Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
43.949 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »EAMON039«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
LESERKANONE
Benutzername:

Passwort:
Passwort?
Account anlegen
Gewinnspiel
 
Werbung:
BUCH @ AMAZON
 
BUCH @ AMAZON
 
BUCH @ AMAZON
 
Sybille Baecker 5 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Sybille Baecker
Facebook: SybilleBaecker.Autorin
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Sybille Baecker vom 14.10.2016
Tags: Eine Verlinkung in Leserkanone.de-Artikeln
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 14.10.2016
In ihrem Kriminalroman »Mordsangst« macht Sybille Baecker wieder einmal Baden-Württemberg unsicher. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über ihren Roman, ihren Kommissar, über Whisky und ihre zukünftigen Projekte.

– Frau Baecker, womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem aktuellen Roman »Mordsangst« genommen. Könnten Sie Ihr Buch unseren Lesern kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Mordsangst« ist ein Krimi aus meiner »Kommissar-Brander-Serie«. Kommissar Brander ermittelt gemeinsam mit seiner Kollegin Persephone Pachatourides (und dem Team der Kriminalinspektion 1) in Tübingen und Region. In seinem aktuellen Fall geht es um ein vermisstes Kind. Ein fünfjähriger Junge ist spurlos verschwunden und es ist unklar, was mit dem Kind geschehen ist – ist es einfach nur ausgebüxt und hat sich verlaufen? Hatte es einen Unfall? Oder ist es einem Verbrechen zum Opfer gefallen?

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden? Was sind Ihre eigenen Lieblingsbücher?

Einen konkreten anderen Roman bzw. eine andere Serie zu nennen, ist schwierig, denn jeder Autor – so auch ich – hat seinen eigenen Stil. Leser/Leserinnen, die Krimiserien mögen, sind bei mir sicher schon mal auf der richtigen Fährte, denn es wird nicht nur ein Kriminalfall erzählt, sondern in kleinen Nebenhandlungen geht es auch um das Leben des Ermittlers Andreas Brander. Ich schreibe nicht so finster wie es einige skandinavische Krimireihen sind, und – trotz Whisky – nicht so kulinarisch, wie manche italienische Krimireihen. Es geht um handfeste Ermittlungsarbeit mit lebensnahen Protagonisten.
Bewusst habe ich keine literarischen Vorbilder. Aber es gibt natürlich Bücher, die mir sehr gut gefallen und mich dadurch sicher beeinflussen. Da ist »Der Pate« von Mario Puzo oder die »Inspektor-Rutledge-Reihe« von Charles Todd. Zudem mag ich die Anwaltsserie von Gianrico Carofiglio. Ich würde auch sagen, es gibt das richtige Buch zur richtigen Zeit, man entwickelt sich, ist in unterschiedlichen Lebensphasen – so gibt es Bücher, die mich vor zehn Jahren noch nicht interessierten, die ich heute aber mit Genuss lese.

– »Mordsangst« markiert den bereits sechsten Auftritt Ihres Kommissars Andreas Brander. Was macht den guten Mann so »besonders«, dass er wiederkehrende Auftritte verdient? Was schätzen Sie persönlich an Ihrer Heldenfigur?

Seine Menschlichkeit. Brander ist weder Superermittler noch lonesome Cowboy oder abgehalfterter, frustrierter Beamter und auch kein Übermensch. Eine Leserin sagte mal, Brander könnte ihr Nachbar sein, jemand, den man morgens beim Bäcker in der Schlange trifft. Er wäre jemand, zu dem ich ginge, wenn ich ein Problem hätte – er ist integer, aber nicht überkorrekt. Er versucht, fair zu sein, aber manchmal versteht auch er die Welt nicht mehr. Er hat Humor, ein großes Herz, ist ein Mensch mit Stärken und Schwächen.

– War es von Anfang an geplant, Brander zum Protagonisten einer ganzen Serie an Romanen werden zu lassen, oder ist dies der Resonanz auf seine ersten Fälle geschuldet?

Ja, als ich die Figur des Andreas Brander entwickelt habe, war mir von Anfang an klar, dass er ein »Serienermittler« wird. Zum Glück war die Resonanz auf die ersten Fälle (und auch auf die folgenden) so groß, dass wir in Serie gehen konnten.

