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Nikodem Skrobisz 15 Fans
Herkunft: Deutschland
Geboren: 26. Februar 1999
Pseudonym: Leveret Pale
Webseite: Offizielle Homepage von Nikodem Skrobisz
Twitter: @LeveretPale
Facebook: Leveret-Pale
Interviews: Leserkanone.de-Interview mit Leveret Pale vom 10.10.2016
  Leserkanone.de-Interview mit Leveret Pale vom 20.04.2017
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Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 10.10.2016
In seinem Buch »Wahnsinn« verstört Leveret Pale seine Leser auf dreizehn verschiedene Weisen. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über sein Werk, über die Faszination des Krankhaften und über seine Dark-Fantasy-Reihe.

– Herr Pale, womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrer Geschichtensammlung »Wahnsinn« genommen. Könnten Sie Ihr Buch unseren Lesern kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Selbstverständlich. Bei »Wahnsinn: 13 verstörende Geschichten« handelt es sich um eine Anthologie, in der sechs längere Novellen und sieben Kurzgeschichten versammelt sind. Der titelgebende »Wahnsinn« ist hierbei Programm und wird in allen seinen Erscheinungsformen beleuchtet. Die Texte sind großteils dem Horrorgenre zuzuordnen, allerdings variieren sie sehr stark in der Thematik und den Subgenre. So gibt es bitterernste Geschichten, wie z.B.: »Lemuria«, in der eine Gruppe Wissenschaftler eine mysteriöse Anomalie im Pazifik untersucht und dabei fürchterliche Dinge entdeckt. Es gibt aber auch groteske Geschichten voller Ironie und schwarzen Humor wie z.B.: »Willkommen in der Hölle«, in der ein Mann nach seinem Tod ein Gespräch mit dem Teufel führt. Ich habe versucht die Balance so zu halten, dass die Leser mit einem verstörten Grinsen im Gesicht aus dem Buch herauskommen.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Werke würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden? Was sind Ihre eigenen Lieblingsbücher?

Meine großen literarischen Vorbilder sind H.P. Lovecraft und Edgar Allan Poe. Wer die beiden kennt und schätzt, wird wahrscheinlich auch an meinen Texten Gefallen finden. Ich lese aber auch viel von modernen Horrorautoren, wie Stephen King, Richard Matheson, Dan Wells und werde auch von ihnen beeinflusst. Meine Lieblingsbücher sind, neben den Werken der gerade genannten, die »Ein Lied von Eis und Feuer«-Reihe von George R.R. Martin und die Bücher des Psychoanalytikers Irvin Yalom, insbesondere sein Roman »Und Nietzsche weinte«.

Generell sollten meine Leser offen für Groteskes, Skurriles und Verstörendes sein. Ich schreibe zwar keine auf Ekel fokussierten Texte wie z.B.: Edward Lee, allerdings sind meine Geschichten häufig psychisch auch nicht ganz ohne. Normen werden verdreht, die Protagonisten sind mitunter Amokläufer, Schizophrene, Nekrophile oder einfach kaltblütige Psychopathen. Als Leser findet man sich dann zum Beispiel im Kopf eines Menschen wieder, der sich von Leichen angezogen fühlt oder gegen Selbsthass und einen Tötungsdrang ankämpft. Und wenn ich meinen Job gut gemacht habe, dann empfindet der Leser trotz allem Empathie mit dieser Person, was ein sehr paradoxes und für viele unangenehmes Gefühl sein kann.

– Was macht Ihrer Meinung nach den Reiz aus, Geschichten zu lesen, die der Autor selbst als »verstörend« bezeichnet? Und wieso sollten Leser zugreifen, die sich durch Bücher eigentlich erhoffen, eine möglichst angenehme Zeit beschert zu bekommen?

Eine angenehme Zeit sieht für jeden anders aus. Manche genießen einen Liebesfilm, Pralinen oder einen Strandspaziergang, andere hingegen springen aus Hubschraubern, fahren Achterbahn oder trainieren jeden Tag zwei Stunden im Fitnessstudio. Etwas Adrenalin und »sichere« Angst, das heißt nur davon zu lesen, wie jemanden etwas Beängstigendes passiert, statt es selbst zu erleben, haben für viele Menschen einen starken Reiz. Ich denke das liegt daran, dass dieses Gefühl der Angst unsere tiefverwurzelten Instinkte aus der Zeit, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, anspricht. Einigen Menschen fehlt wohl heutzutage das tägliche Weglaufen vor dem Säbelzahntiger.

