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Der magische Hauch
Verfasser: Kathrin Schröder (3)
Verlag: Books on Demand (1728) und ihleo (2)
VÖ: 3. Februar 2016
Genre: Kurzgeschichtensammlung (1672) und Märchen (138)
Seiten: 244 (Broschierte Version), 212 (Gebundene Version)
Themen: Brüder Grimm (21), Schneewittchen (24)
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OFFIZIELLE LESERKANONEN-REZENSION
Richtungsänderung
 
Im vergangenen Jahr rezensierten wir hier bei Leserkanone.de das Buch »Frau Kain regt sich auf«, in dem sich Autorin Kathrin Schröder auf ungewöhnliche Weise mit Geschichten aus der Bibel auseinandersetzte. Vor einigen Wochen ist nun ein neues Buch aus Frau Schröders Feder erschienen, in dem sie sich wieder mit alten Geschichten beschäftigt hat, in diesem Fall jedoch mit klassischen Märchen. Wir haben uns »Der magische Hauch« einmal genauer angesehen.

Die 1964 geborene Kathrin Schröder erzählt bereits seit Jahrzehnten Geschichten, ist jedoch erst im vergangenen Jahr unter die Autorinnen gegangen. Dabei legt die Düsseldorferin vor allem Wert auf ungewöhnliche Perspektiven. Nachdem sie dies bereits in »Frau Kain regt sich auf« begonnen hatte, war es in ihrem neuen Buch ihr Ziel, dies so weit zu treiben, die altbekannten Märchen aus der Sicht von Tieren, Pflanzen und Randfiguren zu schildern und ihnen damit eine vollkommen neue Richtung zu geben. »Der magische Hauch« erzählt auf diese Weise 32 Märchen der Gebrüder Grimm neu. Das rund 240 Seiten starke Buch erschien am 3. Februar dieses Jahres via »Books on Demand«, kann entweder als gebundene Version für 19,99 Euro, als Taschenbuch für 10,99 Euro oder als E-Book für 6,99 Euro erworben werden.

Die Märchen, die Frau Schröder zur Grundlage ihres Buches nahm, dürften den meisten Lesern geläufig sein, denn es handelt sich zum großen Teil um die bekanntesten Geschichten, die von den Gebrüdern Grimm zu ihren Kinder- und Hausmärchen gesammelt wurden. Klassiker wie der Froschkönig, der Wolf und die sieben Geißlein, Aschenputtel, Rapunzel, Rotkäppchen, Dornröschen, und, und, und - alles ist mit dabei. Zumindest ist mir kein einziges Märchen eingefallen, das ich aus dem Stehgreif mit den Gebrüdern Grimm assoziiert hätte, das nicht seinen Weg in den »magischen Hauch« gefunden hätte. Dazwischen finden sich noch einige weniger bekannte Märchen wie »Die sechs Schwäne«, »Der Zaunkönig«, »Die drei Federn« oder »Von dem Sommer- und dem Wintergarten«, von denen ich vorher noch nie etwas gehört habe, die aber ebenfalls zur Sammlung der beiden Brüder vom alten Tausend-Mark-Schein gehörten, wie ich inzwischen nachgesehen habe. Ich nehme also an, dass niemand unzufrieden sein wird, dass »sein« Lieblingsmärchen nicht mit dabei ist. Während die meisten der unzähligen Märchen-Adaptionen, die in den vergangenen Jahren verstärkt veröffentlicht wurden, meist nur grobe Orientierungspunkte verwendeten, hat sich Frau Schröder dabei viel stärker an die eigentlichen Plots gehalten als Marissa Meyer, Julia Adrian & Co. - und trotzdem unheimlich viel eigenen Input geleistet.

Meine anfängliche Skepsis, die ich hatte, dass sich die grundsätzliche Buchidee des Perspektivwechsels schnell erschöpfen könnte, wird von Frau Schröder schnell zerstreut, da sie ihre »Erzähler« geschickt ausgewählt und dabei so viel Einfallsreichtum an den Tag gelegt hat, dass jederzeit für große Abwechslung gesorgt ist. Bei einigen Märchen hat sie sich für das Naheliegende entschieden, etwa wenn eines der sieben Geißlein die Geschichte seiner sechs Brüder und des bösen Wolfs erzählt, oder aber im Fall von »Aschenputtel«, das aus Sicht einer der beiden bösen Schwestern geschildert wird, doch die Autorin hat sich auch nicht vor gewagten Experimenten gescheut, etwa dann, wenn sie »Dornröschen« aus der Sicht eines Rosenstocks erzählt, »König Drosselbart« aus der Perspektive einer Puppe oder »Frau Holle« aus Spatzensicht. Die Erzählerwahl ist nicht einfach nur dazu da, den erzählten Geschehnissen ein paar neue Aspekte abzuringen, sondern sie hüllt jede der Geschichten in eine ihr vollkommen eigene Atmosphäre. Keines der Märchen wirkt dadurch wie das andere, sie bieten allesamt eine ganz eigene kleine Welt.

Zwei Einschränkungen sollte man allerdings machen: Der Eindruck, den die veränderten Märchen bei mir auslösten, stand und fiel mit der Frage, ob ich das jeweilige Märchen kannte oder nicht. Die Märchen, die mir unbekannt waren, prallten an mir ein wenig achselzuckend ab. Die Qualität des Buchs rührt nicht aus den Geschichten selbst her, sondern an dem aufkommenden Nostalgieeffekt durch das Wiedererkennen, gepaart mit den gewitzten Ideen, mit denen die einzelnen Storys einen neuen Anstrich bekommen haben. Allerdings ist der Effekt auch der gleiche, wenn man in einem »normalen« Märchenbuch liest: Richtig Spaß hat man eigentlich nur an denen, die man schon von einst kennt und mit denen man die gute Zeit von damals verbindet. Womöglich ist das eine Einzelmeinung von mir, aber das Gefühl ließ sich nicht abstreifen. Zum Glück hat Frau Schröder eine derart große Auswahl an Märchen vorgelegt, dass es für jeden Leser genügend Wiedererkennungswerte geben dürfte.

Die zweite Einschränkung: So gut die einzelnen Geschichten auch gemacht sind, ist »Der magische Hauch« kein Buch, für das man sich ein paar Stunden am Stück hinsetzen würde und das man am liebsten von A bis Z durchlesen würde. Dafür sind die Grimm'schen Märchen ein Stück zu einfach gestrickt und nicht komplex genug. »Der magische Hauch« ist stattdessen ein Buch, in dem man immer mal blättern kann, wenn man ein paar Minuten Zeit hat, das man zwischendurch lesen kann, und sicher auch vor dem Einschlafen. Nicht zuletzt bin ich mir sehr sicher, dass auch Kinder großen Spaß daran haben werden, die Geschichten vorgelesen zu bekommen und sie aus ganz neuer Warte zu hören. Denn für Kinder dürften die Wiedererkennungseffekte noch viel unterhaltsamer sein, und damit dürften ihnen die neuen Perspektiven noch mehr Spaß bereiten als unsereins. Wer also Kinder hat, die auch heutzutage noch mit Grimms Märchen aufgewachsen sein sollten, dem dürfte besonders dazu geraten sein, hier zuzugreifen - ich denke, es wird großen Spaß machen, den eigenen Nachwuchs dabei zu beobachten, wie er auf die Abwandlungen reagiert.
– geschrieben am 30. März 2016
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