– Wie kamen Sie ursprünglich auf die Idee, ausgerechnet einen Whiskyfreund zum Helden Ihrer Geschichten zu machen? Haben Sie selbst einen speziellen Bezug zum Whisky? Würde bei einer Romanreihe, die in der Gegend von Tübingen spielt, ein Weinliebhaber als Kommissar nicht näher liegen? Und da Brander in Ihren Geschichten zwar Whisky liebt, aber kein Alkoholproblem hat: Könnten militante Alkoholgegner nicht auf die Idee kommen, Sie würden Alkoholkonsum in einem zu positiven Licht erscheinen lassen?

Als ich die Figur damals entwickelte, wollte ich ihm ein besonderes »Hobby« geben, nun ja, es ist eher eine Leidenschaft. Für mich war Whisky schon seit jeher ein sehr spannendes Getränk – es ist vielfältig und es gibt quasi für jede Stimmung einen Whisky, der zu dem Moment passt, sodass ich mit einer Szene, in der Brander einen Whisky genießt, mehr transportieren kann als nur den Genuss.
Tübingen und Whisky sind sich gar nicht so fern. So ist der Sitz der Organisation »Schwäbischer Whisky« in Tübingen, Anfang Oktober gibt es im Rahmen des Regionalmarktes auch immer einen »Schwäbischen Whisky Tag« mit regionalen Whiskybrennern. Es gibt im Vorort von Tübingen eine Whiskybrennerei (liegt quasi auf Branders Arbeitsweg ? ). Dies führte insgesamt auch dazu, dass ich in der Vergangenheit einige gemeinsame Veranstaltungen »Lesung mit Whiskyverkostung« mit der Schwäbischen Whiskybotschafterin hatte, bei denen im Rahmen der Krimilesung in das Thema Whisky eingeführt wurde.
Dem Thema Alkohol und Alkoholmissbrauch widme ich mich in meinen Büchern ebenfalls. Es ist mir ein Anliegen, einen bewussten, gemäßigten Konsum aufzuzeigen und nicht den exzessiven Rausch zu verherrlichen. Brander ist kein Trinker, der den Alkohol gedankenlos zu sich nimmt, und er kommt auch immer mal wieder in die Situation, seinen Umgang mit dem Whisky bzw. dem Thema Alkohol zu hinterfragen.

– Da wir Tübingen erwähnten: Ist die Brander-Reihe vorzugsweise Lesern aus Baden-Württemberg zu empfehlen, oder sollten auch Krimifans aus anderen Teilen des Landes ihren Spaß daran haben?

Die Brander-Reihe kann bundesweit und auch über die Grenzen hinaus gelesen werden. Die Tatsache, dass es in der Tübinger Region spielt, kommt daher, dass ich meine Krimis irgendwo verorten wollte. Leider ist man dann immer sofort in der »Regionalschiene«. Aber nehmen wir beispielsweise die Wallander-Krimis von Mankell – die spielen in Schonen, man kann sie aber lesen und verstehen, ohne jemals dort gewesen zu sein. Gleiches gilt für die Brunetti-Krimis und Venedig und viele andere Krimis, die an realen Schauplätzen angesiedelt sind.
Natürlich gibt es Lokalkolorit in meinen Krimis, denn ich beschreibe ja reale Orte. Aber die muss der Leser/die Leserin nicht gesehen haben, um die Szene zu verstehen. Als Autorin sollte ich meinen LeserInnen die Umgebung so vermitteln, dass vor dem inneren Auge eine »Bühne« entsteht, wo das Geschehen stattfindet. Auch verzichte ich z.B. weitestgehend auf Dialekt (der hat im Schwäbischen ohnehin vor Ort zu Ort unterschiedliche Färbungen). Brander ist zudem auch kein Schwabe, sondern kommt gebürtig aus Westfalen.

– In der Zwischenzeit ist noch ein Band mit Kurzkrimis aus Ihrer Feder namens »Adiós, mein Liebster« erschienen. Was erwartet die Leser in diesem Buch?