Des Weiteren zeigen verstörende Geschichten auf, dass Menschen nicht immer gut sind. Sie konfrontieren uns mit unseren Ängsten, unserer Sterblichkeit, schärfen und erweitern damit unser Bewusstsein dafür. Sie helfen uns auch zu verstehen, warum manche Menschen schreckliche Dinge tun oder erzählen uns, wie es ist, auf einem Trip zu sein oder zu halluzinieren und den Verstand zu verlieren, ohne dass wir das am eigenem Leib erleben müssen.

– Die letzte Frage lässt sich auch umgekehrt stellen. In Ihrem Buch beschäftigen Sie sich mit Wahnvorstellungen, Drogentrips, mit Nekrophilie - warum tun Sie sich das an? ;) Und da Sie beim Schreiben nicht nur in die schwärzesten Winkel der menschlichen Seele hineinschauen, sondern zwangsläufig auch neue schwarze Winkel selbst erschaffen müssen: Wie schaffen Sie es, die dafür nötigen Ideen zu entwickeln? Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen?

Das Krankhafte, Abartige, Rätselhafte, das Unverständliche und auch der Tod sind nicht nur beängstigend, sondern auch faszinierend. Diese mysteriösen, dunklen Abgründe der Seele können uns sehr viel über uns selbst erzählen. Ich beschäftige mich viel und intensiv mit Psychologie, Philosophie, Pharmakologie und Horrorliteratur. Letzteres finde ich besonders faszinierend, weil gut gemachte Horrorliteratur nicht nur unterhält oder einen angenehmen Adrenalinkick verpasst, sondern etwas tief in unserem Unterbewusstsein berührt. Sehr viele Dinge, die wir tun, sind eine Folge von unbewusster Angst. Horrorliteratur kann uns diese Angst bewusst machen.

Manche Psychoanalytiker, Philosophen und Soziologen gehen davon aus, dass die Religionen, Ideologien und die Kultur allein das Ergebnis der Überwindung der menschlichen Angst vor dem Tod sind. Diesen Theorien zufolge, kreiert der Mensch entweder ein Weltbild, dass ihm ein ewiges Leben verspricht, oder er erschafft etwas, wie ein politisches, biologisches oder künstlerisches Vermächtnis, das über seinen Tod hinaus existiert und ihn damit symbolisch unsterblich macht.

Es fällt mir schwer, genau auszumachen, woher ich meine Inspiration nehme, denn Schreiben ist für mich ein vor allem vom Unterbewusstsein gesteuerter Prozess. Ich setzte mich nicht hin und überlege, was ich schreiben könnte; ich laufe auch nicht durch die Gegend und sehe etwas und sage mir: Darüber muss ich schreiben. Die Ideen und Geschichten kommen zu mir in Form von willkürlichen Geistesblitzen, meist kurz vorm Einschlafen, wenn ich bereits mit einem Fuß im Reich der Träume stehe, also die Grenzen zum Unterbewusstsein am dünnsten ist. Plötzlich sehe ich vor meinem geistigen Auge eine Szene und dann springe ich aus dem Bett und beginne mit dem Schreiben. Woher mein Unterbewusstsein diese Bilder und Anregungen nimmt, kann ich nur mutmaßen. Unter anderem wahrscheinlich auch von meiner intensiven Beschäftigung mit den oben genannten Themen. Zum Beispiel geht es in meiner Novelle »Erimosis«, die auch in der Anthologie enthalten ist, um einen jungen Mann, der einen Amoklauf plant. Ungefähr ein Jahr bevor ich die Idee für diese Geschichte hatte, habe ich mich intensiv mit den psychologischen Profilen von Massenmördern beschäftigt und neben Fachliteratur auch die Tagebücher der Columbine-Attentäter gelesen, was mich direkt in die Köpfe solcher Menschen schlüpfen ließ. So etwas hinterlässt bleibende Spuren, die wiederum selber Spuren in meinen Texten hinterlassen.

