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Mario Lima 5 Fans
Herkunft: Deutschland
Webseite: Offizielle Homepage von Mario Lima
Facebook: MarioLima.Autor
Interview: Leserkanone.de-Interview mit Mario Lima vom 02.10.2016
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Leserkanone.de-Exklusivinterview vom 02.10.2016
In seinem Roman »Barco Negro« entführt Mario Lima seine Leser nach Portugal. Im Interview mit Leserkanone.de sprach der Autor über seinen Roman, über Portugal als Krimischauplatz und über die Vorzüge seines Chefinspektors und dessen Kollegen.

– Herr Lima, womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz von Ihrem Roman »Barco Negro« genommen. Könnten Sie Ihr Buch unseren Lesern kurz mit eigenen Worten vorstellen?

»Barco Negro« ist ein Kriminalroman, der in Portugal spielt. Es geht um einen rätselhaften Doppelmord, dessen Motiv in der Vergangenheit liegt. Die Kriminalpolizei Porto ermittelt, darunter eine junge Inspektorin, die hier vor ihrem ersten Mordfall steht. Der Titel ist der eines berühmten Fados, denn zu einer portugiesischen Geschichte gehören natürlich auch Tragik und menschliches Drama. Der Roman ist realistisch und detailreich erzählt, und es geht mitten hinein in die bunte portugiesische Welt.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden?

Zum einen natürlich Lesern, die Krimis mit südlicher Atmosphäre mögen. Man muss dabei nicht unbedingt eine besondere Beziehung zu Portugal haben. Auch Leser, die noch nie dort gewesen sind, haben mir gesagt, dass sie das Buch mit viel Vergnügen gelesen hätten.
Mein Stil ist eher angelsächsisch geprägt. Wenn ich literarische Vorbilder habe, dann sind es die englischen Autoren, in deren Kriminalromanen immer auch ein Stück Wirklichkeit abgebildet ist.

– Dass deutschsprachige Autoren ihre Krimis ins Ausland verlagern, kommt häufig vor - einzelne Regionen wie die Toskana oder die Provence wurden von hiesigen Schreibern mit regelrechten Verbrechenswellen überzogen. Portugal hingegen ist ein Land, das nur sehr selten als Schauplatz von Kriminalromanen ausgewählt wurde. Wie erklären Sie es sich, dass Portugal weitgehend übergangen wird? Und was macht Portugal Ihrer Meinung nach sehr wohl zu einem exzellenten Handlungsort für einen Krimi wie den Ihren?

Portugal wird häufig übergangen. Auf Wetterkarten ist es oft gar nicht als eigenes Land dargestellt, und auch bei europaweiten Statistiken wird es gern vergessen. Diese relative Gleichgültigkeit ist allerdings gegenseitig. Seit Jahrhunderten ist der Blick der Portugiesen eher nach Übersee gerichtet, nach Afrika und Lateinamerika, und die Beziehungen zu den früheren Kolonien haben für viele einen höheren Stellenwert als die Mitgliedschaft in der EU. Laut Umfrage fühlt sich kaum mehr als die Hälfte der Portugiesen als Europäer. Da wundert es dann nicht mehr, wenn die größte Fluggesellschaft des Landes mit dem Slogan wirbt: »Fliegen Sie mit uns nach Europa«.
Die Randlage trägt sicherlich dazu bei, aber auch die schwierige Sprache macht den Zugang nicht einfacher. Und wer kein Portugiesisch spricht, der kommt nicht weit. Bei aller Freundlichkeit dem Besucher gegenüber ist die portugiesische Gesellschaft eine eher verschlossene. Von Fremden lässt man sich nicht gern in die Karten schauen.
Ich selbst lebe seit über zehn Jahren in Portugal und habe in dieser Zeit viel gesehen und gehört. Gerade die Besonderheiten des Landes, das Beharren auf der eigenen Identität, schaffen ja die Möglichkeit, auch besondere Geschichten zu erzählen. Hier funktioniert eben alles à portuguesa, auf portugiesische Art, und die ist immer für Überraschungen gut. Was kann sich ein Krimiautor besseres wünschen?

– Was halten Sie - abgesehen von der Tatsache, dass das Buch in Portugal angesiedelt ist - für die größten Alleinstellungsmerkmale Ihres Romans, wegen denen man bei Ihnen zugreifen sollte und nicht bei einem der vielen anderen Krimis, die täglich erscheinen?

›Alleinstellungsmerkmal‹ möchte ich das jetzt nicht nennen, das wäre für andere Autoren beleidigend. Aber ich will kurz umreißen, welche Art Kriminalroman die Leser bei mir erwarten können.
Ich habe oben von realistischer Erzählweise gesprochen. Damit meine ich nicht nur, dass die portugiesische Romanwelt lebensnah dargestellt ist, es bezieht sich auch auf die Personen und die Handlung selbst. Die Geschichte, die ich erzähle, soll glaubwürdig sein. Es muss ohne weiteres möglich sein, dass sich die Dinge so zugetragen haben.
Die Leser können sich darauf verlassen, dass ich ihre Intelligenz respektiere und mich an die Spielregeln halte. Ich respektiere auch meine Protagonisten. Deswegen werde ich Spannung nicht dadurch erzeugen, dass sie sich plötzlich wie Idioten benehmen, nach dem Motto: »Natürlich gehe ich jetzt allein und unbewaffnet in dieses Kellerlabyrinth, warum auch nicht?«
Mein Plot ist sorgfältig aufgebaut. Alle Details haben ihre Bedeutung, die zum Tragen kommt, wenn sich die Handlung entfaltet. So ist der Leser im Stande, die polizeiliche Ermittlung tatsächlich mitzuverfolgen. Wer so etwas mag, ist bei mir richtig.

– Dem Untertitel Ihres Romans ist zu entnehmen, dass es sich um »einen« Fall Ihres Chefinspektors Fonseca handelt. Heißt das, dass Sie planen, ihn zum Protagonisten einer ganzen Reihe von Büchern werden zu lassen? Falls ja, was macht ihn so »besonders«, dass er wiederkehrende Auftritte verdient? Was schätzen Sie persönlich an Ihrer Heldenfigur?

Chefinspektor Fonseca ist der Leiter der Mordkommission, er setzt seine Leute nach ihren Fähigkeiten ein, behält das Gesamtbild im Auge und setzt die Puzzleteile zusammen. Er ist die zentrale Figur und daher der Namensgeber der Reihe. Tatsächlich ist es aber ein Team von Ermittlern, und durch die wechselnden Perspektiven der drei Hauptpersonen erwacht das Ganze erst richtig zum Leben.
Fonseca selbst ist ein Mann um die fünfzig, mit kräftig-untersetzter Statur und grauem Bürstenhaarschnitt. Er hat schon viel gesehen, er weiß, wie die Dinge laufen, und lässt sich so leicht nicht aus der Ruhe bringen.
Ihm zur Seite steht Inspektor Rui Pinto, Anfang dreißig, gutaussehend, gelegentlich mit etwas Gel im schwarzen Haar. Er hat er eine Vorliebe für schicke Anzüge, die manch einem fast etwas teuer vorkommen für ein Beamtengehalt. Er ist schlagfertig, gewandt, und hat seine nützlichen Kontakte zur Unterwelt.
Dann ist da noch Ana Cristina, eine junge Frau Anfang zwanzig. In »Barco Negro« ist sie die Neue in der Abteilung, gerade frisch von der Polizeischule und noch ›Inspektorin im Praktikum‹. Sie gehört zur sogenannten EU-Generation, die schon mit anderen Standards und Vorstellungen aufgewachsen ist. Ihr Blickwinkel ist daher besonders geeignet, den deutschen Leser in die portugiesische Welt einzuführen.
Auch Ana Cristina kennt natürlich ihr Land, aber auf der Polizeihochschule ist ihr die Arbeitsweise einer modernen Kriminalpolizei vermittelt worden, und im Gegensatz zu Fonseca und Pinto wundert sie sich schon über das, was sie jetzt in der Praxis kennenlernt: etwa darüber, dass eine DNA-Analyse in Portugal mehrere Jahre dauern kann, weil das einzige Labor, das es gibt, hoffnungslos überlastet ist. Wozu Rui Pinto unbekümmert anmerkt: »Sehen Sie, darin liegt eben der Reiz, hier zu arbeiten. Hier wird noch richtig mit Köpfchen ermittelt, und nicht einfach die Maschinerie angeworfen.«

– Da Sie selbst in Portugal leben: Liest man dort eigentlich Romane, die in Deutschland spielen? Gibt es womöglich gar portugiesische Autoren, die für ihre Romane Deutschland als Schauplatz auswählen?

Nicht dass ich wüsste. Die portugiesischsprachige Welt neigt eher dazu, um sich selber zu kreisen, und es wäre wahrscheinlich leichter, einen Roman zu finden, der in Macau oder Ost-Timor spielt, als in Deutschland. (Jedenfalls,wenn man dabei an das heutige Deutschland denkt. Natürlich gibt es dies und das über die Nazi-Zeit.)
Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wegen der aktuellen Krise haben viele junge Portugiesen das Land verlassen, und wer weiß, vielleicht ist ja einer dabei, der mal einen hippen Roman über die Partymetropole Berlin schreibt.

– Seit dem Erscheinen von »Barco Negro« sind inzwischen zwei Monate vergangen. Was wünschen Sie sich vom deutschsprachigen Buchmarkt und von Ihrer Leserschaft im Speziellen?

Von den Lesern, denen »Barco Negro« gefallen hat, würde ich mir einfach wünschen, dass sie das Buch weiterempfehlen. Allen, die das schon getan haben, an dieser Stelle ein großes Dankeschön!

– Was können wir von dem Autor Mario Lima in der nächsten Zukunft erwarten? Sind bereits neue Buchprojekte in Planung?

Der zweite Band um Chefinspektor Fonseca und sein Team ist in Arbeit. Er spielt im Hochsommer, und das ist nicht der einzige Grund, aus dem die Mordkommission Porto gehörig ins Schwitzen gerät. Eine mysteriöse brasilianische Affäre hat sich nach Portugal verlagert. Innerhalb kürzester Zeit liegen zwei ermordete Brasilianer auf der Straße, der Druck auf die Ermittler steigt rasant, und dass die ganze Stadt im Sommer von Fremden wimmelt, macht die Sache nicht einfacher. Es wird ein außergewöhnlicher, spannender Fall, der Fonseca und seinen Leuten wieder alles abverlangt.

Das Team von Leserkanone.de dankt Mario Lima für die Zeit, die er sich genommen hat!

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite von Mario Lima
Mario Lima bei Facebook
»Barco Negro« bei Leserkanone.de
»Barco Negro« bei Amazon
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