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Die Zelle
Verfasser: Jonas Winner (5)
Verlag: Knaur (985)
VÖ: 8. Januar 2016
Genre: Thriller (3634)
Seiten: 336
Themen: Berlin (545), Bunker (21), Entdeckung (155), Jungen (395), Mädchen (1169), Väter (366), Verschwinden (694)
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Kurz nach dem Umzug seiner Familie nach Berlin entdeckt der elfjährige Sammy im Bunker ihrer neuen Villa ein vollkommen verängstigtes Mädchen. Er kann sie nur durch einen winzigen Schlitz sehen - und einen Tag später ist sie verschwunden ...
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Lesermeinungen (1)     Leserkanonen-Rezension     Blogger (1)
REZENSION DURCH DAS LESERKANONE-TEAM
Aus den Augen eines Elfjährigen
 
Wenn ein Thriller in der eigenen Heimatstadt spielt und dann womöglich auch noch in der gleichen Ecke der Stadt, dann kann das ganz unterschiedlich auf einzelne Leser wirken: Die einen sind pauschal begeistert, weil sie sich über den Wiedererkennungseffekt freuen. Die nächsten sind überaus kritisch, und sie stellen die Existenz jedes Baumes und jedes Hauses in Frage, weil in der Wirklichkeit alles ganz anders ist. Und dann gibt es auch noch Leute wie mich, die es eigentlich viel zu abstrakt finden, einen Thriller aus der eigenen Heimat erzählt zu bekommen, weil alles rund um einen herum so normal und alltäglich-belanglos erscheint, dass man sich schwerlich eine spannende Geschichte in der Gegend vorstellen kann. Umso schwieriger war für Autor Jonas Winner die Aufgabe, mich von seinem Buch »Die Zelle« zu überzeugen. Doch auch große Aufgaben sind dafür da, bewältigt zu werden. Und wenn man schon den Nachnamen eines Siegers trägt, dann sollte das doch zu bewerkstelligen sein - oder?

Der 1966 geborene und in Rom und Berlin aufgewachsene Jonas Winner ist studierter Philosoph und arbeitete im Anschluss an sein Studium fürs Fernsehen, während er weiter an akademischen Graden feilte und zur Spieltheorie promovierte ... die scheint einen auch wirklich in jedem Fachbereich zu begegnen. ;) Nachdem er seinen Doktortitel in der Tasche hatte, konzentrierte er sich wieder aufs Fernsehen und gründete unter anderem ein eigenes Label zur Entwicklung von Stoffen und Drehbüchern. Nach der Jahrtausendwende wurden einige seiner Drehbücher verfilmt, und so ist er einer der wenigen Autoren, die von uns rezensiert wurden und die einen eigenen IMDB-Eintrag haben. Seit rund fünf Jahren ist Winner nun auch Buchautor, und im Wesentlichen hat er sich im Genre des (Psycho-) Thrillers breitgemacht.

»Die Zelle« ist Winners fünfter Roman, wenn man seinen anfangs in sieben einzelnen Teilen veröffentlichten Thriller »Berlin Gothic« als Einzelwerk zählt. Das neue Buch erschien am 8. Januar im Knaur Verlag, ist (einschließlich Anhang) rund 330 Seiten stark und sowohl als E-Book als auch als Taschenbuch für jeweils 9,99 Euro erhältlich. Dabei deutet gleich das beinahe vollständig in Schwarz gehaltene Cover an, wohin die Reise atmosphärisch geht. Nebenbei ist es faszinierend, wie einfach so ein Coverbild manchmal gehalten ist, und wie wirksam und aussagekräftig es doch trotzdem sein kann.

Eines der außergewöhnlichsten Details an dem Buch ist die Sichtweise, denn mit der Idee, den überwiegenden Teil aus der Ich-Perspektive (!) eines elfjährigen Jungen zu erzählen, ist Winner ein Wagnis eingegangen, das sich vermutlich nur wenige Autoren getraut hätten. Aber wer nicht wagt, der ist auch kein Winner! Der Elfjährige hört auf den Namen Sammy und zieht in den Sommerferien gemeinsam mit seiner Familie und einem Au-Pair-Mädchen von London aus kommend in eine alte Jugendstilvilla in Berlin-Grunewald um. Die neue Heimat gilt es selbstverständlich zu erforschen, zumal sich sonst Langeweile breit macht, und so streift Klein-Sammy durch den großen Garten des Anwesens. Dort entdeckt er einen alten gut verborgenen Luftschutzbunker, und nicht nur das: Darin befindet sich eine Zelle mit einem Mädchen seines Alters. Der wackere Junge will der Kleinen helfen, weiß aber nicht wie - und dann ist sie verschwunden, die Zelle plötzlich leer. Sammy steht damit vor einem riesigen Zwiespalt, denn es riecht danach, als sei sein eigener Vater für diese merkwürdigen Vorgänge verantwortlich.

Obgleich aus Sammys Blickwinkel auf das Geschehen geschaut wird, muss man nicht befürchten, der Roman könne in irgendeiner Weise kindlich klingen, denn Winner lässt den inzwischen zwanzig Jahre älteren Sam auf die Ereignisse zurückblicken. Um die Geschichte so erzählen zu können, wie es sie inhaltlich erfordert, zumal es eine alles andere als zimperliche Schilderung ist, wären - realistisch nachempfundene - kognitive und sprachliche Fähigkeiten dieser Altersklasse einfach nicht genügend gewesen, und dann wäre »Die Zelle« nicht so großartig geworden, wie es das Buch ist. Trotzdem wirken die Gedanken und Gefühle des Jungen, die Winner an die Leserin oder den Leser transportiert, an jeder Stelle vollkommen authentisch, nachvollziehbar und ansteckend. Die letztgenannte Wirkung ist vermutlich bei einem jungen Protagonisten automatisch etwas stärker als bei anderen Figuren ausgeprägt, allerdings schreibt Winner so packend, dass ich mir sicher bin, dass es mich in jedem Fall mitgerissen hätte, ganz egal, um welche Art Hauptfigur es sich gehandelt hätte.

Winner gewährt seinen Lesern nur eine kurze Eingewöhnung in Form der Ankunft in Berlin, dann schickt er sie bereits mit Sammy auf Erkundungstour und schiebt damit die Spannung von Beginn an auf ein hohes Niveau - eines, das er fortan nicht mehr sinken lässt, denn der gesamte Roman steht unter Strom. Dabei gibt es allerdings nicht nur keine Ausbrecher nach unten, sondern auch keine nach oben: Der Autor bemüht kein Übermaß an Actionszenen oder dergleichen, und er streut keine Haudraufaktionen ein, um an ausgesuchten Stellen das Tempo oder die Dramatik zu erhöhen. Stattdessen ist die nervenaufreibende Wirkung einfach immer präsent. Anstelle von Turbulenz lebt das Buch von seiner beklemmenden Atmosphäre, von der Welt der Gedanken und der Eindrücke des Jungen, vom geschickten Spiel mit Realität und Wahnsinn. Ausschweifungen sind gar nicht nötig, Winner kommt mit einem reduzierten Ensemble und einer geringen Zahl an Schauplätzen zurecht, und trotzdem - oder gerade deswegen - weist das Buch große Klasse auf. Die Reduzierung heißt dabei nicht, dass wir hier ein Kammerspiel haben, aber es bewegt sich zumindest ein Stück weit in diese Richtung. Mit all seinen Zutaten zieht der Autor seinen Stiefel souverän bis ans Ende durch, schwächelt nie, baut keine Längen ein, und am Ende liefert er eine Auflösung, die sicher nicht nur mich sehr zufriedenstellen wird, und die - was besonders wichtig ist - das Ganze auch noch sinnvoll abrundet.

Unterfüttert wird all das durch eine gelungene sprachliche Umsetzung, die gekonnt Bilder im Kopf entstehen lässt und einem immer einen präzisen Eindruck dessen gewährt, was gerade geschieht und wie es dabei gerade ausschaut. Dabei verliert sich Winner aber auch nicht in unnötigen Details, sondern schreibt punktgenau und gibt seiner Geschichte mit Ausdruck eine Dynamik, die auch durch eine Aneinanderreihung von Actionszenen nicht hätte besser sein können. Hilfreich ist dabei auch das Setzen auf teilweise extrem kurze Kapitel - zwischen Prolog, Epilog und den mehrseitigen Anhang hat Winner ganze 43 Abschnitte gestopft. So würde man auch dann den Eindruck haben, rasant voranzukommen, wenn die Seitenzahl nicht ohnhein dahinfliegen würde. Lange Rede, kurzer Sinn: Winner hat einen Psychothriller erschaffen, der spannend ist, der einen auf die erhoffte Weise zu verstören weiß, und der bis zum Ende große Unterhaltung bietet.

Ach ja, und was den Berlin-Bezug angeht: Der spielt eigentlich gar keine nennenswerte Rolle. Das mag vielleicht für den ein oder anderen militanten Regionalkrimi-Fan schade sein, dafür ist es für alle anderen gut, denn egal woher sie auch kommen, bei »Die Zelle« kann man als Thriller-Fan immer beherzt zugreifen.
– geschrieben von MirjamH (2. März 2016)
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