– Sie schreiben nicht nur Kurzgeschichten und Novellen, sondern auch das genaue Gegenteil: Ihre »Elirium-Saga« ist auf mehrere Bücher angelegt. Was erwartet Ihre Leser in der Buchreihe? Ist das Schreiben einer solchen Saga und das Verfassen von Kurzgeschichten wie ein Ausflug in zwei vollkommen verschiedene Universen der Schriftstellerei, oder ist die Arbeit daran ähnlicher, als man es sich denkt? Wie entscheiden Sie, in welche Richtung das jeweils nächste Projekt geht? Oder arbeiten Sie womöglich parallel an beidem?

Die Elirium-Saga ist eine Darkfantasyreihe und weicht damit thematisch nicht so sehr von meinen üblichen Werken ab. Sie spielt zwar in einer Highfantasywelt, allerdings gibt es viele klassische Horrorelemente: Eine Ghulepidemie verwüstet das Land und treibt Flüchtlingsströme in die überfüllten Städte, es gibt Krieg, die meisten Charaktere sind eher Antihelden und eine Grenze zwischen Gut und Böse existiert praktisch nicht, im Gegensatz zu den klassischen Highfantasygeschichten, wie z.B.: »Herr der Ringe«, wo eigentlich ziemlich klar ist, dass Sauron der »Böse« ist.

Das Schreiben der Buchreihe, beziehungsweise generell eines Romans ist tatsächlich etwas komplett anderes, als das Verfassen von Novellen oder Kurzgeschichten. Jedes davon ist eine Disziplin für sich selbst, mit eigenen Hürden und auch Vorteilen, aber ich habe Spaß an allen dreien.

Wenn ich schreibe, brauche ich auch immer wieder Abwechslung, weshalb ich nie an nur einem Projekt gleichzeitig arbeite. Zum Beispiel arbeite ich momentan an ungefähr vier, fünf Projekten parallel, wovon nur zwei Romane sind.

– Sie haben all Ihre Bücher bis dato ohne Verlag veröffentlicht. Hatten Sie vorab entschieden, es auf diesem Wege zu probieren? Halten Sie den »klassischen« Weg des Veröffentlichens über einen Verlag heutzutage überhaupt noch für zweckmäßig und erwägen Sie, es in Zukunft auch einmal auf diese Weise zu probieren?

Ich habe mich am Anfang dafür entschieden selbst und damit unabhängig zu veröffentlichen. Ich will beim Schreiben die volle Kontrolle und Freiheit über meine Werke haben und das wird Neulingen bei Verlagen nur selten gewährt. Vor allem, weil ich mit meinen Büchern auch einige Nischen anspreche, die den meisten Verlagen zu unsicher sind.

Ich habe mich also auf Selfpublishing spezialisiert und es läuft sehr gut bis jetzt, weshalb ich zurzeit nicht aktiv nach einem Verlag suche. Sollte aber ein interessantes Angebot von einem Verlag kommen, wäre ich sicherlich nicht abgeneigt auch diesen Weg des Veröffentlichens auszuprobieren.

– Was können wir von dem Autor Leveret Pale in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Für die nahe Zukunft habe ich bereits einiges geplant. Im Dezember wird der zweite Band der Elirium-Saga erscheinen, irgendwann im ersten Quartal 2017 eine weitere Anthologie und im selben Jahr auch der dritte Elirium-Saga Band. Zwischendurch erscheinen höchstwahrscheinlich einige Kurzgeschichten. Live wird man mich in absehbarer Zeit nicht sehen können, außer auf einigen kleineren Autorentreffen im Raum München, aber ich starte Ende November 2016 einen YouTube-Kanal. Worum es dort genau gehen wird, kann ich leider noch nicht verraten, nur so viel, dass es teilweise auch mit meinen Büchern und den Themen darin zusammenhängt.

Das Team von Leserkanone.de dankt Leveret Pale für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Leveret Pale
Leveret Pale bei Twitter
Leveret Pale bei Facebook
»Wahnsinn - 13 verstörende Geschichten« bei Leserkanone.de
»Wahnsinn - 13 verstörende Geschichten« bei Amazon
»Elirium-Saga 1 - Die Rückkehr der Götter« bei Leserkanone.de
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