende entworfen hat. Außerdem muss wie gesagt der Anfang des zukünftigen Manuskripts fertig ausformuliert mitgeschickt werden.

– Fühlt sich das »Autorenleben« genauso an, wie Sie sich das vor Ihrer ersten Veröffentlichung vorgestellt haben? Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt im Allgemeinen und von Ihren Lesern im Speziellen?

Nein, der Buchmarkt funktioniert ganz anders, als man sich das als Laie vorstellt. Allein, wie schwierig ist es ist, mit einem Manuskript bei einem der großen Publikumsverlage angenommen zu werden, macht sich kaum jemand klar, der nicht schon mit der Buchbranche zu tun hatte. Auch ich bin mit meinen ersten beiden Kinderbuchmanuskripten, die übrigens noch immer unveröffentlicht sind, sehr naiv an die bekannten Verlage herangetreten. Und wenn man schließlich vor der Veröffentlichung des ersten Buches steht – oft bei einem Kleinverlag oder im Selfpublishing – muss man erst lernen, wie groß der Markt ist und wie aufwendig es sein kann, Aufmerksamkeit zu erlangen und Leser zu gewinnen.
Ich wünsche mir deshalb insgesamt mehr Wertschätzung für die Arbeit von Autoren.
In Bezug auf überregionale Zeitungen, Magazine und Radiosender bedeutet das, auch kleineren Verlagen und unbekannten Autoren eine Plattform zu geben. Es wäre schön, wenn dort nicht nur über Bestsellerautoren berichtet würde, sondern zusätzlich regelmäßig über Kleinverlage, neue Autoren, genreübergreifende Bücher oder Nischen abseits des Mainstreams.
Im Buchhandel wäre ein Regal mit den Werken regionaler Autoren eine tolle Sache.
Von dem einen oder anderen großen Online-Buchhändler würde ich mir gerechtere Algorithmen bei der Sternebewertung wünschen sowie mehr Transparenz.
In Bezug auf die großen Publikumsverlage würde ich mich über mehr Offenheit gegenüber unkonventionellen Buchideen sowie genreübergreifenden Geschichten und Manuskripten freuen, die nicht in eine Schublade passen, aber trotzdem lesenswert sind.
An Leser können wir Autoren nur immer wieder die Bitte richten, kurze Rezensionen über gelesene Bücher zu schreiben. Was hat gefallen, was nicht? Zwei bis drei Sätze reichen völlig aus – auch bei Romanen, die nicht den Geschmack getroffen haben. Wir Autoren können aus konstruktiver Kritik lernen und andere Leser teilweise besser einschätzen, ob das Buch für sie lesenswert ist oder nicht. Was der eine als Kritikpunkt sieht, kann jemand anderen neugierig machen.
Darüber hinaus finde ich es wichtig, den lokalen Buchhandel oder Online-Shops mit einem sozialen Hintergrund zu unterstützen. Wann immer es möglich ist, besuche ich meine Lieblingsbuchhandlung im Nachbarort.
Und zuletzt mein dringender Appell, Produktpiraterie zu ächten, denn wir Autoren arbeiten meist monatelang an einem Manuskript und erhalten ohnehin nur einen geringen Anteil vom Verkaufspreis unserer Bücher. Da sind illegal heruntergeladene eBooks sehr ärgerlich. Im Geschäft würde es ja auch niemand dulden, wenn Kunden ein Produkt ohne Bezahlung in die Tasche stecken …

Das Team von Leserkanone.de dankt Haike Hausdorf für die Zeit, die sie sich genommen hat!
 
Blognoten:
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Blognote der Bücher der Autorin: Schulnote 1,31 / 93,85% (13 Rez.)
Hinweis: Was hat es mit den unterschiedlichen Bewertungssystemen auf sich?
Bücher nach Bewertung Bücher chronologisch Bücher alphabetisch
Funtasy 1 - Die Geister der Weihnacht gehen in Rente
Genre: Fantasy (Ashera, 25. November 2020)
100/100
[6 Blogger]
Watsons Welt
Genre: Humoristisches Buch (Hybrid, 11. Mai 2018)
100/100
[3 Blogger]
Baker Street Tales 12 - Sherlock Holmes und der Gentleman's Club
Genre: Kriminalroman und Kurzgeschichte (Arunya, 26. April 2022)
90/100
[2 Blogger]
Schneemann mit Herz
Genre: Romantische Literatur (Digital Publishers, 18. November 2021)
70/100
[2 Blogger]
Magische Kurzgeschichten 6 - Grusel-Spezial
Genre: Fantasy und Kurzgeschichtensammlung (Schwarzer Drachen, 1. Oktober 2018)
Märchenhafte Momente
Genre: Fantasy und Kurzgeschichtensammlung (Hybrid, 1. Dezember 2018)
Falls ein Buch der Autorin in der hier aufgeführten Liste fehlen sollte, dann könnt ihr uns dies nach einem Klick hier mitteilen.
 
Ein Interview von: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz