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Stefan Balzter 1 Fan
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Stefan Balzter
Facebook: lealeonardt
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Stefan Balzter vom 22.09.2016
 
Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 22.09.2016
Dieser Tage hat der Latos-Verlag den Vampirroman »Lea Leonardt - Blutsbande« von Stefan Balzter in einer komplett überarbeiteten Fassung herausgegeben. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über sein Buch, über das Gruselige an Frankfurt und über das Vampir-Genre.

– Herr Dr. Balzter, womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Website Notiz von Ihrem aktuellen Roman »Lea Leonardt – Blutsbande« genommen. Könnten Sie Ihr Buch unseren Lesern kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Da ich den Klappentext selbst geschrieben habe und es somit meine eigenen Worte sind, könnte ich den natürlich einfach vorlesen – aber es ist ja auch ganz spannend, die Story noch einmal von Neuem zusammenzufassen. Nun denn:
Die titelgebende Lea ist eine aufgeweckte 15-jährige Schülerin, deren Vater Hans – ein selbständiger Programmierer – sich eines Tages mit seltsamen Auftraggebern einlässt: Sie wollen sich nur bei Dunkelheit mit ihm treffen und benehmen sich in mehr als einer Hinsicht, sagen wir, unüblich. Hans jedoch wittert den großen Auftrag, auf den er schon so lange hofft, weil er seiner Familie aus den ewigen Geldnöten ein für allemal heraushelfen könnte – und sieht dabei die große Gefahr nicht, in die er sich begibt.
Bald entpuppen sich die beiden »Kunden« als Vampire, die finstere Pläne mit ihm verfolgen. Doch sie haben die Rechnung ohne Lea gemacht, die sich nicht damit abfinden will, dass ihr Vater immer weiter in eine dunkle, unmenschliche Welt hineingezogen wird ...

– Den Lesern welcher anderen Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder? Was sind Ihre eigenen Lieblingsromane?

Ich las sehr gerne die Vampirromane von Anne Rice, fand allerdings, dass sie das Thema später etwas zu sehr ausgewalzt hat. Aber wenn man mal die ersten drei Bände betrachtet – »Interview mit einem Vampir«, »Der Fürst der Finsternis« und »Die Königin der Verdammten« – dann hat man ein sehr schönes, groß angelegtes Vampir-Epos, geschrieben von einer leidenschaftlichen Erzählkünstlerin.
Wer Anne Rice mag, dürfte auch meinen Roman und besonders meinen Lieblingsschurken, den gruseligen Andalusier Julio Palazuelo, zu schätzen wissen.
Aber mal ganz abgesehen vom Vampir-Genre kommen auch Krimi-Fans auf ihre Kosten: Es gibt Verbrechen, Unterwelt, einen kauzigen Kommissar und ein großes Mysterium, bei dem der Leser mitraten kann – und am Ende feststellt, dass die Informationen zur Lösung des Rätsels alle vor ihm auf dem Tisch lagen. Trotzdem hat es bis dato niemand, den ich kenne, geschafft, vor dem großen Showdown dahinterzukommen ...
Und schließlich würde ich mein Buch allen Menschen empfehlen, die eine Teenager-Tochter in der Familie haben oder selbst eine solche sind – denn neben den genannten Aspekten ist es eben auch eine Familiengeschichte, und die Begegnung Leas und ihres Vaters mit den Vampiren treibt gerade die Konflikte ins Extrem, die ohnehin zwischen Vätern und Töchtern brodeln können.

– Ihr Roman erschien bereits vor einigen Jahren unter einem anderen Titel. Hat sich außer dem Namen des Buches noch etwas anderes geändert?

Ich habe das Manuskript noch einmal komplett überarbeitet, beispielsweise die zeitliche Einordnung der Handlung etwas verwischt, damit man das Buch auch in ein paar Jahren noch lesen kann, ohne dass es gleich zum historischen Roman geworden ist. Aus demselben Grund fehlen nun auch einige Details darüber, welche Bauteile ein guter Computer haben sollte; das ändert sich einfach zu schnell, und die Angaben waren nicht wirklich handlungsentscheidend.
Außerdem habe ich die Erzählung an einigen Stellen etwas gestrafft, aber das sind eher Kleinigkeiten.
Ich mag vor allem den neuen Titel, er verweist nicht nur auf die Hauptfiguren Lea und ihren Vater, sondern spielt durch den Wortbestandteil »Blut« mit dem Vampir-Genre und hat außerdem noch einen sehr schönen, hintergründigen Doppelsinn, den man erst versteht, wenn man das Buch zu Ende gelesen hat.

– Die Frankfurter Gegend ist bis dato nicht gerade als literarischer Vampir-Hort bekannt. Wie kam es dazu, dass Sie sich weder für die klassischen »Vampirregionen« im Südosten Europas noch für die üblichen amerikanischen Lande aus moderneren Vampirromanen entschieden haben? Hat die Provinz rund um Frankfurt überhaupt das passende Flair, um die Wirkungsstätte von Blutsaugern sein zu können?

Waren Sie mal in Frankfurt in der Gegend um den Hauptbahnhof herum, die ja auch im Roman ein wichtiger Handlungsort ist? Vielleicht bei Nacht? Mich erstaunt eher, dass es nicht schon viel mehr Gruselromane mit diesem Setting gibt. Ja, bei näherem Hinsehen erstaunt mich eher, dass es dort nicht wirklich Vampire gibt ...
Zur Rolle der angeblich idyllischen Provinz hat Ralf König einmal einen treffenden Satz in einem seiner Comics geprägt: »Das ist eher die Idylle, in der Kindermörder gedeihen«, sagt dort eine seiner Figuren. Und tatsächlich spielt eine dramatische Geschichte mit tödlichem Ausgang, die sich vor langer Zeit in der hessischen Provinz wirklich zugetragen hat, eine ganz zentrale Rolle im Roman. Der anfängliche Ort des Geschehens, das Dörfchen Eschersbach, ist zwar fiktiv, aber vieles andere ist durchaus real.
Abgesehen davon muss ich zu dieser Frage noch anmerken, dass der Osten Europas im weiteren Handlungsverlauf durchaus noch in den Vordergrund gerät – ohne jetzt zu viel verraten zu wollen.

– In den vergangenen Jahren gab es bekanntlich eine regelrechte Schwemme an Vampirromanen. Was halten Sie für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Buches, wegen denen man trotzdem bei Ihnen zugreifen sollte und nicht bei einem der anderen Angebote? Was macht die jugendliche Lea für Sie persönlich zu einer Protagonistin, die man kennenlernen sollte?

Ich würde »Lea Leonardt – Blutsbande« mit dieser Schwemme, wie Sie es nennen, gar nicht in einen Topf werfen. Der Roman hat mit dem üblichen Muster »jugendliche Heldin verliebt sich in sexy Vampir« nicht das Geringste zu tun – auch wenn, zugegeben, der genannte Julio Palazuelo in all seiner Bosheit durchaus einen gewissen Sex-Appeal hat. Aber er ist nicht der Typ, in den man sich verliebt.
Tatsächlich war der Ausgangspunkt, die Initialzündung der Story die komplizierte Beziehung zwischen Lea und ihrem Vater Hans. Lea, ein nicht auf den Kopf gefallener, für ihre Dorfschule vielleicht etwas zu intelligenter Teenager mit den alterstypischen Sorgen und Nöten, fühlt sich von ihm nicht mehr verstanden und beobachtet hilflos eine stetig wachsende Distanz zwischen ihnen, unter der sie beide leiden.
Bis hierher ist es eine ganz normale Story vom Erwachsenwerden – nach dem Motto: Pubertät ist, wenn die Eltern schwierig werden. Also habe ich mir überlegt: Wie schwierig kann man denn werden? Anders gesagt: Wie dramatisch kann sich eine Entfremdung von einem einst geliebten Menschen entwickeln? Deshalb habe ich Hans die Vampire auf den Hals gehetzt, die ihn mit Macht von seiner Familie wegziehen und für alles, was ihm lieb und wert ist, eine tödliche Bedrohung darstellen.
Was meinen Roman außerdem auszeichnet und was für einen spannenden Vampirroman, denke ich, eher untypisch ist, das ist der enthaltene Humor. Die Dialoge zwischen Lea und ihrem Schulkamerad und Erzfeind Bülent sind mit Pointen und Seitenhieben gespickt, selbst Julio Palazuelo sorgt für schwarzhumorig komische Situationen – ganz zu schweigen von Kommissar Ritterbusch, der zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ein paar weise Worte parat hat und auch sonst so seine Eigenheiten mit sich bringt.
Der Roman ist keine Komödie und nimmt seine Figuren auf jeden Fall ernst, bietet aber dennoch viel zu lachen. Ich mag es überhaupt lieber, wenn man Humor nicht nur da findet, wo er schon auf dem Etikett steht. Er ist viel effektiver, viel lustiger, wenn er unerwartet ins Leben oder eben in eine Geschichte einbricht.
Und dann, wo wir gerade von Kommissar Ritterbusch reden, ist da natürlich noch der Krimi-Aspekt, den ich schon erwähnte. Ich denke, mit der Kombination dieser drei Gattungsmerkmale sticht »Lea Leonardt – Blutsbande« aus der Masse heraus.

– In einer Hinsicht fallen Sie persönlich aus der Riege der Vampirroman-Autoren bereits auf den ersten Blick heraus: Sie sind ein Mann. In den letzten Jahren haben weibliche Autorinnen die Vorherrschaft in dem Genre geradezu an sich gerissen. Was denken Sie, warum nur noch so wenige männliche Autoren Vampirromane schreiben? Und setzt man als männlicher Autor womöglich andere Schwerpunkte beim Erarbeiten von Vampirgeschichten?

Ich bin kein Fan von starren Geschlechter-Klischees. Man findet immer wieder Menschen, die sich so stark davon absetzen, dass es das ganze Klischee in Frage stellt. Aber ich sagte ja bereits, dass sich mein Roman von der besagten »Vampir-Schwemme« in eigentlich fast allem – außer der Existenz von Vampiren – unterscheidet, insofern ist vielleicht etwas dran, dass ich als Mann andere Schwerpunkte setze.
Zu der Frage, warum es nicht mehr männliche Vampir-Autoren gibt: Das müssten Sie vor allem die Männer fragen, die noch keinen Vampirroman geschrieben haben. Das ist ja zunächst mal nichts Schlimmes, einige meiner besten Freunde sind solche Menschen. Aber eine so eindeutige Geschlechterverteilung ist als Massenphänomen natürlich schon spannend ... wenn ich nach Ursachen spekulieren sollte, würde ich mutmaßen, dass die Art von Vampirroman, die kommerziell so erfolgreich wurde – mit ihrer gewichtig im Zentrum stehenden romantischen Liebesgeschichte – dass diese Art zu schreiben männliche Autoren eher abschreckte, sich mit dem Genre überhaupt näher zu befassen. Ein Fehler, wie ich finde, da der Vampir als Wesen Potential für eine unglaubliche Vielfalt an Geschichten bietet. Erst recht, wenn man ihn einem Genre wie dem Kriminalroman vorstellt, die beiden verstehen sich wirklich gut miteinander. Liebe auf den ersten Biss!

– Denken Sie, dass die Menge an Vampirromanen nur eine Modeerscheinung bleiben wird, oder trauen Sie dem Fantasy-Subgenre zu, noch viele Jahre so erfolgreich zu überdauern, wie es zuletzt der Fall war?

Exakt so erfolgreich wie zuletzt, wenn man denn Erfolg nur in Verkaufszahlen messen will – das sicher nicht. Ich denke, dass die Leute, die in den letzten Jahren Vampirromane gelesen haben, weil es gerade hip war, Vampirromane zu lesen, bald auf den nächsten Trend aufspringen werden.
Aber der Vampir ist auch als literarische Figur unsterblich, er wird seine Fangemeinde auf ewig um sich scharen, auch wenn die nackten Zahlen wieder etwas kleiner werden. Und wer einen spannenden Krimi, eine dramatische Coming-of-Age-Story oder eine intelligente neue Variante des ewigen Kampfes Gut gegen Böse gerne liest, der wird auch noch in zehn oder zwanzig Jahren zu Büchern wie »Lea Leonardt – Blutsbande« greifen.

– Wie kommt man als Musikwissenschaftler, Programmierer, Sprachlehrer und Titanic-Autor eigentlich dazu, ausgerechnet Fantasy-Romane zu schreiben? Was bedeutet das Genre für Sie persönlich?

Ich gebe zu, dass ich schon sehr unterschiedliche Dinge getan habe in meinem Leben. Das macht es auch immer wieder spannend, und obwohl ich noch keine Vampire getroffen habe – nicht mal in Frankfurt – konnte ich doch einiges an Erlebnissen und Erfahrungen aus diesem Leben für den Roman verwenden.
Doch zurück zur Fantasy. Was bedeutet sie für mich? Ich bin mit Tolkien groß geworden – Büchern, nicht Filmen. Mein großer Bruder hat mich angefixt, als ich zwölf war – eigentlich etwas jung für dieses Tausend-Seiten-Epos, und ich habe beim ersten Mal auch sehr lange gebraucht, bis ich es endlich durch hatte. Das lag vor allem daran, dass ich immer darauf wartete, dass endlich etwas passierte – ein böser Fehler im »Herrn der Ringe«, wo auf den ersten hundert oder zweihundert Seiten erst mal nur Geburtstag gefeiert wird. Aber als ich das Buch zum zweiten Mal las und das nötige Interesse für diese Welt und ihre Bewohner mitbrachte, ließ es mich nicht mehr los!
Das hat es mich gelehrt: mich lustvoll in einer anderen Welt zu bewegen und diese Welt erkunden zu wollen. Auch als ich meinen Roman schrieb, trieb mich immer wieder die Lust an, mich in Leas Welt aufzuhalten, dort vielleicht ein Date zu haben, auszugehen, herumzureisen und die ganzen seltsamen Gestalten kennenzulernen, die in dieser Welt herumwuseln.
Wobei in meinem Roman nicht so ausgiebig Geburtstag gefeiert wird. Nur ein bisschen. Aber die Action geht gleich im Prolog los, also keine Sorge ...

– Was können wir von dem Autor Stefan Balzter in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung? Stehen außerdem Termine für Messen, Lesungen & Co. fest, bei denen man Sie live erleben kann?

Auch hier will ich nicht zu viel verraten, aber wer das Buch zu Ende liest, wird vielleicht eine Vorstellung davon haben, was als nächstes kommen könnte. Ich habe Lea, habe all meine Helden und Schurken im Laufe dieser Geschichte jedenfalls sehr liebgewonnen und halte mich nach wie vor gerne in ihrer Welt auf.
Die nächsten Lesungen sind derzeit in Planung, genaue Termine stehen noch nicht fest.

Das Team von Leserkanone.de dankt Stefan Balzter für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Stefan Balzter
Stefan Balzter bei Facebook
»Lea Leonardt - Blutsbande« bei Leserkanone.de
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