In dem Band habe ich eine »bunte Mischung« meiner Kurzkrimis zusammengefasst, die in den letzten zehn Jahren neben meinen Kriminalromanen entstanden sind. Es sind amüsante Krimis dabei, aber auch ernste Geschichten. So ist zum Beispiel die Titelgeschichte »Adiós, mein Liebster« eine schwarzhumorige Story über das Problem, den eigenen Gatten loszuwerden, während »Vor dem Wachsein« ein kleiner Rückblick auf einen Fall aus Branders Stuttgarter Zeiten ist (mein Kommissar hat eine Vergangenheit ?), bei dem es sehr ruhig und still zugeht, weil ich da ein sensibles Thema aufgreife.

– Ist die Herangehensweise an das Schreiben eines Kurzkrimis im Vergleich zu der Erarbeitung eines Romans wie »Mordsangst« eine andere? Setzen Sie beim Schreiben von Kurzgeschichten im Gegensatz zu Ihren Romanen andere Schwerpunkte?

Eine Antwort in aller Kürze – da könnte man ein ganzes Seminar drüber halten ... Also: Ja und nein. Ein Kurzkrimi ist viel kompakter und kann schon allein aufgrund seiner Kürze nicht so vielschichtig sein, wie ein Roman. Es sind weniger Figuren, weniger Handlungsstränge, alles ist stark verdichtet.
Generell ist es aber so, dass ich bei einem Krimi – egal ob kurz oder Roman – ein Verbrechen benötige und das Motiv, um eine schlüssige Kriminalgeschichte zu erzählen. Beim Kurzkrimi fokussiere ich mich dann aber auf einen kleinen Abschnitt, z.B. die Planung und schlussendlich Durchführung eines Verbrechens. Wie es danach weitergeht, bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Beim Roman kann ich viel mehr in die Tiefe gehen, die Figuren und Handlung wesentlich komplexer gestalten und eine Geschichte von Anfang bis Ende erzählen – also in aller Kürze: Verbrechen – Ermittlung – Aufklärung, das Ganze gespickt mit falschen Fährten, Rückschlägen und Nebensträngen. Dazu fehlt in einer Kurzgeschichte schlichtweg der Platz – denn sonst würde ein Roman daraus werden ...

– Was können wir von der Autorin Sybille Baecker in der nächsten Zukunft erwarten? Wie geht es mit Andreas Brander weiter? Und sind womöglich abseits des Kommissars neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Zurzeit arbeite ich an Kommissar Branders 7. Fall, der voraussichtlich im Herbst 2017 erscheinen wird. Weitere Fälle sind bereits in Planung. Brander muss ja noch ein wenig arbeiten, bevor er in Pension gehen kann ...
Neben der Kommissar Brander Reihe habe ich auch zwei Krimis mit der IT-Fachfrau Kirstin Schwarz veröffentlicht (Das Recht zu töten / Der Verräter). Hier schreibe ich nicht aus Ermittlersicht, in diesen Büchern geht es um eine junge Frau, die selbst eine brutale Vergangenheit hat, und die versucht, Menschen denen schlimmes widerfahren ist, zu helfen. Dabei gerät sie selbst in Gefahr. Sie ist kein einfacher Charakter, aber sie hat Courage. Auch hier könnte es eine Fortsetzung der Reihe geben.
Ich habe auch einige Ideen für andere Buchprojekte – jenseits des Krimigenres, nur leider fehlt mir dazu im Moment die Zeit zum Schreiben.
Termine für Lesungen habe ich über das ganze Jahr verteilt. Für diesen Herbst sind noch einige schöne Veranstaltungen geplant – Lesungen mit Whiskyverkostung oder auch mit musikalischem Rahmenprogramm. Die aktuellen Termine findet man auf meiner Homepage: www.sybille-baecker.de und Ankündigungen auch auf meiner fb-Seite https://www.facebook.com/SybilleBaecker.Autorin
Ich freue mich natürlich auch immer über Rückmeldungen, Fragen, Anregungen von Leserinnen und Lesern. (Kontaktdaten auf meiner Homepage oder via facebook.)
Bleibt mir nur noch zu sagen: Liebes lesekanone-Team - vielen Dank für die interessanten Fragen.

Das Team von Leserkanone.de dankt Sybille Baecker für die Zeit, die sie sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Sybille Baecker
Sybille Baecker bei Facebook
»Mordsangst« bei Leserkanone.de
»Mordsangst« bei Amazon
»Adiós, mein Liebster« bei Leserkanone.de
»Adiós, mein Liebster« bei Amazon
Interview aus- und Bücherliste einblenden
 
Ein Interview von: Daniela Peine  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz